Muri

Freiämter Bioladen fürchtet die Konkurrenz nicht

Der Bio-Markt von Murimoos ist der einzige Freiämter Bioladen. In der heutigen Zeit ist das Führen eines solchen Ladens nicht einfach. Die Betreiber sehen zum Schweizer Bioladen-Tag am 13. Juni den Kundenkontakt als grossen Vorteil.

Eddy Schambron
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Philipp Hurter leitet den Bio-Markt des Murimoos. Mit dem im Murimoos angebauten Gemüse ist er in seinem Laden preislich sogar oft attraktiver als die grossen Anbieter.

Philipp Hurter leitet den Bio-Markt des Murimoos. Mit dem im Murimoos angebauten Gemüse ist er in seinem Laden preislich sogar oft attraktiver als die grossen Anbieter.

Eddy Schambron

Der Bio-Markt von Murimoos werken und wohnen ist der einzige Bioladen im ganzen Freiamt. Er beteiligt sich am ersten Schweizer Bioladentag am 13. Juni. «Wir sind heute in der Lage, zusammen mit der Metzgerei, den Bedarf des täglichen Lebens in Bio-Qualität abzudecken», stellt Gruppenleiter Philipp Hurter fest. Die Konkurrenz von Coop und Migros fürchtet er nicht: «Die Stärke der Bioläden sind ihre Spezialitäten und ihre Beratung. Diesen Kundenkontakt können die Grossen nicht bieten.»

Der Ausbau des Bio-Sortimentes der Grossverteiler sieht Hurter, der seit dreieinhalb Jahren den Murimoos-Biomarkt führt, nicht negativ: «Coop und Migros sind zwar starke Mitbewerber, aber sie haben Bioprodukte erst richtig bekannt und begehrt gemacht und vielen Produzenten ermöglicht, ihre Betriebe umzustellen.»

Über wachsenden Umsatz des Bio-Marktes kann sich der 33-jährige Gruppenleiter auf jeden Fall freuen. Einerseits ist der Bio-Markt dank Eigenproduktion im Murimoos beim Gemüse preislich sogar oft attraktiver als die grossen Anbieter, andererseits kann er mit Nischenprodukten glänzen, die nicht in den Regalen der Grossverteiler liegen.

«Wir haben nicht zuletzt deswegen eine treue Stammkundschaft, die extra den Weg zu uns ins Murimoos auf sich nimmt.» Sie findet hier nicht nur alle notwendigen Lebensmittel, sondern auch Gewürze, Kosmetik und Putzmittel.

Bewusste Konsumenten

Die Kundschaft des Bio-Marktes teilt sich auf in die traditionellen Murimoos-Kundinnen und -kunden, die oft auch Mitglied des Vereins sind, und zunehmend in jüngere Leute und Familien, die bewusst auf eine gesunde Ernährung und nachhaltige Nahrungsmittelproduktion Wert legen.

«Spezielle Richtungen – ich denke an Rohkost und vegane Ernährung – sind bei uns selbstverständlich ein Thema.» Ein weiterer Teil ist die Laufkundschaft, Leute also, die das Murimoos als Naherholungsgebiet geniessen und die Einkaufsmöglichkeiten spontan nutzen.

Vor allem diese müssten «manchmal wieder lernen, dass nicht alles immer verfügbar ist». Der Bio-Markt richtet sein Angebot nämlich saisongerecht aus. Dafür besorgt Hurter auf Wunsch auch seltener nachgefragte Produkte.

«Wenn jemand Bio-Schafmilch will, dann erhält er beispielsweise bei uns Bio-Schafmilch. Das kann der Grossverteiler nicht bieten.» Bedient werden die Kundinnen und Kunden von je fünf Festangestellten im Bio-Markt und in der Metzgerei, wobei darunter viele Teilzeit arbeiten, sowie zwei Aushilfen.

Preis auch ein Thema

Am Bioladentag am 13. Juni gibt es zehn Prozent Rabatt sowohl im Bio-Markt als auch in der Metzgerei. Die Kundschaft sei zwar bereit, für nachhaltig produzierte Nahrungsmittel einen etwas höheren Preis zu zahlen, aber die Preisgestaltung sei auch im Bioladen immer ein Thema. «Wenn Produkte zu teuer sind, bleiben sie liegen», weiss Hurter. Deshalb hat er bei seinen Bestellungen immer seine Kundinnen und Kunden vor Augen. Und fragt sich selbst, ob er den Preis bezahlen würde. «Wenn ich zum Schluss komme, ich würde ihn nicht bezahlen, verzichte ich auf eine Aufnahme ins Sortiment.»