Muri
Murimoos gewinnt Biogas aus Kompost

Zwar verzögert sich die Realisierung der grossen Pläne von Murimoos werken und wohnen wegen den Sparmassnahmen beim Kanton um mindestens zwei Jahre, aber Däumchen gedreht wird bis dahin trotzdem nicht.

Eddy Schambron
Drucken
Teilen
Beim Kompostierwerk von Murimoos werken und wohnen soll in Zukunft Biogas gewonnen werden.

Beim Kompostierwerk von Murimoos werken und wohnen soll in Zukunft Biogas gewonnen werden.

Eddy Schambron

«Wir haben eine neue Prioritätenliste erstellt», sagte Direktor Hans Däpp an der Generalversammlung des Vereins. Im Vordergrund stehen jetzt der Bau einer Biogasanlage beim Kompostierwerk, die Verlegung der Folienhäuser sowie die Sanierung und der Neubau einer Stallung für Mutterkühe und damit einhergehend eine neue Zufahrtsstrasse zum Holzhandel. Die Biogasanlage ist ein «ganz wichtiges Projekt», wie Däpp ausführte: Hier gibt es nicht nur umweltfreundliche Energie zu holen, die jetzt noch beim Kompostiervorgang ungenutzt in die Luft verpufft, sondern auch den finanziellen Anreiz durch die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV), ein Instrument des Bundes, welches zur Förderung der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien eingesetzt wird.

Trotzdem Veränderungen

Wegen des Moratoriums durch den Kanton gibt es einen Stillstand bei der Umsetzung von neuen Wohnbauten und Betreuungsformen, wie Präsidentin Heidi Schmid erklärte. Die angestrebte Entflechtung zwischen Murimoos-Bewohnern mit ihrem Bedürfnis nach Ruhe und dem grossen Besucherandrang vor allem am Wochenende ist auch noch nicht im gewünschten Umfang möglich. Nichtsdestotrotz laufen gewisse bauliche Veränderungen im Bereich der bestehenden Bauten. Ziel ist es, in Zukunft auch Frauen im Murimoos aufnehmen zu können. Alles in allem konnten aber sowohl Schmid als auch Däpp von einer guten Situation berichten. «»Wir sind ein gesundes Unternehmen, wir haben eine gute Auslastung und Personal, das auch die notwendigen Veränderungen mitträgt», unterstrich Schmid. «Die Bilanz ist gesund, die Liquidität sehr gut», machte Däpp deutlich.

Im positiven Bereich

Tatsächlich konnte Marlis Bühler von einem guten Jahresabschluss berichten. Anstelle eines budgetierten Defizits schloss die Rechnung mit 2635 Franken im Plus ab, weil ein Bauprojekt nicht realisiert werden konnte. 53 Prozent der Einnahmen stammen aus Taxerträgen, 47 Prozent aus dem Verkauf der eigenen Produkte und Dienstleistungen. 56 Prozent des Gesamtaufwands sind Personalkosten, 44 Prozent Material und Werkzeuge. Gegenwärtig zählt
Murimoos werken und wohnen 90 Mitarbeitende, welche 70 Vollzeitstellen bekleiden.

Mit Live-Cam

Erfreut konnte Theres Leuenberger das neue Logo und den neuen Auftritt, gestaltet von der Agentur Laubacher und Küttel, Muri, präsentieren. Frisch ist auch die Website, die neuerdings eine Live-Cam auf ein Storchennest zeigt. Hier kann man einen Jungstorch beim Aufwachsen beobachten.

Der Vorstand mit Präsidentin Heidi Schmid, Gino Fiorentin, Claudia Hoffmann-Burkart, Magnus Hoffmann, Maria Küng und Helmut Lenzer wurde wiedergewählt; für den aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Josef Angehrn konnte bisher kein Ersatz gefunden werden. Verdankt wurden auch die Verdienste von Alois Kohler, langjähriger Abteilungsleiter Feldbau, der in Pension geht. Schliesslich konnten die Gäste ein Bild von Urs Gisler sowie einen Modell-Flugzeugträger von Bernhard Aebi bewundern, beides Murimoos-Männer, die in ihrer Freizeit ihre Kreativität ausleben.

Aktuelle Nachrichten