Bünzen
Flugzeug musste auf Acker notlanden: Untersuchungsbericht lobt die beispielhafte Reaktion des Piloten

Im Juni dieses Jahres leitete ein 22-jähriger Pilot auf einem Acker ausserhalb von Bünzen mit seinem Kleinflugzeug eine Notlandung ein. Seine Mitinsassen und er blieben unverletzt. Nun zeigt der Untersuchungsbericht, weshalb der Motor des Flugzeugs ausfiel: Schuld sind norwegische Wartungsarbeiter.

Marc Ribolla
Drucken
Teilen
Das Flugzeug mit den drei Insassen war in Zürich gestartet – und musste bei Bünzen notlanden.

Das Flugzeug mit den drei Insassen war in Zürich gestartet – und musste bei Bünzen notlanden.

Screenshot Tele M1

Am 12. Juni um 10.42 Uhr hob die kleine Propellermaschine mit der Kennzeichnung HB-SGV von der Piste 28 am Flughafen Zürich ab. Die Route des Flugzeugs vom Typ Diamond DA-40 NG «Diamond Star» hätte an diesem schönen Samstagvormittag den Piloten und seine zwei Passagiere eigentlich ins Wallis geführt.

Doch statt in Sion endete der Flug schon kurz nach dem Start unvorhergesehen im Freiamt – auf einem Acker ungefähr 900 Meter nordwestlich des Dorfkerns von Bünzen Richtung Waldhäusern. Denn der Motor des Flugzeuges fiel auf einer Höhe von rund 4500 Fuss über Meer plötzlich auf einen Schlag aus.

Wie vorgeschrieben leitete der erst 22-jährige Pilot der Motorfluggruppe Zürich das Verfahren für eine Notlandung ein und setzte die Maschine 13 Minuten nach dem Abheben auf dem Bünzer Acker auf. Weder er noch seine Mitinsassen wurden verletzt. Auch das Flugzeug blieb unbeschädigt. Einzig durch ausgelaufenen Treibstoff entstand ein leichter Flurschaden.

Für die Bergung der «Diamond Star» mit einem Kran war damals nebst der Kantonspolizei Aargau auch die Regio-Feuerwehr Freiamt Mitte mit 19 Einsatzkräften engagiert. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) hat die Notlandung und deren Ursache mittlerweile untersucht und vergangene Woche den summarischen Bericht publiziert.

Schraubverbindung war nicht richtig festgezogen

Die Aufzeichnungen der Steuerelektronik des Dieselmotors mit vier Zylindern zeigten dabei, «dass der Treibstoffdruck ausgehend von seinem normalen Betriebswert von rund 1600 bar schlagartig auf null abgesunken war». Weiter zeigten Untersuchungen am Motor, dass beispielsweise die Schraubverbindung zwischen der Treibstoff-Druckleitung und dem Injektor des Zylinders Nummer 3 vollständig gelöst war. Dieser Injektor habe sich in der Folge aus seiner Position bewegt und den Injektor-Stecker sowie die Lecktreibstoffleitung beschädigt, schreibt die SUST.

Die «Diamond Star» landete im Acker zwischen Bünzen und Waldhäusern – so berichtete Tele M1 im Juni über den Fall.

Tele M1

Die erwähnte Schraubverbindung löste sich, weil eine Überwurfmutter bei der Montage des Injektors bei der letzten Wartung des Flugzeugs in Norwegen im März nicht korrekt festgezogen worden war. Erst rund 30 Betriebsstunden später wirkte sich dieser Fehler beim erwähnten Flug dramatisch aus.

Dass es zu keinen schlimmeren Folgen gekommen ist, schreibt die SUST dem jungen Piloten zu. Der Bericht schliesst mit den Worten: «Der Pilot, der noch nicht über eine grosse Flugerfahrung verfügte, reagierte beispielhaft und konnte dadurch weitere Schäden verhindern.»

Aktuelle Nachrichten