Hägglingen
Erste Kampfwahl: In Hägglingen buhlen zwei Kandidaten ums Ammannamt

Der Hägglinger Gemeindeammann Urs Bosisio tritt nach 24 Jahren im Gemeinderat, davon zwölf Jahre als Ammann, nicht mehr zur Wahl an. Nun wollen zwei bisherige Gemeinderäte seine Nachfolge antreten. Das ist ein Novum für das Siebenhügeldorf. Zur Kampfwahl stellen sich Vizeammann Franz Schaad (FDP) und Gemeinderat Peter Wyss (Die Mitte).

Nathalie Wolgensinger
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Franz Schaad (links) und Peter Wyss sind die beiden Kandidaten, die in Hägglingen um das Amt des Gemeindeammanns buhlen.

Das gab es in Hägglingen noch nie: Zwei Kandidaten buhlen um das Amt des Gemeindeammanns. Sie ersetzen den abtretenden Urs Bosisio, der vor 24 Jahren in den Gemeinderat gewählt wurde. Während acht Jahren war er Vizeammann und prägte zwölf Jahre lang als Amman die Gemeinde. Er tritt auf Ende der Legislatur zurück.

«Es kann sich niemand daran erinnern, dass wir in Hägglingen schon einmal Kampfwahlen hatten», erzählt Vizeammann Franz Schaad. Der 59-Jährige lebt seit 27 Jahren mit seiner Familie in Hägglingen und gehört dem Gemeinderat seit neun Jahren an, seit sechs Jahren ist er Vizeammann. Seine Kandidatur für das Amt des Gemeindeammanns ist für ihn die logische Fortsetzung seines politischen Engagements für das Dorf. Dass nun Peter Wyss ebenfalls seine Kandidatur bekanntgab, nimmt der ehemalige Schwinger sportlich. «Im Normalfall klärt man im Rat vorher ab, wie man vorgeht, aber ich kann gut damit leben», sagt er.

Peter Wyss gehört dem Gemeinderat seit 2016 an. Er erklärt, er wolle Hägglingen in die Zukunft führen, darum kandidiere er als Ammann. Als Feuerwehroffizier und Mitglied mehrerer Vereine spüre er den Puls der Gemeinde und wisse, was die Häggliger beschäftige. Der gelernte Dachdecker und Wasserschutzpolizist lebt seit 20 Jahren gemeinsam mit seiner Familie im Weiler Rüti.

Beide wollen die Kontinuität im Gemeinderat gewährleisten

Franz Schaad hat seit seinem Eintritt in den Gemeinderat die Finanzen und Liegenschaften unter sich. Der Inhaber einer Fensterbaufirma ist ausserdem Mitglied des Primarschulvorstandes. In den vergangenen vier Jahren beschäftigte er sich eingehend mit der Sanierung und dem Ausbau der Mehrzweckhalle. Die Stimmbürger hiessen den Sieben-Millionen-Kredit an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vor einer Woche gut.

Der 47-jährige Peter Wyss steht im Gemeinderat den Ressorts Soziales, Gesundheit, Verkehr und Landwirtschaft vor. Er betreute unter anderem die erste Etappe des Ausbaus der Kantonsstrasse. Solche Projekte seien sehr zeitintensiv, würden aber wenig wahrgenommen, bedauert er. Ebenfalls unter seiner Ägide sei ein Integrationsprojekt lanciert und die befristete Jugendarbeit in einen unbefristeten Betrieb überführt worden.

Beide Kandidaten möchten ihre angefangenen Projekte weiterführen und mit ihrem Engagement Kontinuität gewährleisten. Wyss ist es ein grosses Anliegen, dass die Gemeinde einen öffentlichen Spielplatz erhält. Schaad wiederum möchte die Sanierung und den Ausbau der Mehrzweckhalle weiterbegleiten.

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