Wohlen

Mit Film, App und Software – so gewinnen Kanti-Schüler den Rotary-Preis

Der Rotary Club Freiamt hat zum 15. Mal besondere Maturaarbeiten der Kantonsschule Wohlen ausgezeichnet. Die Feier stand im Zeichen der speziellen Corona-Massnahmen.

Marc Ribolla
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Die Rotary-Preisträger Dominique Garmier (1. Platz), Pascal Bucher (2. Platz) und Daniela Wildi (1. Platz, von links) mit Rotarier-Präsident Denis Kopitsis (hinten).

Die Rotary-Preisträger Dominique Garmier (1. Platz), Pascal Bucher (2. Platz) und Daniela Wildi (1. Platz, von links) mit Rotarier-Präsident Denis Kopitsis (hinten).

Marc Ribolla

In normalen Zeiten verleiht der Rotaryclub Freiamt seine Preise für die Maturaarbeiten der Kantischülerinnen und Kantischüler vor viel Publikum in der Aula bei einer Feier inklusive Laudatio und Gratulationen. Wegen der Coronapandemie steht aber das Schulleben noch still – doch auf die Übergabe der Rotarypreise wurde dennoch nicht verzichtet.

Am Montagnachmittag prämierten Rektor Matthias Angst und Rotarier-Präsident Denis Kopitsis drei Maturaarbeiten und ihre Verfasser im kleinen Rahmen und genügend Anstand vor dem Hauptgebäude an der frischen, sonnigen Luft.

«Es ist toll, was Sie geleistet haben. Messen Sie Ihre Arbeit drum nicht an den Umständen dieser speziellen Feier. Gerne hätten wir mit Familie, Freunden und Mitschülern angestossen», sagte der Rektor zu den Gewinnern. Aus 19 im Februar nominierten Arbeiten wählte eine Jury aus drei Rotariern und drei Mitgliedern der Kanti die Gewinner aus. Zwei Werke wurden mit dem ersten Platz, der ein Preisgeld von 1000 Franken umfasst, ausgezeichnet.

Film siegte schon an den Jugendfilmtagen

Mit Mathematik und Informatik hat sich Preisträger Dominique Garmier befasst. Er versuchte mit einer Software, die auf neurolanen Netzwerken basiert, das mathematische Problem einer Differentialgleichung zu lösen. Sein Betreuer Mark Heinz lobt Garmier in der Begründung: «Der Ansatz ist neuartig und kreativ. Sein Bericht ist auf sehr hohem Niveau geschrieben und scheut den Vergleich mit Bachelorarbeiten der Uni/ETH kaum. Das Ziel ist hoch gesteckt. Die Resultate sind ermutigend, auch wenn noch ein langer Weg vor ihm steht.»

Über den ersten Rang durfte sich auch Daniela Wildi freuen. Sie produzierte den Dokumentarfilm «J’étais un enfant, qu’on ne voyait pas», der sich mit den Schicksalen der Schweizer Verdingkinder beschäftigt. Für Betreuer Martin Steiner besticht der Film durch Genauigkeit und Sorgfalt, sie habe Menschen eine Stimme gegeben, die weder gesehen noch gehört wurden. Die Qualität sei hoch. Dass Wildis filmisches Werk mehr als gelungen ist, zeigt auch der erste Platz an Schweizer Jugendfilmtagen im vergangeen März in der Kategorie bis 19 Jahre.

Arbeiten sind online abrufbar

Mit dem zweiten Preis und 800 Franken ging Pascal Bucher nach Hause. Er entwickelte «spourg», eine Android-App, mit der Aufgaben geteilt und koordiniert werden können. Damit können Benutzer kommunizieren. «Die App funktioniert technisch einwandfrei, die graphische Gestaltung ist gut gelungen», schreibt Betreuer Patric Rousselot in der Begründung.

Die Preisträger des Anerkennungspreises: Silvan Rusch, Jessica Christen und Aline Stebler (von links) mit Rotarier-Präsident Denis Kopitsis (hinten).

Die Preisträger des Anerkennungspreises: Silvan Rusch, Jessica Christen und Aline Stebler (von links) mit Rotarier-Präsident Denis Kopitsis (hinten).

Marc Ribolla

Die Jury vergab auch zwei Anerkennungspreise. Jessica Christen und Aline Stebler erhielten für ihre Arbeit «Designerbabys – Eine ethische Reflexion zur Frage: Dürfen Menschen alles tun, wozu sie fähig sind?» einen Anerkennungspreis über 300 Franken pro Person. Ebenso Silvan Rusch für seine Arbeit «Vergleich der Hochwasserereignisse der Kleine Emme 1984 und 2005».

Ein Tipp für Interessierte: Weil die drei Sieger-Werke einer breiteren Öffentlichkeit dieses Mal nicht vorgestellt werden konnten, sind sie auf der Website der Kanti Wohlen online abrufbar.