Villmergen

Im Heim soll nach Heimleiter-Freistellung wieder Ruhe einkehren

Der «Newcomer» Mike Lauper wird neuer Präsident des Altersheimvereins. Damit wird ein Schlussstrich gezogen unter die Freistellung von Heimleiter K. R.

Jörg Baumann
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Der abtretende Präsident Markus Sigrist (links) mit seinem Nachfolger Mike Lauper, dem neuen Vorstandsmitglied Bernhard Wespi und Interims-Heimleiter Manfred Breitschmid. Jörg Baumann

Der abtretende Präsident Markus Sigrist (links) mit seinem Nachfolger Mike Lauper, dem neuen Vorstandsmitglied Bernhard Wespi und Interims-Heimleiter Manfred Breitschmid. Jörg Baumann

Der Vorstand des Altersheimvereins Villmergen-Dintikon setzt unter die ausgestandene Krise im Seniorenzentrum in Villmergen einen Schlussstrich. Vereinspräsident Markus Sigrist (Dintikon) verteidigte den Entscheid, dass Heimleiter K. R. freigestellt werden musste. R.s Auffassung von der Führung des Heimes habe nicht mit der des Vorstandes übereingestimmt, sagte er an der Vereins-GV, die zugleich seine letzte war. Der freigestellte Heimleiter erhält in der ordentlichen Kündigungsfrist die ihm zustehenden drei Monatslöhne.

Bewohner immer gut betreut

«Ich habe meinen Rücktritt schon im letzten Herbst angekündigt – also, bevor die Angelegenheit im Heim eskaliert war», stellte Sigrist fest. Auch als die Wogen überzuschwappen drohten, seien die Heimbewohner stets gut betreut worden. Das Personal habe die Zusatzbelastung grossartig bewältigt und die Qualität in Pflege und Betreuung immer hochgehalten. In der Öffentlichkeit sei dieser Punkt zu kurz gekommen, meinte ein Vereinsmitglied. Im Nachhinein dürfe man nach der Absetzung des Heimleiters nichts beschönigen, räumte Sigrist ein. «Nachher sind immer alle gescheiter. Wir glaubten, dass wir mit R. den richtigen Mann gewählt hätten.»

Seit drei Wochen führt Manfred Breitschmid, bis 2014 Leiter der St. Josef-Stiftung in Bremgarten, das Heim interimistisch. Er habe in dieser kurzen Zeit ein hochmotiviertes Team kennen gelernt, sagte er. «Unser Ziel muss sein, Bewohner und Angehörige zufriedenzustellen.» Sein Posten sei mit einem «Verfallsdatum» versehen, betonte er. Sobald eine neue Heimleiterin oder ein Heimleiter bestimmt sei, könne er sich zurückziehen – im Bewusstsein, im Heim eine neue Seite des Lebens erlebt und von den betagten Bewohnern viele schöne Geschichten gehört zu haben.

Unverbrauchte Kraft

Im Vorstand setzt man nach dem Rücktritt des Präsidenten Markus Sigrist auf eine unverbrauchte Kraft: Ins Amt wurde ein «Newcomer» gewählt, nämlich der Industriemanager Mike Lauper aus Dintikon. Dieser beschwor in seiner Antrittsrede alle Mitstreiter, wieder Ruhe und Frieden ins Heim zu bringen. Der Vorstand brauche das Vertrauen der Bevölkerung, wichtig sei eine gute Kommunikation. Neben Lauper wurde der Steuerexperte Bernhard Wespi, ebenfalls aus Dintikon, in den Vorstand gewählt. Vizepräsident Wolfgang Meyer rühmte die Leistungen des scheidenden Präsidenten Sigrist. Dieser gehörte dem Vorstand 21 Jahre lang an, davon vier Jahre als Präsident. Während der Amtszeit von Sigrist habe man im Vorstand zwar oft um die richtigen Entscheide ringen müssen, den Konsens aber stets einstimmig gefunden, erklärte Meyer.

Das Heim sei vollbesetzt, und die finanzielle Lage sei stabil, betonte Sigrist in seiner Abschiedsrede. So konnte die Versammlung mit gutem Gewissen der ausgeglichenen Rechnung 2014 und dem Budget 2015 zustimmen. Nach vielen Jahren gab Josef Kuhn (JWK Treuhand AG, Wohlen) das Amt der Revisionsstelle an das Treuhandbüro Merkli & Partner AG, Baden, ab.