Wohlen

Deshalb roch es an den Berufsinfotagen nach verbranntem Brot

370 Achtklässler aus der Region Wohlen schnupperten an den sechsten Berufsinfotagen in verschiedene Berufe rein.

Marc Ribolla
Drucken
Teilen
Rund 5 Kilo Rindsghackets verarbeiten die Schüler in der Küche des El Toro in Villmergen zu Hamburgern.
15 Bilder
IMG_2200
Laube zeigt den Schülern die Zubereitung des Hamburgers.
30 Stück Hamburger werden geformt.
Der 14-jährige Koray mischt die Cocktailsauce.
Der Blick in die Küche des El Toro Villmergen während der Berufsinfotage.
Das fertige Burger-Werk mit den Pommes.
Es ist angerichtet zum Essen!
Floristin Nicole Haus (Mitte) von der Gärtnerei Emil Huber in Wohlen erklärt die Herstellung eines Gestecks.
Acht Schülerinnen erhielten am Dienstagvormittag einen Einblick in den Beruf Florist.
Die Zweitjahr-Lernende Andrina Griner (l.) steht mit Rat und Tat zur Seite.
Konzentriert sind die Schülerinnen am Werk in der Gärtnerei.
Blumen und Schnittgrün werden kreativ zusammengefügt.
Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
Eines der sorgfältig zusammengestellten Blumengedecke.

Rund 5 Kilo Rindsghackets verarbeiten die Schüler in der Küche des El Toro in Villmergen zu Hamburgern.

Aargauer Zeitung

Der fettige Dampf der im heissen Öl brutzelnden Pommes frites steigt in Schwaden zur Decke auf. Gleich neben der Fritteuse brutzeln über zwei Dutzend Hamburger auf der heissen Herdplatte. Rund herum werden grosse rote Zwiebeln und faustgrosse saftige Tomaten in Scheiben geschnitten, Salatblätter zurecht gezupft, Rindsgehacktes gewürzt, geknetet und zu Hamburgern geformt oder Brotbuns warm gemacht.

Am Werk sind in der Küche des Restaurants El Toro im Hotel Villmergen aber keine ausgelernten Köche, sondern zwei Achtklässlerinnen und neun Achtklässler. Sie erleben an diesem Nachmittag im Rahmen der sechsten Berufsinfotage von «Berufe Wohlen+» einen kleinen Einblick in die Berufswelt eines Kochs.

Beim Fleischkneten ruhig richtig anpacken

Hoteldirektor Philipp Laube lässt es sich nicht nehmen, persönlich in der Küche zu stehen. «Nicht so zaghaft beim Fleischkneten, du kannst ruhig anpacken mit den Fingern», witzelt er zu einem Teenager und zeigt es gleich selbst nochmals vor.

Eine Verschnaufpause bleibt Laube nicht. Er muss den Überblick über seine Küche behalten. «Es läuft tipptopp, es sind alle engagiert dabei. Das freut mich», sagt Laube. In einer Ecke bereitet der 14-jährige Koray aus Dottikon die Cocktailsauce zu. Am Vormittag besuchte er eine Infoveranstaltung über den Beruf Polizist, nun steht er in der Gastroküche. Während er die Sauce umrührt, sagt Koray: «Ich finde es spannend zu kochen, und ich esse gerne.»

Plötzlich liegt der Geruch von verbranntem Brot in der Luft. Zwei Schüler haben die Buns etwas zu lang erhitzt. Mahnend meint Philipp Laube: «Müsste ich sie verkaufen, würde ich die Scheiben jetzt wegwerfen.» Doch nun heisst’s kratzen. Denn die Burger sollen nach getaner Kochkunst munden. Auf der Terrasse verschlingt das Grüppchen später ihr selbst zubereitetes Gericht. «Es schmeckt lecker», meint einer, bevor er einen Biss nimmt.

«Wir dürfen dem Gewerbe ein Kränzchen winden»

Es sind rund 370 Schülerinnen und Schüler aus Wohlen und umliegenden Gemeinden, die an den zweitägigen Berufsinfotagen verschiedene Berufe besichtigen durften. 73 Betriebe waren bei der sechsten Auflage trotz strenger Coronamassnahmen dabei. «Wir dürfen dem Gewerbe ein Kränzchen winden», erklärt Organisatorin Ruth Salzmann von Berufe Wohlen+. Im Durchschnitt besichtigte jeder Schüler etwa vier Berufe.

Seit der ersten Auflage beteiligt sich die Wohler Gärtnerei Emil Huber AG an den Infotagen. Geschäftsführer Christian Huber sagt: «Es ist eine gute Sache und sinnvoll. Die Jungen erfahren so in kürzester Zeit eine geballte Menge über einen Beruf.» Bei ihm trifft sich an diesem Vormittag eine reine Mädchengruppe.

Floristin Nicole Haus gestaltet mit den Schülerinnen ein Blumengesteck. Sie erklärt, gibt Tipps und warnt: «Mit den Messern müsst ihr sehr aufpassen, sie schneiden scharf.» Hubers Floristik-Lernende Andrina Griner (2. Lehrjahr) steht ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite und beantwortet Fragen.

Der Mindestlohn einer gelernten Floristin beträgt 3800 Franken. Nicole Haus sagt den Schülerinnen dazu: «Es ist sicher kein Beruf, mit dem man reich wird. Man steht sehr lang mit langen Arbeitszeiten. Aber man kann sehr kreativ tätig sein und auch mal etwas Spezielles ausprobieren.»

Wie die Schülerinnen, die ihr selbst gestaltetes Blumengesteck mit nach Hause nehmen dürfen und so für einige Tage eine bunte Erinnerung an die Berufsinfotage haben.