Niederwil

Gnade und Thal verschmelzen zu Kunst

21 Künstlerinnen und Künstler präsentieren während eines Monats ihre Bilder und Skulpturen zum Motto Gnade’n’Thal.

Natasha Hähni
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Am Sonntag, 14. Januar, fand im Kreuzgang des Reussparks Niederwil die Vernissage der Ausstellung Gnade’n’Thal statt – Finissage ist am Sonntag, 25. Februar. ZVG

Am Sonntag, 14. Januar, fand im Kreuzgang des Reussparks Niederwil die Vernissage der Ausstellung Gnade’n’Thal statt – Finissage ist am Sonntag, 25. Februar. ZVG

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Der Reusspark in Niederwil ist seit rund einer Woche das neue Zuhause für die Kunstwerke von 21 Künstlerinnen und Künstlern aus der nahen und etwas weiteren Umgebung. Bis Sonntag, 25. Februar, werden die Bilder und Skulpturen der Ausstellung «Gnade’n’Thal» noch im Kreuzgang des Klosters Gnadenthal zu sehen sein. «Der Reusspark gleicht zur Zeit einem Kunsthaus», sagt Cynthia Luginbühl, Kulturverantwortliche des Reussparks, mit einem Schmunzeln im Gesicht.

Franziska Cattin, Mitorganisatorin der Ausstellung, erklärt die Themenwahl so: «Frau Luginbühl schlug uns vor, ein Thema mit Bezug zum Gnadenthal zu wählen. Naheliegende Mottos wie Natur oder Beziehungen sagten uns aber nicht richtig zu. Es fehlte die Herausforderung.» Nach einer Weile sei man dann auf das naheliegendste aller Themen gekommen: den Namen des Ortes, in dem man ausstellt. «Teilt man das Wort Gnadenthal auf, hat man plötzlich unendliche Interpretationsmöglichkeiten», so Cattin. Man könne das Wort beispielsweise als Ganzes verstehen und das Kloster Gnadenthal künstlerisch festhalten.

Cattin hat zusammen mit Lisa Klemm einen anderen Ansatz gewählt. Die beiden Künstlerinnen arbeiteten für das Projekt zum ersten Mal zusammen. Sie haben sich mit dem Wort Gnade auseinandergesetzt. Entstanden sind daraus ein riesiges Bild und zwei kleine Skulpturen.

Gnade der zweiten Chance

«Wir haben uns überlegt, dass das Leben selber eine Gnade ist. Jedoch nur, wenn man einmal stirbt. Das haben wir versucht, in unseren Werken festzuhalten», erklärt Cattin. Klemm ergänzt: «Der Tod ist unser ewiger Begleiter, das ist nichts Negatives. Wir schätzen so das Leben mehr.»

Künstler und Pastor Gabriel Schwarzenbach hat sich ebenfalls mit dem Begriff der Gnade auseinandergesetzt, jedoch auf eine ganz andere Weise: «Für mich bedeutet Gnade eine zweite Chance. Ich habe mein Bild über eines gemalt, das mit nicht gefallen hat. Zweite Chancen findet man überall», erzählte er.

So hat jeder Künstler eine andere Sichtweise auf das Motto und seine Bestandteile. Genau diese Vielfalt macht die Ausstellung so spannend. Sie ist inhaltlich und thematisch auf die vier einzelnen Gänge des Kreuzgangs aufgeteilt: Natur, zweite Chance, Mystik und Religion sind die Oberbegriffe. Wegen bevorstehender Umbauten ist dies die vorläufig letzte Gelegenheit, Kunst im Kreuzgang zu bewundern. Bis Ende Februar herrscht aber noch eine künstlerische Gnade im Thal.