Oberlunkhofen

Hauptrolle in «Flashdance»: Diese Freiämterin spielt auf der grossen Musicalbühne

Die Oberlunkhoferin Ira Theofanidis (29) steht noch diese Woche auf der Bühne in Basel. Die Muscial-Schauspielerin hatte schon an verschiedenen Bühnen in Deutschland und der Schweiz Auftritte.

Andrea Weibel
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Ira Theofanidis (links) steht als «Gloria», eine der Hauptrollen, noch bis Sonntag im Musical «Flashdance» auf der Bühne in Basel.

Ira Theofanidis (links) steht als «Gloria», eine der Hauptrollen, noch bis Sonntag im Musical «Flashdance» auf der Bühne in Basel.

Zur Verfügung gestellt

Jeder kennt die Geschichte: Schweisserin Alex hat nur einen Traum, sie will Profitänzerin werden. Dafür übt sie wie verrückt, geht zum Vortanzen und tritt nachts in einer Bar auf. Das ist die Handlung von Flashdance, dem Musical, das diese Woche in Basel aufgeführt wird.

Ganz genau vergleichen kann man den Werdegang der jungen Oberlunkhoferin Ira Theofanidis damit nicht. Und doch sind die Parallelen unübersehbar. Auch ihr Traum war es, auf der Bühne zu stehen. Auch sie gab alles dafür.

Heute hat sie es geschafft: Sie spielt «Gloria», eine der Hauptrollen in «Flashdance». Es hat sich gelohnt, ihrem Herzen zu folgen und alles auf die Karte Musical zu setzen.

Sie setzte sich gegen alle anderen Bewerber durch

«Ich freue mich sehr, dass ich in der Schweiz spielen kann. So können mich auch meine Freunde von früher auf der Bühne sehen», sagt Ira Theofanidis am Telefon. Man hört ihr die Freude an. Denn ihr Weg hierher war kein leichter. «Ich hatte damals mit der Kanti in Wohlen begonnen, aber ich war da einfach nicht glücklich», erinnert sich die heute 29-Jährige.

Getanzt und gesungen hat sie schon immer. «Ich habe scheinbar als Kind so gerne gesungen, dass meine Mutter, der meine Stimme so gefiel, mir Gesangsstunden schenkte. Mit dem Tanzen habe ich in unserer Hip-Hop-Gruppe im Dorf angefangen. Dort hatten wir verschiedene kleine Auftritte an Dorffeste», erinnert sie sich lachend.

Ich musste die Kanti abbrechen und mich da anmelden. Es musste sein, genau dann, ich konnte nicht warten.

(Quelle: Ira Theofanidis, Oberlunkhofen/Berlin )

Während der Kantizeit wurde ihr das Tanzen und Singen immer wichtiger. «Ich nahm Ballettstunden bei einer Freundin. Die sagte mir irgendwann, ich solle es doch an einer Musicalschule versuchen.» Der Gedanke war Theofanidis erst fremd, aber er begann, Wurzeln zu schlagen.

«Ich informierte mich über die Schulen und erfuhr von der Musical Factory in Luzern, die einen auf die Aufnahmeprüfungen für die staatlichen Musicalschulen in Deutschland vorbereiteten.» Dann gab es für die unglückliche Kantischülerin kein Halten mehr: «Ich musste die Kanti abbrechen und mich da anmelden. Es musste sein, genau dann, ich konnte nicht warten», erinnert sie sich gut.

«Das war sehr waghalsig, denn an den Deutschen Schulen wird natürlich nur ein Bruchteil der Bewerber genommen.» Aber Theofanidis schaffte es und wurde an der Universität der Künste in Berlin zum Studiengang Musical/Show zugelassen, bei dem pro Jahrgang lediglich acht bis zwölf Bewerber aufgenommen werden.

So begann ihre Zeit in Berlin. Und nach vier Jahren an der Uni schloss die Oberlunkhoferin 2014 mit dem Diplom Musicaldarstellerin ihr Studium ab. Seither hat sie an verschiedenen Theatern in Deutschland und auch in der Schweiz gespielt, getanzt und gesungen.

«Manchmal ist es schwer, wenn man nicht weiss, wo man als Nächstes genommen wird. Aber ich bereue überhaupt nicht, mich für diesen Weg entschieden zu haben», sagt sie glücklich.

Sie vermisst vor allem die Berge und die frische Luft

Aus der Schweiz vermisst Theofanidis neben Familie und Freunden vor allem die Berge und die frische Luft. «Ich kann mir gut vorstellen, irgendwann in die Schweiz zurückzukommen. Aber im Moment gefällt es mir in Berlin, ich mag meine Wohnung in Kreuzberg und meine Rollen.»

Ihre Traumrolle wäre die Elphaba aus dem Musical Wicked, andere Traumrollen konnte sie bereits spielen. Auch «Gloria» gefällt ihr sehr, da die Figur eine grosse Entwicklung durchmacht. Jetzt freut sie sich auf die Auftritte in Basel (www.musical.ch/de/flashdance), die noch bis am Sonntag dauern, und auf all ihre Schweizer Freunde, die sie besuchen.