Wohlen
Hitze, weil Grünzonen fehlen: Wie will der Gemeinderat dem entgegenwirken? Er gibt vier Antworten

Verdichtetes Bauen wird immer wichtiger. Doch müssen auch Faktoren wie beispielsweise Hitze und deren Bekämpfung durch grüne Inseln und hitzeangepasstes Bauen berücksichtigt werden. Der Gemeinderat Wohlen beantwortet vier Fragen der Grünen dazu.

Andrea Weibel
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Aus der Vogelperspektive sieht das Gebiet um den Wohler Bahnhof sehr grün aus. Die Grüne-Partei des Wohler Einwohnerrats stellt dem Gemeinderat vier Fragen dazu, wie er auch künftig für genügend Grünflächen im Dorf sorgen will.

Aus der Vogelperspektive sieht das Gebiet um den Wohler Bahnhof sehr grün aus. Die Grüne-Partei des Wohler Einwohnerrats stellt dem Gemeinderat vier Fragen dazu, wie er auch künftig für genügend Grünflächen im Dorf sorgen will.

Sandra Ardizzone (8.6.2021)

Fehlt der Grünraum zwischen den Bauten, dann wird es richtig heiss. Aus diesem Grund werden auch gewisse Arten von Steingärten in einzelnen Orten bereits verboten – sie helfen nicht gegen die Hitze. Zum Thema hitzeangepasste Siedlungsentwicklung haben die drei Grüne-Einwohnerratsmitglieder Anna Keller, Franziska Matter und Patrick Schmid dem Wohler Gemeinderat im März vier Fragen gestellt.

Sie wollten wissen, ob Wohlen vom Kanton ebenfalls für das Programm «hitzeangepasste Siedlungsentwicklung» angefragt worden sei. Nein, lässt der Gemeinderat verlauten.

Zur Frage, wie er die Bevölkerung über die Problematik «Hitze im Siedlungsraum» zu informieren und zu sensibilisieren gedenke, hat der Gemeinderat etwas mehr zu sagen. Bei laufenden Planungs- und Bauprojekten berücksichtige die Gemeinde die Problematik bereits.

«Indirekt wird die Bevölkerung über die entsprechenden Planungsergebnisse, zum Beispiel das behördenverbindliche Freiraumkonzept oder Arealentwicklungen inklusive Umgebungsgestaltung, informiert», schreibt er in der Antwort.

Gemeinde beteiligt sich an Naturprojekten im Dorf

Ausserdem beteilige sich die Gemeinde seit 2018 am Projekt «Natur findet Stadt», was unter anderem zum Ziel habe, einen positiven Beitrag für Lebensräume und das Klima zu leisten. Das Projekt wird durch den Bereich Umwelt und Energie der Gemeinde Wohlen begleitet. Dieser sei auch erster Ansprechpartner für die Thematik. Weiter heisst es:

«Seitens Gemeinde besteht noch Potenzial, um die Klimathematik vermehrt aufzugreifen und zu informieren.»

Weiter fragen die Grüne-Einwohnerratsmitglieder, ob das Thema in der momentan stattfindenden Überarbeitung der Bau- und Nutzungsordnung im Siedlungsraum ebenfalls Eingang finde. Der Gemeinderat hält fest, dass es sich nur um eine Teilrevision handle, eine Gesamtrevision stehe erst ab 2024 an.

Die Wohler Klimakarte in der Nacht.

Die Wohler Klimakarte in der Nacht.

BVU Kanton Aargau
Die Wohler Klimakarte am Tag.

Die Wohler Klimakarte am Tag.

BVU Kanton Aargau

Allerdings seien einzelne Paragrafen bereits im Sinne der klimatischen Aspekte und der ökologischen Vielfalt im Bereich Grün- und Freiflächen ergänzt oder neu eingeführt worden. Sie hätten «direkt oder indirekt einen Einfluss auf das Klima und die Ökologie». Beispiele seien ein Paragraf zur Dachbegrünung oder der Begrünung von Flachdächern sowie zu Aussenraum und Umgebungsgestaltung.

Bereich Planung, Bau und Umwelt begleitet die Bauprojekte

Und wie macht der Gemeinderat bei der Planung privater Bauprojekte auf die Klimaverträglichkeit und auf Einrichtung von Grünflächen zu Gunsten der Biodiversität aufmerksam? Einerseits gelten hier die Baugesetze und -reglemente von Bund, Kanton und Gemeinde, hält dieser fest.

«Mit einer frühzeitigen Begleitung durch den Bereich Planung, Bau und Umwelt werden neben gestalterisch und architektonisch guten Lösungen auch Projekte angestrebt, die zeitgemäss und in verschiedenen Belangen nachhaltig sind.»

Bei grösseren Bauprojekten und Arealüberbauungen habe sich der Einsatz einer fachübergreifenden Arbeitsgruppe bewährt. Der Gemeinderat freut sich:

«Erfolgreich konnten so bei diversen Projekten bereits frühzeitig auf Bauherrenseite Landschaftsarchitekten oder Umweltingenieure im Bereich Lärm und Ökologie die Planerteams ergänzen.»

Hinweis: Sie finden die Klimakarten, wenn Sie im Feld «Suchen nach» das Wort «Klima» eingeben. Die Darstellung ist für Desktop-Bildschirme optimiert.

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