Sarmenstorf
Pavel Karpf mit 52 Jahren verstorben: Er war nicht einfach Torhüter, sondern ein Kult-Goalie

Der Sarmenstorfer Ex-FC-Luzern-Profi und Gartenbauunternehmer Pavel Karpf ist im Alter von erst 52 Jahren verstorben. Er starb am Dienstag in Kroatien. Ein Nachruf.

Toni Widmer
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Pavel Karpf war oft auf seinem Segelboot anzutreffen.

Pavel Karpf war oft auf seinem Segelboot anzutreffen.

zvg

Pavel Karpf, 52, war in seinem Leben angekommen und hatte noch so viele Pläne. Er wollte in seinem Gartenbaugeschäft etwas kürzertreten um mit Partnerin Bianca vermehrt die schönen Seiten des Lebens geniessen zu können. «Das müssen wir jetzt tun, jetzt sind wir im richtigen Alter dazu», sagte er oft zu ihr.

Auch seine geliebte Tochter Shanaya hätte dann dank der neu gewonnenen Zeit mit ihrem Vater noch mehr schöne Momente erleben dürfen. Im nächsten Sommer war, zusammen mit guten Freunden, ein Segeltörn über die Adria geplant. Es hat nicht sollen sein.

Pavel Karpf ist am Dienstag im Heimathafen seines Segelschiffes in Kroatien zusammengebrochen und verstorben. Er wollte sein liebgewonnenes Schiff winterfest machen und auch schon ein wenig für die geplante grosse Tour vorbereiten

Der Schock sitzt tief. Nicht nur bei seiner Tochter, seiner Partnerin und seinem Vater Joseph (83). Tiefe Trauer empfinden auch all jene, die ihn näher gekannt und sein offenes und ehrliches Wesen geschätzt haben. Pavel Karpf war ein geselliger Mensch. Ein kräftiger grosser Mann mit einem ebensolchen Herzen. Seine grösste Stärke war seine pure Leidenschaft bei allem und für alles was er tat. Pavel Karpf war ein Mensch, den man einfach gernhaben musste

Pavel Karpf: Nicht einfach Torhüter, sondern Liebling der Fans

Pavel Karpf ist in Sarmenstorf aufgewachsen und hat schon früh den runden Ball zu seinem Freund gemacht. Sein grosses Talent als Goalie blieb auch in der Region nicht lange verborgen. Über den 1. Ligisten Muri, wo er bereits im Alter von 15 Jahren im Tor stand, führte ihn den Weg zum Profisport bei den Old Boys Basel.

Goalie Pavel Karpf bei einem Vorbereitungsspiel auf dem Land im FCL-Dress mit der Werbung «Siehe LNN».

Goalie Pavel Karpf bei einem Vorbereitungsspiel auf dem Land im FCL-Dress mit der Werbung «Siehe LNN».

Bild: Archiv Luzerner Zeitung

Die nächste Station war der FC Luzern. Dort war Pavel nicht einfach der Torhüter, sondern avancierte in kurzer Zeit zum Publikumsliebling, an den man sich in der Reussstadt bis heute gerne erinnert. Pavel Karpf war zeitlebens stolz darauf beim FC Luzern im Tor gestanden zu haben und erzählte stets mit grosser Freude von jenen schönen Zeiten.

1997 hatte er dann all seine Ziele erreicht, die ihm als Profi-Fussballer möglich schienen. Er war bereit und motiviert, ein neues spannendes Kapitel aufzuschlagen.

Dritte Ausbildung und Schritt in die Selbständigkeit

Pavel Karpf hatte zu jener Zeit bereits zwei Ausbildungen abgeschlossen, die erste als Zimmermann, die zweite als Sportartikelverkäufer. Jetzt lernte er noch Landschaftsgärtner und wagte – mit Unterstützung von Vater Joseph – 1999 den Schritt in die Selbständigkeit. Und dort war er genauso erfolgreich wie einst auf dem Rasen.

Pavel Karpf, Dritter von rechts in der mittleren Reihe als Torhüter-Trainer beim FC Luzern im Juli 1999. Weiter auf dem Bild sind (obere Reihe von links nach rechts): Ewald Isaak (Sporttherapeut), Daniel Joller, Remo Meyer, Marcelo Sander Lima de Souza, Christoph Spycher, Lukas Mürner (Konditionstrainer), Gianni Vialli (Betreuer); mittlere Reihe: Walter Theiler (VR), Andy Egli (Trainer), Jiri Mara (Therapeut), Raffaele Izzo, Melchior Arnold, Alex Frei, Sebastian Lipawsky, Pavel Karpf, Franz Bieri (Betreuer) und Roger Wehrli (Assistenz-Trainer). Untere Reihe: Thomas Wyss, Patrick Schnarwiler, Stephan Lehmann, Guido Schnarwiler, Patrick Foletti, Badile Lubamba und Igor Trninic.

Pavel Karpf, Dritter von rechts in der mittleren Reihe als Torhüter-Trainer beim FC Luzern im Juli 1999. Weiter auf dem Bild sind (obere Reihe von links nach rechts): Ewald Isaak (Sporttherapeut), Daniel Joller, Remo Meyer, Marcelo Sander Lima de Souza, Christoph Spycher, Lukas Mürner (Konditionstrainer), Gianni Vialli (Betreuer); mittlere Reihe: Walter Theiler (VR), Andy Egli (Trainer), Jiri Mara (Therapeut), Raffaele Izzo, Melchior Arnold, Alex Frei, Sebastian Lipawsky, Pavel Karpf, Franz Bieri (Betreuer) und Roger Wehrli (Assistenz-Trainer). Untere Reihe: Thomas Wyss, Patrick Schnarwiler, Stephan Lehmann, Guido Schnarwiler, Patrick Foletti, Badile Lubamba und Igor Trninic.

Bild: Keystone / Str

Bis zu seinem letzten Arbeitstag war er unglaublich stolz auf seine Mitarbeiter, es war ihm als Chef seines Unternehmens immer bewusst, dass der Erfolg nur durch sein starkes Team – das bis zu 15 Personen umfasste – gelingen kann. Er selbst sah seine Aufgabe darin, für jeden einzelnen Mitarbeiter seiner Gartenbau-Mannschaft die Verantwortung zu übernehmen und alle Aufträge perfekt erledigt zu haben.

Sein Engagement und sein Organisationstalent stellte Pavel Karpf auch seiner Wohngemeinde Sarmenstorf zur Verfügung. Auf ihn und seine sprichwörtliche Zuverlässigkeit konnten viele im Organisationskomitee setzen. 2016 durfte er die Heuröpfel-Zunft als Zunftmeister durch die Fasnacht führen. Ein Ehrenamt, das er mit grosser Freude ausgeführt hat und eine tolle Zeit, von der er immer wieder geschwärmt hat.

Pavel Karpf mit seinem grossen Herzen und seinem frohen Gemüt wird nicht nur in Sarmenstorf fehlen. Seinen Angehörigen gilt unser herzliches Beileid. Ein Zeitpunkt für die Trauerfeier kann noch nicht bekannt gegeben werden. Wichtig sei jetzt, Pavel möglichst rasch nach Hause holen zu können, erklärt seine Familie.

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