Wohlen
Heimweh-Wohler erfreut Musikanten

Hans Christian Müller aus Zürich hat für den jubilierenden Wohler Musikverein einen Frühlingsmarsch komponiert. Am Muttertagskonzert wird er zum ersten Mal zu hören sein.

Jörg Baumann
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Der heute in Zürich lebende Heimweh-Wohler Christian Müller war einst auch Mitglied der Wohler Kadettenmusik.

Der heute in Zürich lebende Heimweh-Wohler Christian Müller war einst auch Mitglied der Wohler Kadettenmusik.

zvg

Der vor 150 Jahren gegründete Musikverein Wohlen steht vor einer Uraufführung: Der bald 71-jährige Heimweh-Wohler Hans Christian Müller aus Zürich-Altstetten hat dem Verein den selber komponierten Marsch «Steps in Spring» (frei übersetzt: «Gump in den Frühling») geschenkt. Im Programm des Jubiläumskonzertes er noch keinen Platz. Dafür wird er am Muttertagskonzert vom Sonntag, 10. Mai, 10 Uhr, im Park der Neuen Aargauer Bank (Schlechtwetter: im Casino) zum ersten Mal in Wohlen gespielt.

Er war in der Kadettenmusik

Hans Christian Müller, geboren 1944 und in Wohlen aufgewachsen, ist den ältesten Mitgliedern des Musikvereins Wohlen noch bekannt. Seine erste musikalische Station war in den Fünfzigerjahren die Kadettenmusik Wohlen. Das Korps leitete der begnadete Musikpädagoge Emil Gacond aus Gontenschwil, der von 1951 bis 1972 auch als Dirigent des Musikverein Wohlen wirkte. Hier begegnete Müller seinem Lehrer wieder und später auch Gaconds Nachfolger Albin Strebel, Dirigent von 1972 bis 1984. Strebel lebt seit einigen Jahren in Diessenhofen.

1965, als der Musikverein Wohlen den 100. Geburtstag feierte, konnte sich Hans Christian Müller, im Verein Posaunist, in die Jubiläumsaktivitäten einbringen. Er machte nach seinen eigenen Worten «als blutjunger Korrespondenzaktuar» mit Einsendungen in den Zeitungen für die Veranstaltungen Werbung. Müller blieb dem Musikverein bis zu seinem Wohnortswechsel nach Zürich vor 37 Jahren treu.

Aktiven Ruhestand gut genutzt

Sein Wohlen verlor er dabei nie aus den Augen. So hält er engen Kontakt mit dem Autor dieser Zeilen und seinen Schulkameradinnen- und kameraden. Im aktiven Ruhestand, den Müller nach seiner beruflichen Tätigkeit in der Versicherungsbranche antrat, wollte er es wissen. Einmal einen Marsch komponieren – das war sein Ziel, das er nach harter Arbeit schliesslich auch erreicht hat. Die jahrelangen Erfahrungen als Musikant in verschiedenen Vereinen und die Weiterbildung zum Dirigenten halfen ihm dabei. Bei der Arbeit am Marsch «Steps in Spring» unterstützte ihn der aus Norwegen stammende und als Musiklehrer an der Kantonsschule Romanshorn tätige Morten Qvenild. Qvenild arrangierte den Marsch, worüber Müller froh ist. Denn als noch immer Quasi-Laie hätte er diesen Part nicht bewältigen können, sagt er. Die Uraufführung erlebte Müllers Marsch am 1. November 2014 am Jahreskonzert des Musikverein Rorbas-Freienstein-Teufen. Das Publikum nahm ihn mit frenetischem Beifall auf. Er kann unter www.mgrft.ch mit Klick auf «Hörprobe» vernommen werden.

Am Muttertagskonzert des Musikvereins Wohlen wird der Marsch zum zweiten Mal aufgeführt. «Das Konzert ist eine Gemeinschaftsproduktion mit der Regionalen Musikschule Wohlen. Ein Ensemble der Schule tritt am Muttertagskonzert ebenfalls auf», teilt Vereinspräsident Markus Konrad mit. Die Neue Aargauer Bank spendiert nach dem Konzert den Apéro für das Publikum. Vereinsmitglieder verschenken allen anwesenden Müttern nach alter Tradition eine Rose.

Klingende Woche in Wohlen

Im Jubiläumsjahr zelebriert der Musikverein vom 29. bis 4. Oktober gemeinsam mit der Musikschule auf dem Gelände der Hagewo-Gewerbeausstellung erstmals die «Klingende Woche von Wohlen». Im Rahmen dieser Woche tritt am 3. Oktober, 19.30 Uhr, die Kapelle Lermoos aus Wohlens Partnergemeinde Lermoos im Tirol auf. Der Musikpädagoge Malte Burba, Hochschullehrer in Dresden und Mainz, führt mit den Wohler Musikanten am 29. und 30. September im Berufsbildungszentrum Freiamt einen Workshop durch. Für einen weiteren Workshop mit Musikschulen aus der Region kommt am 1. und 2. Oktober das Rekrutenspiel Aarau nach Wohlen.

Hans-Christian Müller konnte sich mehr als den einen Wunsch erfüllen, einmal einen spielbaren Marsch zu komponieren. Eine zweite Komposition ist als Auftragswerk mittlerweile ebenfalls schon fertig.