Bremgarten
Rettungsaktion auf der Reuss: Drei Boote des Pontoniervereins reissen sich los und landen im Kraftwerk

Am Sonntagnachmittag haben sich drei Boote des Pontoniervereins Bremgarten gelöst, zwei davon sind im Bruggmühle-Kraftwerk und eines sogar in Mellingen gelandet. Die Rettungsaktion dauerte knapp zweieinhalb Stunden.

Melanie Burgener
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Ein grosser Lastwagenkran versperrt den Durchgang von der Bremgarter Altstadt über die Holzbrücke in Richtung Casino. Eine kleine Gruppe von Schaulustigen hat sich am Geländer des Flussübergangs zusammengefunden, unter ihnen auch Polizisten, die vor Ort für Sicherheit sorgten. Alle blicken gespannt in die tosende Wassermenge hinunter.

Der Grund für dieses Spektakel: Im Rechen des Bruggmühle-Kraftwerkes hängen zwei Boote fest. Ein drittes befindet sich bereits weiter flussabwärts auf dem Weg Richtung Mellingen, wo es später auf der Höhe des Gnadenthals geborgen werden wird.

Knappe zweieinhalb Stunden dauerte am Sonntagnachmittag diese Aufregung in Bremgarten. Dann konnte der Spezialkran einer Firma aus Muri die langen, schmalen Wasserfahrzeuge des Pontoniervereins Bremgarten wieder an Land ziehen. Gerudert wird mit den nun beschädigten Booten vorläufig nicht mehr.

Ein Lastwagenkran konnte die Boote nach knappen zweieinhalb Stunden aus dem Kraftwerk Bruggmühle retten.

mzm

Wie viel diese Schäden kosten, das könne man zu diesem Zeitpunkt noch nicht beantworten, sagt Lucas Burri, Medienchef des Schweizerischen Pontonier-Sportverbandes. Auch weshalb sich die drei Boote des Vereins überhaupt erst losgelöst haben, sei aktuell noch unklar. Burri erzählt:

«Wir vermuten, dass es eine Materialermüdung gewesen sein könnte. Aber sicher wissen wir das erst, wenn die Boote untersucht worden sind.»

Nachdem die Pontonierboote aus dem Fluss entfernt werden konnten, wurden sie ins Armeelogistikcenter nach Brugg transportiert. Denn sie gehören nicht dem Pontonierverein Bremgarten, sondern werden diesem lediglich von der Schweizer Armee zur Verfügung gestellt. «Auch für die Sicherheitskontrolle ist die Armee zuständig. Deshalb geben wir sämtliche Materialien, die beschädigt sind, dorthin zurück», erklärt Burri.

Losgerissene Boote sind bei Hochwasser keine Ausnahme

Dass sich Boote auf einem Fluss trotz Kontrolle und ausreichender Befestigung lösen, sei keine Ausnahme, sagt Burri. «Vor allem bei einem so hohen Wasserstand. Da weiss man nie, was noch alles mitgespült wird.» Da könne es auch passieren, dass das Hochwasser einen Baumstamm mitreisse, der dann gegen die Boote prallt. Mit einer solchen Gefahr rechnen in den kommenden Tagen nicht nur die Pontoniere in Bremgarten.

«Sämtliche Vereine, die am Wasser stationiert sind, befinden sich in Alarmbereitschaft. Sie arbeiten in Schichten und erhöhen die Sicherheit, indem sie zum Beispiel längere Seile oder Ketten an den Booten befestigen, regelmässig das Wasser aus den Booten schöpfen oder die Boote sofern möglich umplatzieren», erklärt Lucas Burri. Auch in den kommenden Tagen ist mit starken Regenfällen zur rechnen, welche für die Materialien und Vereinslokalitäten, die an Gewässern stationiert sind, gefährlich werden und zu Schaden kommen können.

Der Schweizerische Pontonierverband empfiehlt in den nächsten Tagen die fliessenden Gewässer zu meiden und keine Spaziergänge an Ufern zu unternehmen.