Bremgarten
Markt der Vielfalt fällt Regen, Kälte und Desinteresse zum Opfer

Regen, Kälte und das zunehmende Desinteresse sind für den dürftigen Besucheraufmarsch am Markt der Vielfalt in Bremgarten schuld.

Christian Breitschmid
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Die Wikinger ziehen durch Bremgarten.
30 Bilder
Markt der Vielfalt
Bei den Wikingern wird auf offenem Feuer gekocht.
Der Nachtwaechter kommt bei der Salbenspezialistin Sibilla Kissling vorbei.
Met degustieren am Mittelaltermarkt gab gute Laune.
Leider waren Regenschirme den ganzen Tag von Nöten.
Ein kleiner Schwatz bei der Seifenkocherin.
Altes Handwerk: Urs Stucki punziert Leder.
Die Gaukler sorgten am Mittelaltermarkt fuer Staunen bei gross und klein.
Authentische Figuren am Mittelaltermarkt.
Die Hufschmiede zeigten live ihr Können.
Beim Mäuseroulette gab es viel Spannung.
Die Perlenblaeserin am Werk.
Geschichte selber erleben: So wurde früher Getreide gemahlen.
Ein Drechsler an der Arbeit. Markt der Vielfalt in Bremgarten 2018
In der Marktschenke von Sue Rey gab es allerhand Köstliches.
Auf Schritt und Tritt traf man auf Nostalgisches und Historisches in der Stadt.
Ein interessanter Schwatz mit den Kuerschnern.
Der Schirmstand erfreute sich grosser Beliebtheit.
Am Mittelaltermarkt mischten sich historische und moderne Leute.
Auf Schritt und Tritt traf man auf Nostalgisches in der Stadt.
Auf der Bruecke hab es viel Interessantes wie diese Holzschalen zu entdecken.
Auf der Bruecke hab es viel Interessantes wie diese Sennenlichter zu entdecken.
Ein Frosch entsteht.
Im Schloss des CEVI Bremgarten gab es Geheimnisvolles zu entdecken.
Die Verführung der Fläschchen und Gläschen.
Frisch geroestete Marroni aus der Pfanne.
Am Mittelaltermarkt gab es entsprechende Musik zu hoeren auf der Buehne.
Das Schloss des CEVI Bremgarten wird mit dem Rammbock geentert.
Die Kleinen liessen sich wegen des Wetters den Spass auf dem historischen Karussell nicht verderben.

Die Wikinger ziehen durch Bremgarten.

André Albrecht

Natürlich kann keiner etwas fürs Wetter. Da hat Bremgarten mit seinem Markt der Vielfalt, dem traditionellen Herbstmarkt inmitten einer malerischen Kulisse, dieses Jahr nun einfach Pech gehabt. Dieselben Kostüme, dieselben Anbieter mittelalterlicher Waren und Gerätschaften profitierten eine Woche zuvor am Wikinger und Mittelalter Spektakel in Hilfikon noch vom strahlend schönen Spätherbst.

Aber Regen und Kälte hielten viele Marktschlenderer am Samstag und Sonntag davon ab, nach Bremgarten zu fahren. «Das ist vielleicht ein Viertel von dem, was sich an einem schönen Markttag sonst durch die Bremgarter Gassen bewegt», rechnete ein nachdenklicher Marktfahrer unter dem Regenschirm hervor. Ganz generell seien die Besucherzahlen an solchen Märkten rückläufig. «Wenn du das richtige Angebot hattest, dann konntest Du vor zehn oder 20 Jahren noch an einem Wochenende soviel verdienen, wie ein gewöhnlicher Angestellter in drei Monaten», erinnert sich der Mann unter dem Schirm. «Aber das ist vorbei.»

Auch der zäheste Filz und das dickste Fell sehen durchnässt irgendwann nur noch traurig aus. Jedwelche Glaskunst macht halt vor allem dann Freude, wenn das Sonnenlicht die Farben leuchten lässt. Umso willkommener waren an diesem Wochenende die kulinarischen Freuden, die von innen her wärmten: Risotto, Würste vom Grill und jede Menge warmer Genüsse aus Glas oder Becher in Form von heissem Met oder Glühwein.

Mag sein, dass sich der Mensch von heute nach irgendetwas sehnt, was er in der Welt von damals verloren glaubt. Dazu gehörte aber auch, dass man sich mit dem Lebensnotwendigen auf dem Markt eindeckte. Auf dem Markt pflegte man nicht nur den Handel, sondern auch soziale Kontakte. Dazu musste man früher auch bei jedem Wetter raus, denn es gab ja keine Onlinebestellungen, die einem die Füsse trocken hielten. Das Rad der Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Marktfahrer wissen das. Sie können diese Binsenwahrheit nach einem erfolglosen Wochenende sehr direkt aus ihrem Kassenbuch ablesen.

Altes Handwerk ist ein Hingucker, alte Musik ist schön. Alte Berufe werden durch neue ersetzt, und irgendwann wird sich der Mensch wieder in Felle kleiden, gar keine Frage.