Muri 

Pilotprojekt will Nachwuchsköche in Alterszentren und Spitälern fördern

Ein Pilotprojekt schafft Anreiz für das Anbieten von Ausbildungsplätzen mit Lehrstellen. So sollen auch kleinere Altersresidenzen bewegt werden, Köche auszubilden.

Walter Christen
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Kochkunst auf beachtlichem Niveau: Maya Reber (Mitte), Absolventin der Koch-Ausbildung, mit Helferinnen bei der Menü-Zubereitung in der Murianer Spitalküche. chr

Kochkunst auf beachtlichem Niveau: Maya Reber (Mitte), Absolventin der Koch-Ausbildung, mit Helferinnen bei der Menü-Zubereitung in der Murianer Spitalküche. chr

Lauwarmer Pilzsalat im Kartoffelkörbchen, gebratene Kalbsmilken und Poulet Suprême, dazu ein Salatbouquet mit Mango-Vinaigrette. Das ist nicht etwa das Entrée aus der Küche eines Fünf-Sterne-Hotels, sondern die Idee und Kreation der Drittlehrjahr-Köchin Maya Reber in der Murianer Spitalküche. Mit ihr im Einsatz standen Evelyne Koch im zweiten Lehrjahr sowie Michelle Spiess, ebenfalls im zweiten Lehrjahr, vom Alterswohnheim St. Martin in Muri. Mit diesem Gaumenschmaus verwöhnte das Küchenteam eine illustre Gästeschar.

Lehrstellensituation im Blickfeld

Markus Weishaupt, Leiter Verpflegungsbetriebe im Spital Muri, hatte zu diesem Pilotprojekt eingeladen, um auf die Lehrstellensituation in sozialen Institutionen und Spitälern aufmerksam zu machen. «Mit jedem Restaurationsbetrieb, der geschlossen wird, gehen eine bis zwei Kochlehrstellen verloren. Das heisst, es gibt nicht mehr genügend Ausbildungsplätze.» Seiner Ansicht nach kann dieser Entwicklung Gegensteuer gegeben werden, indem vermehrt auch kleinere Altersresidenzen dazu bewegt werden können, Köche auszubilden. Er hatte aus diesem Grund die Idee, in einer ersten Runde vor allem auch Leute in die Spitalküche einzuladen, die in ihren Einrichtungen für die Ausbildung von Kochpersonal zuständig sind.

«Es gibt zwar Institutionen, die seit Jahren Kochnachwuchs ausbilden. Aber das Ziel ist es, auch kleineren Häusern die Möglichkeit für das Anbieten von Lehrplätzen aufzuzeigen. Oft braucht es halt noch ein wenig Überzeugungsarbeit, damit die Hemmschwellen überwunden werden». Doch Markus Weishaupt, zugleich Präsident von Entrée, der Vereinigung der Verpflegungsmanager aargauischer Spitäler und Heime, hat erkannt: «Die Qualität der Verpflegung hat heute eine zentrale Bedeutung für das positive Ansehen eines Spitals oder Wohnzentrums für Seniorinnen und Senioren.»

«Das Image des Kochs ist gut»

«Nicht zuletzt durch die populär gewordenen Fernsehsendungen ist das Image des Kochs gut. Wichtig ist auch in diesem Beruf die Leidenschaft und das Herzblut, das hineingegeben wird», war von René Hofmann zu erfahren. Er ist an der Berufsschule in Aarau als Ausbildner tätig und konnte von Markus Weishaupt für das Pilotprojekt in der Spitalküche gewonnen werden. Er zeigte den Gästen eine Leinwandprojektion über das Berufsbild der Köche und der Küchenangestellten. Es sei erfreulich, dass mit dieser Veranstaltung ein Berührungspunkt geboten werden konnte für mögliche Anbieter von Koch-Ausbildungsplätzen. Es bleibe die Hoffnung, dass dadurch wieder einigen jungen Leuten die Chance eingeräumt werde, eine Lehrstelle zu erhalten. Der Berufsschullehrer gab den Teilnehmern mit auf den Weg, dass mitunter Lehrabsolventinnen und -absolventen gerade aus sozialen Einrichtungen zu jenen mit den besten Lehrabschlussprüfungen zählen würden.

Das stellte im Verlauf des Abends das Team mit Maya Reber weiter eindrücklich unter Beweis: Vorspeise mit Suppe, Hauptgang mit Fisch oder glasierter Kalbshaxe nach bürgerlicher Art sowie ein verführerisches Dessert waren Kreationen von erster Güte und zeugten von einer bereits beachtlichen Kochkunst.