Bremgarten

Erstmals in hundert Jahren: Auch der Pfingstmarkt fällt dieses Jahr aus

Wegen der Coronapandemie kann nach dem Ostermarkt auch der Pfingstmarkt vom 1. Juni in Bremgarten nicht stattfinden. Marktchef Walter Friedli hofft, dass es wenigstens mit dem Herbst- und Weihnachtsmarkt 2020 klappen kann.

Marc Ribolla
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Der Bremgarter Pfingstmarkt 2019 - heuer fällt er ins Wasser.

Der Bremgarter Pfingstmarkt 2019 - heuer fällt er ins Wasser.

Aargauer Zeitung

Es ist ein harter Schlag. Seit 34 Jahren kümmert sich Walter Friedli als Marktchef um die jahrhundertealte Markt-Tradition in Bremgarten. Viel Positives hat er mitgestalten dürfen. Doch nun sorgt die Corona-Pandemie für ein schwarzes Jahr.

Nach dem Ostermarkt im April fällt auch der Pfingstmarkt vom 1. Juni aus. Das gabs noch nie in den letzten mehr als hundert Jahren. Nach den Entwicklungen der letzten Wochen hatte Friedli damit gerechnet.

«Ich befürchtete es, als gewisse andere Veranstaltungen wie der Pfingstlauf in Wohlen oder das Pfingstmotocross in Muri frühzeitig abgesagt wurden. Als der Bundesrat letzte Woche die weiteren Schritte zum Lockdown-Ausstieg bekannt gab, war es dann definitiv», sagt Friedli. Grosse Menschenansammlungen wie sie an den Bremgarter Märkten mit bis zu 30'000 Besuchern herrschen, dürften noch lange verboten bleiben.

Marktfahrer erhalten Gebühren zurück

Von der Pfingstmarkt-Absage sind wie schon beim Ostermarkt 415 Stände betroffen. Die Marktfahrer, die ihre Platzgebühren schon bezahlt haben, erhalten das Geld vollständig zurückerstattet, wie Friedli erklärt. Für einen fünf Meter langen eigenen Stand beträgt die Gebühr beispielsweise 150 Franken.

Bis Ende Woche will der Marktchef alle Marktfahrer schriftlich über die Absage und die Rückerstattungsmöglichkeit informieren. Friedli geht von rund 200 Rückerstattungen aus. «Durch die Absage fallen zwar einige Arbeitsstunden aus, die aber durch die Bearbeitung der Rückzahlungen teilweise aufgefangen werden», sagt Friedli.

Trotz des Ausfalls der beiden bisherigen Märkte in diesem Jahr entsteht der Stadt Bremgarten kein Verlust. «Wir schreiben sicher keine roten Zahlen unterm Strich. Es entstehen beispielsweise jetzt auch keine Kosten für Drucksachen oder Inserate, den Verkehrsdienst, die Infrastruktur oder die Sicherheit», so der Marktchef. Den Einnahmen-Wegfall an Markt-Gebühren und Park-and-Ride-Erlösen schätzt Friedli auf rund 130'000 Franken.

Ganz abschreiben möchte er das Bremgarter Marktjahr nicht. Ende Oktober fungiert der Markt der Vielfalt (der ehemalige Herbstmarkt) und Anfang Dezember der viertägige Weihnachtsmarkt im Kalender. Friedli ist optimistisch: «Ich habe einen Hoffnungsschimmer, dass wenigstens diese beiden grossen Märkte stattfinden können. Das wäre sonst schlimm.»

Dass der Herbst- oder Weihnachtsmarkt allenfalls als Alternative in kleinerem Rahmen durchgeführt würden, sei unmöglich, weil die Abstandsregeln nicht eingehalten werden könnten. Ganz auf einen Markt müssen die Bremgarter aber nicht verzichten. Ab dem 13. Mai darf der Wochenmarkt mit bestimmten Schutzmassnahmen wieder abgehalten werden.