Andy Wyder

FC-Wohlen-Präsi: «Wir wollen einen Neustart in der Zehnerliga»

Der FC Wohlen verlängert den Vertrag mit Trainer Ryszard Komornicki nicht. Überraschend kommt das nicht. «Das hat mit seiner Leistung nichts zu tun», sagt FC-Wohlen-Präsident Andy Wyder. Der Club wolle jetzt einen Neustart wagen.

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Präsident Andy Wyder (links) und Trainer Ryszard Komornicki

Präsident Andy Wyder (links) und Trainer Ryszard Komornicki

Alexander Wagner

Ryszard Komornicki hat im Februar beim FC Wohlen eine schwierige Aufgabe übernommen. Doch er hat es geschafft, mit der von Abstiegssorgen geplagten Mannschaft den Ligaerhalt zu schaffen. «Das ist sein grosser Verdienst, dass er die Mannschaft in den runden 16 bis 30 so weit gebracht hat», sagt Andy Wider, Präsident des FC Wohlen, der az.

Trotz erfolgreich erfüllter Aufgabe wird der 52-Jährige nun auf die Strasse gestellt. Sein Vertrag wird nicht verlängert.

Im Positiven trennen

«Die Saison war sehr nervenaufreibend», so Wyder. Viel sei schief gelaufen, weshalb «wir uns nun freischwimmen und die Köpfe leeren müssen. Da sind wir im Verwaltungsrat zum Schluss gekommen, dass wir es mit einem neuen Trainer versuchen.»

Mit dem Abgang Komornickis verlässt ein guter Freund Wyders den Club. «Mir ist es wichtig, dass wir im Positiven auseinander gehen können», sagt der FC-Wohlen-Präsident.

Kritische Worte

Dass der Club, insbesondere der Challenge-League-Verantwortliche René Meier, und der Trainer das Heu seit längerem nicht mehr auf der gleichen Bühne hatten, ist kein Geheimnis. Komornicki liess seiner Kritik am FC Wohlen denn auch freien Lauf. Erst Ende letzter Woche sagte er gegenüber az: «Es fehlt an einer klaren Strategie. Es kann nicht sein, dass einer mal da und ein anderer mal dort einen Spieler holt. Fussball ist doch kein Wunschkonzert.» Auch im «Blick» äusserte sich der Trainer deutsch und deutlich: «Ich bin gerne in Wohlen, aber ich lasse mich nicht wie ein kleines Kind behandeln. Wenn ich bleibe, muss sich hier einiges ändern.»

An den kritischen Worten soll die Zusammenarbeit aber laut Wyder nicht gescheitert sein. Es sei zwar nicht alles stubenrein gewesen, was abgedruckt wurde, so Wyder, aber man kenne Komornicki und seine «kernigen Aussagen».

Wyder: «Wir sind uns bewusst, dass wir nicht zuletzt aus Budgetgründen milizartig arbeiten. Komornicki hat sicher recht, wenn er sagt, dass wir uns professionalisieren müssen.»

Wer kommt?

Mit wem es in Wohlen nun weiter geht, ist offen. Zwei Trainer mit Aargauer Wurzeln wären greifbar: Der Windischer Raimondo Ponte, der bei Chiasso geht. Und der «Einheimische» Ciriaco Sforza, der bei GC entlassen wurde. Letzter ist für den FC Wohlen wohl viel zu teuer und dürfte auch gar nicht wollen. Ponte liebäugelt dagegen schon lange mit einer Rückkehr in seine alte Heimat. Diese sieht er aber eher in Aarau. Ponte war zudem schon mal Trainer in Wohlen und hatte einen wüsten Abgang. Ponte ist zudem ein heisser Kandidat für die Nachfolge von Martin Andermatt in Bellinzona.

Der Club wird als erstes klären müssen, welche Art von Trainer er gerne hätte. In den letzten 12 Monaten hat der FC Wohlen ganze drei Spielleiter verschlissen. Urs Schönenberger, Adrian Kunz und Ryszard Komornicki. Es waren ganz unterschiedliche Trainer-Persönlichkeiten. (ldu/rsn)