Villmergen

Kleintierschau: Heute noch im Stall, das nächste Jahr vielleicht auf dem Grill

Bei der Jungtierschau 2015 befanden sich nicht nur in den Käfigen Kleintiere, sondern auch auf dem Grill - Kaninchen.

Patrick Züst
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Kleintierschau
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Bei dem jüngeren Publikum sind die Zwerg-Brahma-Küken die heimlichen Stars. pz
An der Schau gab es für viele erste Kontakte mit schönen Jungtieren.
Ganz nah dran: Nur ein Gitter trennte von den schönen Tieren.

Kleintierschau

Patrick Züst

Jan Salamon klopft neugierig gegen das Gitter. Dann zuckt er zurück. Mit einer solch heftigen Reaktion hätte der zweijährige Villmerger nicht gerechnet. Die zwölf Zwerg-Brahma-Küken im Innern des Käfigs beginnen zu piepsen, zu schreien und hektisch im Kreis zu rennen, um sich schliesslich im schützenden Gefieder ihrer Mutter zu verstecken.

Genauso wie sich die jungen Küken jetzt um die grosse, braune Henne scharen, so gedrängt stehen die Besucher vor dem Küken-Käfig, um dieses Schauspiel zu beobachten. Die Zwerg-Brahma-Hüner waren eine von 26 Tierarten, welche im Villmerger Feuerwehrmagazin bei der Jungtierschau präsentiert wurden.

Kleintierliebhaber aus dem ganzen Freiamt zeigten während zwei Tagen ihre Züchtungen. Unter anderem wurden Zwerg-Plymouth-Rohs, Griechische Landschildkröten und Dreifarben-Kleinschnecken präsentiert. Diese tierische Vielfalt konnte man nicht nur sehen und hören, man konnte sie vor allem auch riechen.

Vergangenes Jahr konnte man in Villmergen mit der Freiämter Verbandsausstellung einen der grössten regionalen Kleintier-Anlässe durchführen. Verhältnismässig klein wirkte deshalb dieses Jahr die traditionelle Jungtierschau. Das sei aber durchaus so gewollt, sagt Miriam Monteleone, Aktuarin des Kleintiervereins Villmergen: «Der Kontext ist dieses Jahr halt ein ganz ein anderer. Es geht nicht um eine Bewertung der Tiere, sondern schlicht um die Präsentation von unserem Hobby.»

Ein Züchter verrät zudem, dass auch wieder Tiere dabei gewesen seien, welche bereits vor einem Jahr in der Mehrzweckhalle präsentiert wurden. Einige davon würden im Käfig hoppeln, andere auf dem Grill brutzeln. Dass neben Cervelat und Bratwurst unter anderem auch Kaninchen auf der Speisekarte steht, ist an der Jungtierschau unterdessen eine Selbstverständlichkeit.

Es seien halt keine Haustiere, sondern Zuchttiere, erklären die Aussteller. Weil man weiss, dass alle Tiere früher oder später getauscht, verkauft oder geschlachtet werden, baue man als Züchter keine persönliche Bindung auf und gäbe ihnen auch keine Namen.