Nachruf
Bettina Ochsner war geradlinig und das stets mit Augenzwinkern und feinem Humor

Sie war direkt und hielt mit ihrer Meinung nie zurück: Bettina Ochsner aus Oberlunkhofen verstarb letzte Woche im Alter von 73 Jahren. Die ehemalige Gross- und Gemeinderätin setzte sich in den vergangenen Jahren als Präsidentin des Vereins Reusspark für die Geschicke der Institution ein.

Nathalie Wolgensinger
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Die ehemalige Oberlunkhofer Gemeinderätin und FDP-Grossrätin Bettina Ochsner starb am vergangenen Dienstag.

Die ehemalige Oberlunkhofer Gemeinderätin und FDP-Grossrätin Bettina Ochsner starb am vergangenen Dienstag.

zvg

«Wenn man sich mit ihr unterhielt, musste man nicht lange überlegen, wie sie das nun meint», charakterisiert FDP-Parteikollege Urs Haeny aus Oberwil-Lieli seine langjährige Grossratskollegin Bettina Ochsner. Ihre geradlinige Art wurde nicht nur von den Parteikollegen geschätzt, sondern von vielen weiteren Menschen, die im Laufe ihres vielfältigen politischen und sozialen Engagements mit ihr in Kontakt kamen.

Und das waren nicht wenige. Bettina Ochsner setzte sich zeitlebens für gesellschaftliche und soziale Anliegen ein. 1994 wurde sie in den Gemeinderat von Oberlunkhofen gewählt. Dieses Amt hatte sie bis Ende 2009 inne. 2001 wurde sie in den Grossrat gewählt, dieses Amt führte sie bis 2012 aus. Altersfragen, Bildungspolitik und generell soziale Anliegen, so erzählt ihr Parteifreund Haeny, seien ihr am Herzen gelegen. Als Mitglied der Umwelt-, Bau- und Verkehrskommission prägte sie die Entwicklung des Kantons massgeblich mit und vertrat mit Geschick die Anliegen ihrer Region in Aarau.

Keine Auseinandersetzung gescheut

In den vergangenen 18 Jahren engagierte sie sich im Verein Gnadenthal und prägte dessen Entwicklung. Nach zehn Jahren Vorstandsarbeit wurde sie 2013 zur Vizepräsidentin ernannt, 2014 übernahm sie nach dem überraschenden Tod von Präsident Ruedi Krauer sein Amt. Zugleich war sie Vorstandsmitglied des regionalen Alterszentrums Bremgarten und übernahm im Jahr 2011 die Geschäftsführung ad interim.

Bettina Ochsner habe stets die Menschen in den Fokus ihres Handelns gestellt, erzählt Alexandra Heilbronner, die Reusspark-Direktorin. «Sie legte viel Wert auf ein gutes Miteinander und schätzte die besondere Kultur im Reusspark sehr», so Heilbronner weiter. Sie streicht in diesem Zusammenhang das Pilotprojekt heraus, bei dem Asylsuchende das Pflegepersonal bei der Arbeit unterstützten. Sie halfen den Bewohnenden beim Essen und entlasteten das Pflegepersonal. Mit in Bettina Ochsners Amtszeit fiel auch die umfangreiche Restaurierung des Klosters.

Auch Heilbronner charakterisiert Ochsner als eine zielstrebige und stets motivierte Person, die ihre Ziele nie aus den Augen verlor. Sie habe sich gegen Widerstände ebenso zur Wehr gesetzt wie gegen Missstände. Dass sie dabei Auseinandersetzungen nicht aus dem Weg ging, habe sie ebenso ausgezeichnet, wie ihre Bereitschaft, nichts schönzureden.

Eine beliebte Reisegefährtin

Als Inhaberin eines Treuhandbüros stand sie noch immer mitten im Berufsleben und war oft unterwegs. In ihrer Freizeit unternahm sie Reisen und pflegte ihren grossen Freundeskreis, zu dem unter anderem der Serviceclub Soroptimist Bremgarten-Freiamt zählte. Bettina Ochsner war eine beliebte Reisegefährtin, die nicht zuletzt auch wegen ihres feinen Humors sehr geschätzt wurde.

In den vergangenen Monaten wurde das Reisen aber immer beschwerlicher und zuletzt unmöglich. Eine schwere Krankheit schränkte sie in ihrem Bewegungsradius immer mehr ein und machte Spitalaufenthalte notwendig. Am vergangenen Dienstag erlag sie ihrer heimtückischen Erkrankung.

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