Hägglingen/Küttigen
Weil er nicht mehr auf der Bühne stehen kann: «Professor Bummbastic» erklärt Kindern Physik auf Youtube

Primarlehrer Raphael Oldani aus Küttigen verblüfft als «Professor Bummbastic» nun wöchentlich auf Youtube statt auf der Bühne. Immer mittwochs geht er live und erklärt Kindern mit unterhaltsamen Experimenten die physikalischen Gesetze.

Andrea Weibel
Drucken
Teilen

Normalerweise bringt er ganze Theatersäle zum Rauchen, Blitzen und Stinken und damit Kinderaugen zum Leuchten. In der Coronazeit musste sich Professor Bummbastic, den man sofort an seiner explodierten Frisur und seiner Fliegerbrille erkennt, etwas anderes einfallen lassen. Nun kann man seine spannenden Experimente für Kinder zwischen 5 und 99 Jahren wöchentlich auf Youtube verfolgen.

Dort erklärt er ganz alltägliche Phänomene auf verständliche und witzige Art. Warum wird man beispielsweise nach vorne geschleudert, wenn der Busfahrer zu schnell bremst? Wieso fallen eine Holz- und eine viel leichtere Papierkugel gleich schnell zu Boden? Und wie kann ein normaler Föhn den Auftrieb eines Flugzeugs simulieren? Einige der Experimente können sehr leicht daheim nachgebaut werden – unter Aufsicht von Erwachsenen natürlich.

Er will Forscherdrang und Faszination wecken

Nimmt er Brille und Perücke ab, verwandelt sich der verrückte Professor zurück in den Hägglinger Primarlehrer Raphael Oldani, der mit seiner Familie in Küttigen lebt. «Seit rund zwei Jahren trete ich als Bummbastic auf und war vor Corona gerade dabei, so richtig durchzustarten», erzählt er. Anfangs sei er niedergeschlagen gewesen, weil er alles habe absagen müssen. Doch lange dauerte es nicht, bis er seine Show der Situation angepasst hat.

Schon länger hatte er mit dem Gedanken gespielt, Experimente online zu zeigen. «Corona hat die Idee beschleunigt.» Viele Leute hätten ihm geraten, doch einfach die ganze Show online zu stellen.

Doch er fand, ein wöchentlich neuer Upload, auf den sich die jungen Zuschauer freuen können, wäre viel sinnvoller. «Mein Ziel ist es, bei den Kindern den Forscherdrang und die Faszination für die alltäglichen Dinge zu wecken. Sie sollen hinterfragen und wissen wollen», erklärt er.

Auch nach Corona soll’s weitergehen

Mittlerweile ist schon die dritte Folge der jeweils 12-minütigen Labor Show online. «Ich nehme sie jeweils am Montagabend auf, bearbeite und schneide sie am Dienstag und lade sie am Mittwoch hoch. Es sind schon locker zehn bis zwölf Stunden, die ich in jedes Video investiere.»

Während der Coronaisolation hatte der Vater zweier Töchter genügend Zeit dafür. «Wie ich das mache, wenn der normale Alltag wieder losgeht, weiss ich noch nicht. Auf jeden Fall möchte ich es aber nicht als Eintagsfliege abbrechen, sondern weiterziehen, sodass die Faszination nachhaltig bei den Kindern ankommen kann.»

Er möchte auch Workshops für Klassen anbieten und natürlich, sobald es geht, wieder Theatersäle füllen. «Aber im Moment möchte ich auch einfach zeigen, dass es selbst in der Isolation daheim ganz viel Spannendes zu entdecken gibt. Und dafür investiere ich meine Zeit gern.»

Labor Show, mehr Infos und Experimente auf www.bummbastic.ch/news

Aktuelle Nachrichten