öffentlicher Verkehr
Leises Surren und kein Rucken ‒ Postauto macht die Fahrt in einem Elektrobus durch Wohlen zum Erlebnis

Noch bis zum 17. Juni setzt Postauto auf zwei Wohler Ortsbuslinien einen batteriebetriebenen Bus ein. Die Passagiere und Chauffeure sollen erleben können, wie unterschiedlich das Fahrverhalten im Vergleich zu einem herkömmlichen Dieselbus ist.

Marc Ribolla
Merken
Drucken
Teilen
Adrian Geissmann (Postauto-Unternehmer aus Hägglingen) erklärt die Akkus im hinteren Teil des Busses.

Adrian Geissmann (Postauto-Unternehmer aus Hägglingen) erklärt die Akkus im hinteren Teil des Busses.

Foto: Marc Ribolla

Gekonnt manövriert Chauffeur Adrian Geissmann, Chef des gleichnamigen Hägglinger Postauto-Unternehmens, den Bus am Donnerstagnachmittag um den Wendeplatz beim Wohler Altersheim Bifang. Das Beschleunigen geht ohne das gewohnte Schaltrucken in einem Guss vonstatten. Die rund zehn Passagiere hören auch kein Aufheulen des Motors, nur ein charakteristisches Surren macht deutlich, dass es sich um einen speziellen Bus handelt.

Geissmann ist auf einer kurzen Demofahrt in einem Elektrobus mit Wohler Gemeinderatsmitgliedern und Vertretern von Postauto Schweiz. Denn ab sofort setzt Postauto noch bis zum 17. Juni auf den Ortsbuslinien 3 und 5 diesen Elektrobus ein. Patrick Zingg, Leiter Markt und Kunden von Postauto-Gebiet Nord, sagt:

«Wir wollen, dass unsere Fahrgäste und auch die Chauffeure mal mit einem Elektrobus fahren und diese Erfahrung machen können.»
Patrick Zingg (Leiter Markt und Kunden Postauto Gebiet Nord), Thomas Burkard (Gemeinderat), Arsène Perroud (Gemeindeammann) und Adrian Geissmann (Postauto-Unternehmer Hägglingen, von links) vor dem Elektro-Postauto.

Patrick Zingg (Leiter Markt und Kunden Postauto Gebiet Nord), Thomas Burkard (Gemeinderat), Arsène Perroud (Gemeindeammann) und Adrian Geissmann (Postauto-Unternehmer Hägglingen, von links) vor dem Elektro-Postauto.

Foto: Marc Ribolla

Zu diesem Zweck wird der zugemietete Bus seit März und noch bis Juli in der ganzen Schweiz in verschiedenen Gebieten eingesetzt. Beim Elektrobus handelt es sich um einen eCitaro. Wie fühlt es sich am Steuer an? Geissmann sagt: «Man spürt, dass der Bus eine spezielle Fahrzeugstabilisierung hat. Und er ist auch deutlich schwerer.»

Ausser dem Zusatzgewicht der Batterien von drei Tonnen ist der Bus zudem 40 Zentimeter höher als die herkömmlichen Dieselbusse. Vier Akkus befinden sich im Heck, weitere acht auf dem Dach. Die Reichweite beträgt rund 150 Kilometer mit einer Ladung.

Ab 2023/24 gibts erste E-Busse in Wohlen ‒ aber noch nicht bis Büttikon

Postauto hat das Ziel, schweizweit bis Ende 2024 rund 100 Busse mit alternativem Antrieb einzusetzen, bis 2040 sollen dann alle rund 2400 Dieselbusse ersetzt sein. Patrick Zingg sagt: «Der Plan ist, dass im Wohler Ortsbus-Netz ab 2023/24 die ersten E-Busse in Betrieb gehen.»

Für topografisch anspruchsvolle Routen wie hinauf nach Büttikon reiche die heutige Batterie-Power noch nicht aus. «Es ist ein Unterschied, ob es sich um einen 12-Meter-Standardbus handelt, wie in diesem Fall hier, oder einen 18-Meter-Gelenkbus mit Platz für 100 Personen», vergleicht Zingg.

Eine Herausforderung bei der Umstellung auf alternative Antriebe werden auch die Wahl des richtigen Fahrzeugs und der Aufbau einer geeigneten Ladeinfrastruktur sein. Ab kommender Woche ist im Raum Brugg-Windisch das erste batteriebetriebene Postauto im Aargau fahrplanmässig im Einsatz.

«Die Zeit ist reif für Elektrobusse»: Patrick Zingg, Leiter Markt und Kunden Postauto Nord, bei der Präsentation in Brugg am 9. Juni 2021.

Alex Spichale