Merenschwand
Der «Schwanen» ist jetzt ein Gilde-Restaurant und hat grosse Pläne: «Wir wollen weiter Richtung Hotellerie gehen»

Vor zwei Jahren haben die Brüder Christoph und Martin Küng den Landgasthof Schwanen in Merenschwand von ihren Eltern übernommen. Ihr Konzept hat die Verantwortlichen der Gilde etablierter Schweizer Gastronomen überzeugt, den «Schwanen» in die Fachvereinigung aufzunehmen.

Melanie Burgener
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Christoph (links) und Martin Küng führen das Restaurant Schwanen in Merenschwand in der dritten Generation. 2020 sind sie mit drei Kronen in die Gilde etablierter Schweizer Gastronomen aufgenommen worden. Jetzt endlich können sie feiern.

Christoph (links) und Martin Küng führen das Restaurant Schwanen in Merenschwand in der dritten Generation. 2020 sind sie mit drei Kronen in die Gilde etablierter Schweizer Gastronomen aufgenommen worden. Jetzt endlich können sie feiern.

Melanie Burgener

«Um in die Gilde aufgenommen zu werden, braucht man ein gewisses Niveau, aber man muss kein Prunkschloss haben oder nach Sternen kochen. Das gefällt mir», sagt Martin Küng. Vor zwei Jahren hat er zusammen mit seinem Bruder Christoph Küng den Landgasthof Schwanen in Merenschwand von ihren Eltern übernommen. Nun tragen ihre Anstrengungen bereits erste Früchte.

Der Betrieb ist seit 1950 im Besitz ihrer Familie und nun in den Händen der dritten Generation. Doch erst Martin und Christoph Küng haben es geschafft, dass der Gastronomiebetrieb in die Gilde etablierter Schweizer Gastronomen aufgenommen wurde. Vor einem Jahr wurde der «Schwanen» mit drei von fünf möglichen Gilde-Sternen bewertet und ist nun einer von rund 300 Gastronomiebetrieben in dieser Fachvereinigung. Geschäftsführer Martin Küng sagt:

«Was das für uns bedeutet, wissen wir noch nicht so genau. Aber wir freuen uns vor allem auf das Networking und den Austausch mit anderen Gastronomen.»

Die Gilde-Tafel hängt zwar schon seit vergangenem Jahr am Eingang des Gasthofes, doch die offizielle Übergabe und auch die erste Gilde-Generalversammlung, an der die Brüder teilnehmen konnten, haben wegen Corona noch nicht stattfinden können.

Gilde etablierter Schweizer Gastronomen

Die Gilde ist eine Fachvereinigung von Gastronominnen und Gastronomen, die einen eigenen gastronomischen Betrieb besitzen und führen. Wer Mitglied in der Gilde etablierter Schweizer Gastronomen werden will, muss sich bewerben und anschliessend zur Aufnahme nominiert werden. Gilde-Restaurants zeichnen sich durch eine hohe Qualität wie marktfrische Produkte, eine kreative Küche und besonders guten Service oder Ambiente aus, wie auf der Website erklärt wird. Der Vorstand der Gilde führt regelmässig anonyme Besuche in Betrieben durch, um die Qualität zu prüfen. (mel)

Sie wollen mit dem Hotel ein zweites Standbein aufbauen

Mit dem Eintritt in die Gilde ist das Ziel der «Schwanen»-Wirte aber noch nicht erreicht. Das Restaurant sei noch nicht ganz dort, wo sie es einmal haben möchten, so die Besitzer. Ihr Konzept scheint aber bisher gut zu funktionieren. «Wir wechseln unsere Speisekarte alle sechs Wochen und haben eine innovative Küche. Bei uns gibt es Metzgete, aber auch mal eine kanadische oder eine sardische Woche. Das schätzen die Gäste», erzählt Martin Küng. Ausserdem würden sie viel Wert auf frische und regionale Lebensmittel legen. Er ergänzt:

«In Zukunft wollen wir aber noch einen weiteren Schritt in Richtung Hotellerie gehen und uns so ein zweites Standbein aufbauen.»
Christoph (links) und Martin Küng wollen in Zukunft im Landgasthof Schwanen in Merenschwand weitere Hotelzimmer anbieten.

Christoph (links) und Martin Küng wollen in Zukunft im Landgasthof Schwanen in Merenschwand weitere Hotelzimmer anbieten.

Zvg

Seit 2018 gibt es im Schwanen bereits drei Doppelzimmer – in Zukunft soll das Gebäude aus dem 17. Jahrhundert mit weiteren bestückt werden. «Das wird aber nicht ganz einfach, denn das Haus ist denkmalgeschützt. Ein Dachfenster zum Beispiel dürfte man nicht einbauen», erklärt Martin Küng.

Tafelübergabe im kleinen Rahmen, aber mit Doris Leuthard

Die offizielle Übergabe der Gilde-Tafel – weil sie so lange auf diesen Moment warten mussten, erhalten sie für diesen Anlass eine zweite – wird am 26. Oktober stattfinden. Diesen Moment feiern Christoph und Martin Küng aber nicht etwa mit einem grossen Fest. «Wir wollen im kleinen Rahmen mit den Leuten feiern, die uns in der Vergangenheit unterstützt haben. Es soll einfach ein schöner Abend werden», so Küng. Ehrengast, so viel können die Wirte verraten, sei Doris Leuthard. «Sie hat damals hier bei unseren Eltern ihre Hochzeit gefeiert und auch sonst viele Familienfeiern hier veranstaltet», sagt Küng stolz.

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