Muri

Grosszügiger EVZ-Fan: Freiämter Millionen für junge Eishockey-Talente

Der frühere Murianer Apotheker Hans-Peter Strebel unterstützt den Sportclub EVZ, indem er in eine Ausbildungsstätte mit drei Millionen Franken finanziert. Der EVZ ist für ihn seit Jahren eine Herzensangelegenheit.

Eddy Schambron
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Hans-Peter (HP) Strebel ist seit langer Zeit Fan des EVZ. Jetzt wird der Verwaltungsvizepräsident auch Hauptaktionär. US/Archiv

Hans-Peter (HP) Strebel ist seit langer Zeit Fan des EVZ. Jetzt wird der Verwaltungsvizepräsident auch Hauptaktionär. US/Archiv

Im Zentrum von «The Hockey Academy» in Zug soll die ganzheitliche Förderung der sportlichen, beruflichen, schulischen und sozialen Fähigkeiten von jungen Schweizer Eishockey-Toptalenten stehen, wie der EVZ festhält.

Hans-Peter Strebel ist schon lange ein Fan des EVZ und dem Verein seit vielen Jahren verbunden. «Es liegt daher im beidseitigen Interesse, sein Engagement so zu regeln, dass die Interessen der EVZ Sport AG jederzeit gewahrt werden», stellt Verwaltungsratspräsident Roland Staerkle fest.

Beteiligung «à fonds perdu»

Die Nachwuchsförderung beim EVZ gehört zu den zentralen Anliegen von Strebel, der seit 2010 dem Verwaltungsrat der EVZ Sport AG angehört und seit der Saison 2011/2012 als VR-Vizepräsident amtet: «Der EVZ ist für mich eine Herzenssache. Es ist mir ein grosses Anliegen, mit meinem finanziellen Beitrag den Grundstein für die beste und nachhaltigste Eishockey-Ausbildungsstätte in der Schweiz zu legen», stellt Strebel selber fest.

Deshalb zeichnet er im Umfang der geplanten Aktienkapitalerhöhung von zwei Millionen Franken neue Aktien und wird damit Mehrheitsaktionär der EVZ Sport AG. Zusammen mit einem weiteren Beitrag in der Höhe von einer Million an die zukünftige Stiftung ENFI kommt dieses finanzielle Engagement einer «à fonds perdu»-Leistung gleich. Denn das gesamte Aktienpaket an der EVZ Sport AG geht im Falle des Ablebens oder des jederzeit möglichen freien Entschlusses von Hans-Peter Strebel gemäss vertraglicher Bestimmung kostenlos an den EVZ zurück. Damit verpflichtet sich Hans-Peter Strebel, die Aktien nicht an eine Drittpartei zu veräussern.

MS-Medikament entdeckt

Strebel, der in Luzern lebt und mit Muri immer noch sehr verbunden ist, führte bis 2006 in Muri zwei Apotheken. Für Schlagzeilen sorgte er diesen Frühling mit einem Medikament bei Multipler Sklerose, das er entdeckt hatte und das die Marktzulassung für die USA erhalten hat.

Vor rund 30 Jahren bat ein Psoriasis-Patient den Inhaber der Murianer Klosterapotheke darum, ein weisses Pulver zu analysieren, das er von einem Heilpraktiker erhalten hatte. Dieses Pulver zeigte zwar Wirkung gegen seine Schuppenflechte, verursachte aber auch starke Nebenwirkungen. Strebel analysierte das Pulver zusammen mit Kollegen an der ETH Zürich und kam mit ihnen zum Schluss, dass Fumarsäurederivate als möglicher Wirkstoff infrage kamen.

Damit begann ein langer Forschungsweg, der schliesslich 1994 zur Zulassung des Psoriasis-Medikaments Fumaderm führte; Strebel hatte dafür mit drei Wissenschaftern die Fumapharm AG gegründet. Die Firma forschte weiter und die daraus resultierenden Daten deuteten darauf hin, dass Fumarsäurederivate auch als Therapeutika bei multipler Sklerose (MS) vielversprechend angewendet werden könnten. Die Zusammenarbeit mit der amerikanischen Biogen Idec begann, welche 2006 die Fumapharm AG übernahm.

Wunderbarer Erfolg

«Dieser Erfolg ist wunderbar», stellte Hans-Peter Strebel damals fest, «aber er macht bescheiden.» Nicht Fachwissen allein sei massgebend, «sondern so viele Zufälle und eine Portion Glück». Strebel engagiert sich heute nicht nur in der EVZ Sport AG, sondern auch im Vorstand des Technoparks D4 in Root und ist Mitglied des Advisor Boards am Institut für künstliche Intelligenz der Universität Zürich.