Ferrowohlen

Grösste Photovoltaikanlage der Schweiz: Sonnenstrom für 1600 Haushalte ab 2015

Es wird investiert: Nach Sanierungen und Neubauten steht nun bald ein nationales Grossprojekt an. 2015 soll für rund 1600 Haushalte mittels 15'000 Panels Strom produziert werden.

Lukas Scherrer
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Blick über das Ferroareal in Wohlen: Die Halle B mit ihrer bestehenden Solaranlage, die heute bereits 800 Haushalte mit Strom versorgen könnte. Bald sollen auch die Hallen A, C und F mit über 15000 Panels bestückt werden und insgesamt fast 4000 Kilowattstunden Strom generieren.

Blick über das Ferroareal in Wohlen: Die Halle B mit ihrer bestehenden Solaranlage, die heute bereits 800 Haushalte mit Strom versorgen könnte. Bald sollen auch die Hallen A, C und F mit über 15000 Panels bestückt werden und insgesamt fast 4000 Kilowattstunden Strom generieren.

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Klappt alles so, wie es sich die Ferrowohlen AG wünscht, ist der Industriepark Villmergen-Wohlen bis im Mai 2015 die Heimat der grössten Photovoltaikanlage der Schweiz. Momentan gebührt diese Ehre noch den Bernern mit ihrer Solaranlage auf dem Dach des Migros-Verteilzentrums in Neuendorf.

«Wir hatten Visionen und dürfen diese nun verwirklichen», bringt es Denis Kopitsis, Verwaltungsratspräsident der Ferrowohlen AG, auf den Punkt. Stolz erklärt er den Anwesenden der Medienorientierung, welche Lager- und Produktionshallen auf dem Areal in den letzten sieben Jahren saniert und welche neu gebaut wurden. Seit Beginn des Modernisierungsprojekts im Jahr 2007 hat sich das rund 200 000 Quadratmeter grosse Areal stetig weiterentwickelt.

Komplett saniert wurden die beiden Lagerhallen A und B mit einer Gesamtfläche von über 60 000 Quadratmetern. In mehreren Etappen verschwanden die alten Deckenkonstruktionen aus Stahl und wichen moderneren aus Holzbalken.

Weiter wurden die Wände von den Altlasten der ehemaligen Stahlfabrik gereinigt und der gesamte Bodenbelag ausgewechselt. Mit den neu gebauten Hallen C und F konnte die Ferrowohlen AG zusätzlich rund 15 000 Quadratmeter mehr Lager- und Produktionsfläche generieren. In den neuen Hallen ist bereits Leben eingekehrt. Damit sind mittlerweile in den Betrieben auf dem Areal der Ferrowohlen AG rund 350 Personen beschäftigt.

Und es geht weiter

Doch das Projekt Ferroareal Wohlen ist längst noch nicht beendet. Denn obwohl seit März 2011 auf dem Dach der Halle B Solarstrom für rund 800 Durchschnitts-Haushalte produziert wird, liegen die restlichen Dachflächen der drei anderen Hallen brach. Diese mehr als 50 000 Quadratmeter sollen nun ebenfalls mit Sonnenkollektoren bestückt werden. Damit kann die momentane Stromproduktion verdoppelt werden.

Mit dem Vorhaben betraut sind die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ). Diese sind stets auf der Suche nach möglichst grossen Flachdächern in der Schweiz, um ihre Photovoltaikanlagen darauf zu bauen. «Nachhaltig betrachtet ist es eine Win-win-Situation für uns», sagt Denis Kopitsis zur Zusammenarbeit mit den EKZ. «Auf dem Ferroareal haben wir ideale Dachflächen gefunden», meint auch Werner Frei, Leiter Produktion erneuerbare Energien bei den EKZ. «Es wird ein grosses Projekt für uns. Wir freuen uns, es realisieren zu dürfen», so Frei weiter.

Logistische Herausforderung

Fällt der Startschuss für den Bau der Solaranlagen, werden auf dem Dach der Halle A auf einer Fläche von über 37 500 Quadratmetern 11 700 Solarpanels aufgebaut. Auf den Hallendächern C und F kommen auf fast 14 000 Quadratmetern 3325 Panels zum Einsatz. Wegen der übrig gebliebenen Dachaufbauten der alten Stahlfabrik sei das Projekt eine logistische Herausforderung, gesteht Werner Frei ein.

Auch müsse deswegen mit teilweisem Schattenwurf gerechnet werden. Auch das Hochregallager auf dem Gebäude F sorge zeitweise dafür, dass einige Kollektoren nicht beschienen würden. Auch sei die Halle F nicht perfekt nach Süden ausgerichtet, wie es für Photovoltaikanlagen ideal wäre.

Trotzdem sind die EKZ überzeugt, dass sich die Investition in die Erweiterung der bestehenden Solaranlage lohnt. Sind die Arbeiten beendet, wird die Anlage ab Mai 2015 beinahe 4000 Kilowattstunden Sonnenstrom produzieren. Mit der kompletten Anlage können dann rund 1600 Haushalte mit Strom versorgt werden.