Bremgarten
Eine Premiere im Aargau: Digitale Ortsportale machen für Anlässe im Reussstädtchen Werbung

Die Stadt Bremgarten hat die ersten beiden digitalen Ortseingangsportale an einer Kantonsstrasse im Aargau in Betrieb genommen. Sie ersetzen die alten Holzkonstruktionen mit Schaukästen für Vereine oder Institutionen.

Marc Ribolla
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Freuen sich über das digitale Ortseingangsportal: Peter Spalinger (Atelier Spalinger), André Stutz (Richnerstutz AG), Peter Ellensohn (Richnerstutz AG), Nick Spalinger (Atelier Spalinger), Beat Neuenschwander (Stadtschreiber), Josef Meier (Bremgarten Tourismus), Stephan Troxler (Bremgarten Tourismus) und Walter Beer (Stadt Bremgarten, Abteilung Bau, von links).

Freuen sich über das digitale Ortseingangsportal: Peter Spalinger (Atelier Spalinger), André Stutz (Richnerstutz AG), Peter Ellensohn (Richnerstutz AG), Nick Spalinger (Atelier Spalinger), Beat Neuenschwander (Stadtschreiber), Josef Meier (Bremgarten Tourismus), Stephan Troxler (Bremgarten Tourismus) und Walter Beer (Stadt Bremgarten, Abteilung Bau, von links).

Marc Ribolla

Den aufmerksamen Verkehrsteilnehmenden sind die topmodernen Installationen bei Bremgarten in den vergangenen Tagen nicht entgangen. Unterhalb der Shell-Tankstelle im Gebiet Fohlenweide und an der Mutschellenstrasse bei der Bibenlos-Kreuzung.

Was knapp fünf Jahre Zeit brauchte, ist nun endlich umgesetzt. Die digitalen Ortseingangsportale. Diese sind in ihrer Form eine Bremgarter Pioniertat. Solche gibt es in ihrer Art bis jetzt noch nirgends an einer Kantonsstrasse im Aargau.

Die Vorgeschichte begann bereits im Oktober 2016, als sich Bremgarten Tourismus unter der Federführung von Tschösy Meier und Stephan Troxler diesem Projekt annahm. Die bisherigen rund 20 Jahre alten Holzkonstruktionen mit einem Schaukasten sollten ausgedient haben.

Kanton lehnte das Baugesuch zuerst ab

«Wir stellten uns generell die Frage, ob es solche Objekte analog oder digital heutzutage überhaupt noch braucht. Wir kamen zum Schluss: Ja, das macht Sinn und sollte digital sein», sagt Troxler.

Die Vorderseite mit dem Screen.

Die Vorderseite mit dem Screen.

Marc Ribolla

In der Folge wurde das Projekt an einer Gemeindeversammlung 2018 präsentiert und ein Jahr später das entsprechende Budget an der Gmeind genehmigt. Bis die ersten Infoscreens nun aufgebaut werden konnten, gab es aber noch ein paar Klippen zu umschiffen.

Stadtschreiber Beat Neuenschwander blickt zurück und erklärt: «Im Mai 2020 lehnte der Kanton das Baugesuch zuerst ab, mit der Begründung der Verkehrssicherheit und der Lichtverschmutzung.» Der Stadtrat sei darauf beim Regierungsrat vorstellig geworden und wies auf die Initiative «Smart Aargau: Digitale Transformation» hin. Im Zuge dessen gab der Kanton im Mai diesen Jahres dann doch die Zustimmung zu den Ortseingangsportalen unter gewissen Bedingungen.

360 Zentimeter hohe Stele und 75-Zoll-Infoscreen

Die Installation besteht einerseits aus einem 75-Zoll-Infoscreen (Gewicht 180 Kilo) begleitet von einer 3,6 Meter hohen Metall-Stele (170 Kilo) mit dem Spittelturm als Bremgarter Wahrzeichen. Grafisch gestaltet wurde das Element vom Bremgarter Atelier Spalinger und produktionstechnisch umgesetzt von der Firma Richnerstutz AG.

Die Gesamtkosten für eine Installation liegen bei rund 50'000 Franken. Im Jahr 2023 folgen die drei restlichen Infoscreens an den Standorten Oberebenestrasse, Badenerstrasse von Eggenwil her und Zugerstrasse bei der Bärenmatt.

Ein solcher altes analoges Ortseingangsportal steht aktuell noch bei der Kreuzung Luzernerstrasse – Kantonsstrasse.

Ein solcher altes analoges Ortseingangsportal steht aktuell noch bei der Kreuzung Luzernerstrasse – Kantonsstrasse.

Marc Ribolla

In der praktischen Umsetzung stellten sich für die Stadt bei den Standorten Herausforderungen wie die Stromzufuhr oder die Online-Verbindung. Letztere konnte mit einer SIM-Karte zufriedenstellend eingebaut werden.

Auf den Infoscreens können ab sofort Vereine, Institutionen oder die Stadt Werbung für ihre öffentlichen Veranstaltungen in Bremgarten machen. Maximal zwei Wochen im Voraus. Politische Werbung für Abstimmungen oder Wahlen ist nicht erlaubt.

Auf der Rückseite wünscht die Stadt: «Gute Fahrt!»

Auf der Rückseite wünscht die Stadt: «Gute Fahrt!»

Marc Ribolla

«Die Sujets wechseln nur alle 30 Sekunden, damit die Verkehrsteilnehmenden bei der Vorbeifahrt nicht abgelenkt werden», sagt Neuenschwander. Variabel ist auch die Helligkeitsintensität des Monitors. Mittels Sensor passt sie sich an und verhindert so, dass der Screen zu grell leuchtet. Um die Lichtverschmutzung zu minimieren, wird er zudem nachts von 22 Uhr bis 6 Uhr morgens schwarz sein.

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