Villmergen
120-Millionen-Projekt: So will die Post im Freiamt ihre Logistikdrehscheibe ausbauen

In Villmergen soll das grösste Logistikzentrum der Post entstehen. Dafür nimmt der Gelbe Riese mehr als 100 Millionen Franken in die Hand und schafft rund 90 Vollzeitstellen.

Andrea Weibel und Alessandro Crippa
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Das aktuelle Gebäude der Post in der Villmerger Industrie.

Das aktuelle Gebäude der Post in der Villmerger Industrie.

Melanie Burgener

Im Baugesuch steht einfach nur: «Neubau Logistikverteilzentrum und Umbau des Gebäudes 1878.» Doch hinter diesen paar Worten versteckt sich der Bau der grössten Logistikdrehscheibe der Post in der Schweiz. Ab 2024 soll diese an der Allmendstrasse 8 in Villmergen zu stehen kommen. Das schreibt auch der «Wohler Anzeiger».

Aktuell beschäftigt das Unternehmen in der Villmerger Industrie bereits 70 Mitarbeitende, bis 2024 sollen etwa 90 zusätzliche Vollzeitstellen geschaffen werden. Auf Anfrage der AZ führt Mediensprecherin Nathalie Dérobert aus: «Neue Stellen entstehen in erster Linie für Logistikerinnen und Logistiker. Weiter schafft die Post neue Stellen im Anlageunterhalt, in der Administration und in der Leitung.»

Dafür soll das bestehende Gebäude an der Allmendstrasse ausgebaut werden. Der Neubau, der zudem geplant wird, soll 30 Meter hoch werden. Mit 55'000 Quadratmetern werde das neue Gebäude, das vor allem Lagerräume beinhalten soll, fünfmal grösser sein als das bestehende. Für beides investiert die Post rund 120 Millionen Franken.

Kompetenzzentrum für Gefahrstoffe und medizinisches Verbrauchsmaterial

Wozu braucht die Post einen derart grossen Neubau? Die Mediensprecherin hält fest: «Die Post transportiert nicht nur Pakete, sondern ist auch im Bereich der Güterlogistik tätig. Auch das ist ein Bereich, der stetig wächst. Entsprechend stösst die Infrastruktur der Post – ähnlich wie bei den Paketen – auch in der Güterlogistik an ihre Kapazitätsgrenzen.»

Dass Villmergen diesbezüglich zu einem Dreh- und Angelpunkt werden soll, hat einen Grund: An jenem Standort besteht nicht nur bereits ein Logistikzentrum, sondern es gibt auch genügend Platz, um es auszubauen. «Mit dem Neubau stärkt die Post die Dienstleistungen rund um die Lagerlogistik und setzt mit einer hochautomatisierten Anlage und modernen Prozessen neue Massstäbe», so Dérobert. Villmergen sei heute das Kompetenzzentrum für Gefahrstoffe und medizinisches Verbrauchsmaterial. «Aber auch heute werden verschiedene Produkte gelagert. Unsere Kunden sind sehr heterogen. Wir werden die Produkte laufend prüfen.»

Das neue, 30 Meter hohe Gebäude neben dem bestehenden Logistikzentrum der Post ist bereits ausgesteckt.

Das neue, 30 Meter hohe Gebäude neben dem bestehenden Logistikzentrum der Post ist bereits ausgesteckt.

Nathalie Wolgensinger

Doch nicht nur die Post selber soll vom Neubau profitieren, sondern auch lokale Bauunternehmer, betont die Mediensprecherin. Projektverfasser ist beispielsweise das Villmerger Architekturbüro Xaver Meyer AG.

«Mit dieser Millioneninvestition bekennt sich die Post zum Standort Villmergen», hält Dérobert fest. «Bereits heute ist die Post ein wichtiger Player in der Aargauer Wirtschaft. Allein im Bereich Güterlogistik beschäftigt sie im Kanton über 250 Mitarbeitende. Mit dem Neubau kommt der Post künftig eine noch wichtigere Rolle zu.»

Neubau erhält eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach

Aktuell liegt das Baugesuch für die Öffentlichkeit auf der Gemeindekanzlei Villmergen auf. Sobald die Baubewilligung erfolgt, kann mit den Bauarbeiten begonnen werden. Das dürfte – wenn alles reibungslos abläuft – im Juli der Fall sein, hofft die Post.

Auch das erhöhte Verkehrsaufkommen dürfte zu bewältigen sein. Ja, es werde mehr Lastwagenverkehr geben, hält die Mediensprecherin fest. «Weil das Logistikzentrum aber ausserhalb des Dorfzentrums von Villmergen liegt, sollten die Einwohnerinnen und Einwohner vom zusätzlichen Verkehr nicht übermässig gestört werden.» Allerdings wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden müssen.

Neben dem bestehenden Post-Gebäude sind die Bauprofile für den Neubau zu sehen.

Neben dem bestehenden Post-Gebäude sind die Bauprofile für den Neubau zu sehen.

Melanie Burgener

Zu guter Letzt betont Mediensprecherin Nathalie Dérobert: «Die Post wird zudem auf dem Dach des neuen Lagers eine Fotovoltaikanlage installieren und das Gebäude mit dem Silber-Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen auszeichnen lassen.» Die neue Fotovoltaikanlage liefere einen Energieertrag von 1500 Megawatt-Stunden pro Jahr. «Damit entspricht der Neubau auch hinsichtlich Nachhaltigkeit höchsten Standards.»

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