Skilift Horben

Die „Älplibar“ ist eingerichtet – es fehlt nur noch der Schnee

Wenn der Schnee kommt, ist der Skilift auf dem Horben in einem Tag offen – dafür legt Alois Waser eine Nachtschicht ein.

Ann-Kathrin Amstutz
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Skiliftbetreiber Alois Waser wartet auf den Schnee.
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Skiliftbetreiber Alois Waser wartet auf den Schnee.
Skiliftbetreiber Alois Waser wartet auf den Schnee. Kein Schnee in Sicht auf der Horben, Skiliftbetreiber Alois Waser steht im trockenen Gras über der Piste, 28. Dezember 2016.
Skilift Horben

Skiliftbetreiber Alois Waser wartet auf den Schnee.

Alex Spichale

Die rekordlange Periode ohne Niederschlag beschert auch den Schneesportfans und Skiliftbetreibern eine Durststrecke. Sieben Skilifte gibt es im Aargau – und alle stehen noch still. Kein Wunder: Auch die meisten grossen Skigebiete in den Bergen wären geschlossen, wenn sie ohne Kunstschnee auskommen müssten.

Auf grünem Hang präsentiert sich der Skilift Horben bei Beinwil (Freiamt). Familie Waser, die ihn betreibt, wäre bereit: Der Skilift steht, die «Älplibar» ist eingerichtet. Die Familienmitglieder sind auf Abruf. Zu Stosszeiten helfen vier am Lift. Alles, was jetzt noch fehlt, ist der Schnee. Alois Waser hofft auf den 2. Januar. Für diesen Tag ist Schneefall angesagt. «Die Frage ist, wie viel es gibt.» Sobald der Schnee da ist, wird Alois Waser seine Nachtruhe opfern. Um ein oder zwei Uhr morgens wird er den Pistenbully besteigen und den Hang präparieren, damit die Gäste schon am nächsten Tag die Ski montieren können. «Wir nutzen jeden Schneetag aus», sagt Waser.

Für den Skilift nimmt er Ferien

Alois Waser ist allzeit für den Schnee bereit. «Das geht nur dank einem kulanten Arbeitgeber im Rücken.» Waser arbeitet 100 Prozent als Netzelektriker. Doch immer, wenn der Schnee da ist, darf er Ferien nehmen. Auch, wenn es ganz kurzfristig ist.

Der Skilift ist für Familie Waser eine Herzensangelegenheit. Er hat eine lange Tradition, wurde er doch vor über 40 Jahren von Alois’ Eltern in Betrieb genommen. «Es macht uns Freude, und viele Leute schätzen unsere Arbeit», sagt er. «Wegen des Geldes müssten wir es nicht machen, wir sind schon froh, wenn die Kosten gedeckt sind.» Letztes Jahr gab es gar einen Verlust von 4000 Franken. «Da lief der Skilift in der ganzen Saison bloss einen halben Tag.» Und mit dem Betrieb sind einige Kosten verbunden: Versicherung, kantonale Bewilligung, Kontrolle und Unterhalt des Skilifts. «Wenn die Lage in den nächsten Jahren nicht besser wird, müssen wir uns überlegen, wie lange wir den Lift noch betreiben», sagt Waser.

Doch solange die Freude überwiegt, beklagt er sich nicht. Alois Waser sieht das Positive: «Vor zwei Jahren war die Saison sehr gut, acht Wochen lang lag Schnee.» Für dieses Jahr hofft er, dass der Schnee noch vor der Sportferienzeit kommt. Sonst müssen die Sportfans auf Alternativen ausweichen: Laut Alois Waser ist der Horben momentan von Wanderern überlaufen.