Fischbach-Göslikon
Sorge um beliebtes Ausflugsziel: Trocknet das Fischbacher Mösli aus?

Landwirt Hans Kneubühler aus Fischbach-Göslikon sorgt sich um den tiefen Wasserstand des beliebten Naturschutzgebietes. Seit 2013 sei dieser um rund fünf Meter gesunken.

Nathalie Wolgensinger
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Landwirt Hans Kneubühler macht sich Sorgen um den tiefen Wasserstand.

Landwirt Hans Kneubühler macht sich Sorgen um den tiefen Wasserstand.

Bilder: Nathalie Wolgensinger

Es war an seinem Geburtstag, Ende März dieses Jahres, als Hans Kneubühler die Messlatte im Mösli anbrachte. Der Landwirt wohnt in unmittelbarer Nähe zum Fischbacher Moosweiher, umgangssprachlich Mösli genannt.

Der 300 Meter lange Weiher ist ein beliebtes Ausflugsziel und eines von insgesamt zwei erhaltenen Hochmooren im Kanton Aargau. Es steht unter Naturschutz. «Ich bin praktisch jeden Tag hier», sagt Kneubühler und lässt seinen Blick über den lauschigen Weiher schweifen, über den Nebelschwaden ziehen und Enten einsam ihre Bahnen ziehen.

Der Pegel ging um 60 Zentimeter zurück

Den Rückgang des Pegelstandes beobachte er schon seit geraumer Zeit, erzählt er. Im Frühling dieses Jahres wollte er es genau wissen. Er brachte am Pfosten, der den Schutzbereich des Gewässers markiert, eine Skala an. Fortan überprüfte er wöchentlich den Wasserstand und übertrug diese Zahlen in eine Liste. Und siehe da: Der Wasserstand ging vom 30. März bis Mitte Oktober um 60 Zentimeter zurück.

Die Wasserstandsmessung liest Kneubühler jede Woche ab.

Die Wasserstandsmessung liest Kneubühler jede Woche ab.

Bilder: Nathalie Wolgensinger

Der Rückgang des Wasserspiegels ist augenscheinlich. Kneubühler zeigt auf das gegenüberliegende Ufer, wo etwas erhöht eine Sitzbank steht. «Da konnte man früher sitzen und die Füsse im Wasser baden», erzählt er. Jetzt befindet sich das Ufer des Teiches mehrere Meter von der Bank entfernt. Ebenso eindrücklich ist das Beispiel des Überlaufbeckens. Dieses steht etwas erhöht einige Meter vom Ufer entfernt. Bei Hochwasser kann das Wasser dort abfliessen. Auch dieses befindet sich nun aber in einigen Metern Entfernung zum Teich. «Ich kann mich nicht daran erinnern, dass das Wasser in der letzten Zeit einmal bis zum Becken reichte», so Kneubühler.

Trocknet das Mösli bald aus?

Der Landwirt ist nicht der Einzige, der sich Sorgen macht. Auch Fischereiaufseher Jörg Seiler ist aufgefallen, dass der Wasserpegel stetig zurückgeht. Er vermutet, dass das Wasser irgendwo ausläuft. Kneubühler hingegen hegt den Verdacht, dass der Rückgang einen direkten Zusammenhang mit dem sinkenden Grundwasserstand beim Pumpwerk Karrenwald hat.

Seit 2013 sei dieser um rund fünf Meter gesunken. «Ich befürchte, dass das Fischbacher Moos möglicherweise austrocknet, wenn die Niederschläge weiterhin zurückgehen und die Gemeinden zunehmende Mengen an Grundwasser entnehmen», sagt er. Er ist denn auch überzeugt, dass das Mösli mit Grundwasser gespeist wird.

Der Kanton wird der Sache auf den Grund gehen

Diese Sorgen kennen auch die Gemeinderäte von Niederwil und Fischbach-Göslikon. Beide Gemeinden beziehen ihr Trinkwasser vom Pumpwerk Karrenwald oberhalb Niederwils. «Wir haben an der letzten Ortsbürgergemeinde darüber informiert. Denn das Land, auf dem das Mösli liegt, gehört den Ortsbürgern», sagt Fischbach-Göslikons Gemeindeammann Hans Peter Flückiger. Man sei nun gemeinsam mit den zuständigen Stellen des Kantons daran, dem Problem auf den Grund zu gehen. Dazu brauche es aber Fachleute, beispielsweise einen Hydrologen.

Dies bestätigt auch Christian Rechsteiner, Projektleiter der Abteilung Landschaft und Gewässer: «Wir hatten erste Besprechungen und werden noch diesen Monat der Sache auf den Grund gehen.»