Muri

Feuerwehr-Gruppenführer aus dem Aargau lernen in einer Kurswoche einen Einsatz zu leiten

An verschiedenen Posten lernen die Gruppenführer der Feuerwehr Risiken richtig einzuschätzen, Leute zu führen und selber auszubilden. Am Ende der Woche stellen sich die Teilnehmer einem Trainingseinsatz als Übungsleiter.

Eddy Schambron
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Eine Frau ist verletzt, es raucht und es liegen Fässer mit Chemikalien am Boden: Hier ist die richtige Lagebeurteilung lebenswichtig für alle Beteiligten. ES

Eine Frau ist verletzt, es raucht und es liegen Fässer mit Chemikalien am Boden: Hier ist die richtige Lagebeurteilung lebenswichtig für alle Beteiligten. ES

Eddy Schambron

In Muri unterziehen sich gegenwärtig 55 Feuerwehr-Gruppenführer aus dem ganzen Kanton Aargau der Ausbildung zur Einsatzführung. Ziele sind, wie Kurskommandant Heinz Woodtli ausführt, das richtige Erkennen und Beurteilen von Chancen und Risiken, die Fähigkeit, Einsätze als Einsatzleiter zu führen und schliesslich die Leute in der eigenen Feuerwehr im Bereich Einsatzführung auszubilden. «Von den Teilnehmenden erwarten wir effizientes Arbeiten und geistige Beweglichkeit». In einem ersten Teil fand eine Aufnahmeprüfung statt, bei der neben Fachwissen auch die Mitarbeit in der Gruppe und das Persönlichkeitsbild beurteilt wurden. Weiter wurde theoretisches Wissen vermittelt, etwa über das Alarmierungskonzept im Kanton Aarau, über die Wasserversorgung oder über Baukunde, das in einem konkreten Lehrgang an Gebäuden mündete.

Schadenslagen markiert

An verschiedenen Posten sind im zweiten Teil unterschiedliche Schadenslagen markiert – zum Teil einfach mit Papier und ein paar Signaturen, zum Teil aufwendig zum Beispiel mit einer Figurantin, die täuschend echte Brandverletzungen aufwies oder mit einem rauchenden Fahrzeug, das Chemiefässer geladen hatte und in einen Unfall verwickelt war. Die Offiziersanwärter lernen nicht nur, ein Schadenereignis schnell zu erfassen, sondern erfahren auch alles über den richtigen Einsatz von Geräten und üben die Befehlsgebung. Schliesslich gibt es auch Vorträge zur Feuerwehrorganisation im Kanton Aargau und zum Thema Spurensicherung und Brandermittlung. Zum Abschluss der Kurswoche müssen die Teilnehmerinnen (drei Frauen, um genau zu sein) und die Teilnehmer in einem taktischen Training als Übungsleiter, Einsatzleiter und Lagekartenführer unter Beweis stellen, dass sie in der Lage sind, ihre Feuerwehrkameraden sicher und effizient durch ein Schadenereignis zu führen.

Gute Bedingungen

«Wir haben hier in Muri sehr gute Bedingungen für die Ausbildung», stellt Woodtli, selber Feuerwehrinstruktor in Zofingen, fest. Als Kurskommandant wird er unterstützt durch einen Kursstab und sieben Feuerwehrinstruktoren als Klassenlehrer. René Berger, Feuerwehrinstruktor aus Boswil, organisierte zusammen mit einigen Kameraden aus der Feuerwehr Muri+ die nötige Infrastruktur. Im Industriegebiet fand die Kursleitung den nötigen Platz für die Durchführung der Ausbildung.