Bremgarten
Der 30. Rigimarsch ist abgesagt: Diese Hürden machen die Organisation unmöglich

Bereits zum dritten Mal muss der Rigimarsch abgesagt werden. Die rund 2000 Wanderbegeisterten, die jeweils die Strecke von Bremgarten auf die Rigi unter die Füsse nehmen, müssen erneut vertröstet werden.

Melanie Burgener
Drucken
Im Jahr 2019 konnte der Rigimarsch zum letzten Mal durchgeführt werden. Seither musste die 30. Durchführung immer wieder verschoben werden.

Im Jahr 2019 konnte der Rigimarsch zum letzten Mal durchgeführt werden. Seither musste die 30. Durchführung immer wieder verschoben werden.

zvg

Im Sekundentakt zählt der Rigimarsch-Countdown runter. Mit jeder Minute rückt das Highlight aller Wanderbegeisterter etwas näher. Doch anstatt nur noch in verbleibenden Tagen rechnet der Onlinezähler auf der Website des Vereins Rigi91 mit mehreren Monaten. 15 – um genau zu sein. 15 Monate, 9 Tage, 48 Stunden und 23 Sekunden wurden gestern Nachmittag angezeigt. Und gleich nebenan steht auch der Grund für dieses lange Warten.

«Abgesagt» steht in gelber Schrift quer über dem neben dem Countdown eingeblendeten Flyer des diesjährigen Rigimarsches. Was die Organisatorinnen und Organisatoren bereits seit längerem befürchtet hatten, ist nun definitiv. Die alljährliche Frühsommerwanderung muss bereits zum dritten Mal hintereinander verschoben werden. «Wir haben lange überlegt, wann die endgültige Entscheidung spätestens gefällt werden muss. Das war nun am letzten Wochenende», erzählt Fabian Flück, Präsident des Vereins Rigi91.

Die entsprechende Mitteilung wurde auf der offiziellen Website bereits veröffentlicht. Der Verein schreibt, dass die aktuelle Lage noch immer zu unsicher und die Organisation des Marsches nicht möglich sei. Es wäre der 30. Rigimarsch gewesen, der in der Nacht vom 25. auf den 26. Mai dieses Jahres hätte stattfinden sollen.

Ein unsicherer Start und kein trockener Ort fürs Frühstück

Dass die Organisation des Anlasses, an dem jeweils rund 2000 Menschen aus der ganzen Schweiz und dem Ausland teilnahmen, auch in diesem Jahr nicht einfach wird, damit haben die Vereinsmitglieder bereits gerechnet. «Normalerweise öffnen wir das Anmeldefenster am ersten Arbeitstag im Januar. Doch diesmal haben wir schon früh gesehen, dass wir dieses Datum verschieben müssen, damit wir mehr Planungssicherheit bekommen», erklärt Flück.

Einerseits hätten die Verantwortlichen vom Einkaufszentrum Sunnemärt in Bremgarten nicht definitiv bestätigen können, ob der Start des Rigimarsches am gewohnten Ort hätte stattfinden können. Andererseits sieht es auch beim Ziel nicht besser aus. «Uns stände auf der Rigi Kulm kein Ort zur Verfügung, der warm und trocken ist und an dem wir den Läuferinnen und Läufern zum Empfang ein Frühstück anbieten könnten», sagt Flück.

Rund 2000 Personen nehmen heute Jährlich am Rigimarsch Teil. Bereits 2007 war der Ansturm beim Startpunkt in Bremgarten gross.

Rund 2000 Personen nehmen heute Jährlich am Rigimarsch Teil. Bereits 2007 war der Ansturm beim Startpunkt in Bremgarten gross.

AZ Archiv (18.5.2007)

Als weitere Hürde werden auf der Website die Bewilligungen der verschiedenen Kantone genannt. Da die Marschroute von Bremgarten im Aargau über Ottenbach im Kanton Zürich, via Rotkreuz im Zugergebiet bis ins Luzernische führt, bräuchte der Anlass die Zustimmung jeder einzelnen Kantonsregierung. Ein Unterfangen, das in einer Pandemie nicht ganz einfach sein dürfte.

Weil die Medaillen noch nicht bestellt sind: Der Verlust ist nicht immens

Dennoch ist es für den organisierenden Verein auch eine Erleichterung, dass der Rigimarsch bereits jetzt abgesagt werden konnte. «Die letzten dreieinhalb Monate, die jetzt begonnen hätten, sind bei der Planung immer die intensivsten», erklärt Fabian Flück. «Bald hätten wir Toiletten, Fahrzeuge und die Erinnerungsmedaillen bestellen und uns um Übernachtungen kümmern müssen», ergänzt der Präsident.

Auch Engländer nehmen teil

Der Rigimarsch wurde erstmals im Jahr 1975 durchgeführt. Damals allerdings nicht als Herausforderung für besonders Wanderbegeisterte, sondern als Vorbereitungsanlass auf den legendären 100-Kilometer-Lauf in Biel. Heute nehmen rund 2000 Personen jährlich teil, die Anmeldelisten sind meist innert weniger Stunden gefüllt. Dabei kommen längst nicht mehr nur Sportlerinnen und Sportler aus der Schweiz an den Start nach Bremgarten. «Auch aus dem süddeutschen Raum, aus England und Australien hatten wir schon Teilnehmende», erzählt Präsident Fabian Flück. (mel)

Da sie sich aber bereits jetzt für eine Absage entschieden hätten, seien bisher noch keine grösseren Verluste in der Vereinskasse entstanden. «Es wird ein Minus geben, das ist klar. Das wird aber nicht immens sein», so Flück. Der Jubiläumsmarsch, da ist er sich sicher, werde definitiv nachgeholt. «Wir hoffen, dass wir den Rigimarsch 2023 wieder durchführen können. Ein paar Ideen für das Jubiläum haben wir auch schon.» Mehr dazu kann der Präsident aktuell aber noch nicht verraten.