Wohlen
Der neue «Aargau Ost»-Stabschef hat sein Amt angetreten

Lukas Schierbaum hat die Sicherheitsweste und den Büroschlüssel entgegengenommen. In den kommenden zwei Jahren wird er aus den Regionalen Führungsorgangen und den Zivilschutzorganisationen (ZSO) Wohlen, Mittleres Reusstal, Mutschellen und Reusstal-Rohrdorferberg gein gemeinsames RFO machen.

Christian Breitschmid
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Peter Rychener (rechts) übergibt seine Warnweste, den Büroschlüssel und alle Planungsunterlagen an seinen Nachfolger, Lukas Schierbaum.Christian Breitschmid

Peter Rychener (rechts) übergibt seine Warnweste, den Büroschlüssel und alle Planungsunterlagen an seinen Nachfolger, Lukas Schierbaum.Christian Breitschmid

Christian Breitschmid

So wie Grosskonzerne dazu tendieren, aus vielen kleinen Verkaufsstellen grössere, überregionale Gruppen zu machen (siehe Artikel unten, Allmend Garage), so hat auch der Staat und ergo der Kanton den Drang, aus den vielen Schutz- und Rettungsanbietern der Gemeinden Grossverbände zu formieren, die unter einer gemeinsamen Leitung, sogenannten Regionalen Führungsorganen (RFO), in Krisensituationen die passenden Lösungsansätze aus der Schublade ziehen können.

Doch um solchen Krisen Herr zu werden, müssen alle möglichen Szenarien erst einmal durchdacht und schon mal rein theoretisch durchlebt werden, damit man, ebenso theoretisch, alle zur Problemlösung notwendigen Einsatzkräfte und Materialien berechnen, entsprechend budgetieren und sie beantragen kann.

Diese Denk- und Planungsarbeit leistet in Wohlen seit nunmehr acht Jahren der RFO-Chef Josef Baur mit seinem Stab. Unter dem Dach «Bevölkerungsschutz» entwirft das RFO Katastrophenszenarien und koordiniert im Ernstfall die Einsätze von Polizei, Feuerwehr, Zivilschutz, Gesundheitswesen und technischen Betrieben.

Ihm zur Seite steht sein Stabschef. Das war bis Ende 2017 Peter Rychener. Der heute 70-Jährige ist seit 14 Jahren im RFO, erst im Maiengrün, dann in Wohlen. Vorher war er schon Problemlöser, nämlich als Troubleshooter und Tourguide beim Flughafen Zürich, sowie als Offizier der Schweizer Armee.

Aus vier RFO eine machen

«Als Bevölkerungsschützer gibt es schon immer wieder Dinge, die einem lange beschäftigen», erzählte Rychener gestern bei der offiziellen Stabübergabe an seinen Nachfolger. «Jetzt möchte ich meine Zeit auch noch für Anderes brauchen.» Der Sitz des RFO ist im Feuerwehrmagazin von Wohlen. Dort durfte der neue Stabschef, Lukas Schierbaum, aus den Händen seines verdienten Vorgängers die Planungsunterlagen, die angeschriebene Sicherheitsweste und den Büroschlüssel nun offiziell entgegennehmen.

Damit übernimmt er weit mehr Arbeit, als es auf den ersten Blick erscheint. Seine Aufgabe wird es sein, in den kommenden zwei Jahren aus den RFO und den dazugehörigen Zivilschutzorganisationen (ZSO) Wohlen, Mittleres Reusstal, Mutschellen und Reusstal-Rohrdorferberg ein gemeinsames RFO mit allen dazugehörigen Planungsunter- und -vorlagen zu machen.

Seine Führungserfahrungen hat der 40-Jährige ebenfalls als Offizier in der Armee, bei den Rettungstruppen, gesammelt. «Diese Erfahrungen will ich nun gerne weitergeben», sagt Schierbaum.

Neuer Name: RFO Aargau Ost

«Als ausgebildeter Computerspezialist bin ich von Berufs wegen auch ein Problemlöser», ergänzt der neue Stabschef lächelnd. «Der Bevölkerungsschutz ist wie ein Grundrauschen. Erst wenn er fehlt, merkt man, dass es ihn braucht.»

Die erste Hürde bei der Schaffung der neuen RFO hat der Stab schon geschafft. Der Name für das RFO ist von allen 34 beteiligten Gemeinden gutgeheissen worden: Aargau Ost. Nun muss dem Zusammenschluss noch in allen Herbstgemeindeversammlungen zugestimmt werden.

Damit wäre das neue RFO, das rund 120 000 Menschen betreut, eines der grössten von den insgesamt elf, die der Kanton gern hätte. Momentan sind es noch 21 RFO im ganzen Kanton, aber andere Regionen sollen dem Vorbild des geplanten RFO Aargau Ost folgen, die, wenn alles rund läuft, bis 2020 voll funktionstüchtig sein soll.