Bremgarten/Widen
Neubau des Altersheims Bärenmatt verzögert sich — und das hat einen guten Grund

Für rund 26 Mio. Franken will der Gemeindeverband Regionale Alterszentren das Altersheim Bärenmatt in Bremgarten sanieren und um einen Neubau erweitern. Spatenstich sollte eigentlich im Sommer 2022 sein. Doch nun zeichnet sich eine neue Lösung an der Zugerstrasse ab, die unmöglich schien und doch alle Vorteile vereint.

Pascal Bruhin
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Im lauschigen Pärkchen hinter dem Alterszentrum befindet sich auch eine grosse Vogelvoliere.

Im lauschigen Pärkchen hinter dem Alterszentrum befindet sich auch eine grosse Vogelvoliere.

Marc Ribolla

Für 25,8 Mio. Franken soll das Bremgarter Alterszentrum Bärenmatt saniert und um einen Neubau erweitert werden. Spätestens im Sommer 2022 sollten die Bauarbeiten dafür eigentlich beginnen. Doch nun sieht es anders aus. Und das hat einen guten Grund. Ursprünglich sollte der Neubau, in dem fortan die Pflegebetten untergebracht werden, nämlich im Park hinter dem Alterszentrum, in dem sich auch die grosse Vogelvoliere befindet, gebaut werden.

Rund 20 Architekturbüros hatten sich um den Auftrag beworben. Eines davon, Bob Gysin Partner aus Zürich, hatte dann eine geniale Idee: Warum baut man den Neubau statt in den Park nicht zur Zugerstrasse hin? «Wir waren selbst überrascht, dass das doch geht», sagt Peter Spring, Präsident des Gemeindeverbands Regionale Alterszentren Bremgarten, Mutschellen, Kelleramt, der das Heim betreibt.

Da sich unter dem neuen Bauort eine Zivilschutzanlage befindet, war der Verband davon ausgegangen, dass darüber nicht gebaut werden darf. Abklärungen haben nun ergeben: Das darf man – unter Auflagen – doch.

Verbandspräsident Peter Spring ist überzeugt, dass der neue Standort des Neubaus nur Vorteile mit sich bringt.

Verbandspräsident Peter Spring ist überzeugt, dass der neue Standort des Neubaus nur Vorteile mit sich bringt.

Nathalie Wolgensinger (13.3.2021)

Neue Variante bietet Vorteile für Bewohnende und Pflegende

Der neue Standort biete nicht nur den Vorteil, dass der Park direkt an der Reuss unverbaut bleiben und auch die Vogelvoliere mit den Wellen- und Nymphensittichen stehen bleiben darf. «Für die Bewohnerinnen und Bewohner der Alterswohnungen ist es natürlich schöner, wenn sie von ihrem Balkon aus auf den Park und die Reuss blicken können und nicht auf eine Betonmauer schauen müssen», resümiert Spring.

Und auch für die Pflegenden biete der neue Standort, nun direkt an den Altbau angebaut, den Vorteil, dass die Wege kurz blieben. Die Tiefgarage soll indes am geplanten Standort, also unter dem Park, zu stehen kommen. Spring ist überzeugt:

«Die Vorteile dieser Variante überwiegen.»

Während das Raumprogramm und die Kosten des neuen fünfstöckigen Gebäudes gleich bleiben, verzögert sich mit dem neuen Standort der Baustart. Spring rechnet, dass 2022 die Baueingabe gemacht werden kann. Die Eröffnung wäre dann für 2025 geplant.

«Burkertsmatt» soll in der Zwischenzeit weiter saniert werden

Um die Zeit bis dahin nicht ungenutzt verstreichen zu lassen, beschloss die Abgeordnetenversammlung des Gemeindeverbands am Dienstagabend, derweil in die Instandhaltung des zweiten Standorts, der Burkertsmatt in Widen, zu investieren. Für 980'000 Franken sollen dort Fassaden saniert, Fenster und Sonnenschutz erneuert sowie die Heizung inklusive Steuerung ersetzt werden. Auf dem renovierten Dach soll zudem eine Fotovoltaikanlage installiert werden. Es ist die zweite Etappe des insgesamt rund 5 Mio. Franken teuren Instandhaltungsprojekts.

Das Alterszentrum Burkertsmatt in Widen soll 2022 für rund eine Million Franken saniert werden. Auf dem Dach wird eine Fotovoltaikanlage installiert.

Das Alterszentrum Burkertsmatt in Widen soll 2022 für rund eine Million Franken saniert werden. Auf dem Dach wird eine Fotovoltaikanlage installiert.

Toni Widmer
(8.2.2018)

Die Budgets der beiden Alterszentren, welche zu einem voraussichtlichen Jahresergebnis in der Verbandsrechnung von 578'635 Franken führen, genehmigten die Abgeordneten einstimmig. Während andere Pflegeheime im Zuge der Coronakrise Leerstände zu verzeichnen haben – die Seniorinnen und Senioren bleiben so lang wie möglich zu Hause – rechnet der Gemeindeverband Regionale Alterszentren auch 2022 wie im laufenden Jahr mit einer Auslastung von 98 Prozent. Das ist kantonsweit überdurchschnittlich. Spring sagt:

«Wir wissen, dass das sehr ambitioniert ist. Aber wir wollen auch nicht unnötig pessimistisch sein.»

Denn bis dato seien beide Heime – «Holz aalange» – sehr gut durch die Krise gekommen. Auch einer Anpassung der Taxordnung an neue kantonale Vorgaben sowie einer Erhöhung der Betreuungstage im geschützten Wohnbereich von 53 auf 56 Franken wurde einstimmig genehmigt.

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