WOHLEN
Kein Modeapéro wegen Corona – nun wollen Atelier-Lernende ihre Kunden mit einem Booklet gewinnen

Wie schon im Herbst fällt auch in diesem Frühling der Modeapéro des Ateliers für Bekleidungsgestaltung am Berufsbildungszentrum (BBZ) Freiamt in Wohlen aus. Um ihre neuste Kollektion trotzdem bekannt zu machen, haben sich die Lernenden etwas einfallen lassen.

Marc Ribolla
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Die Lernenden der Fachrichtung Bekleidungsgestalter EFZ (von links) Nicolas Seas, Estella Gurtner und Nina Keusch zeigen einen Teil der Frühlingskollektion.

Die Lernenden der Fachrichtung Bekleidungsgestalter EFZ (von links) Nicolas Seas, Estella Gurtner und Nina Keusch zeigen einen Teil der Frühlingskollektion.

Marc Ribolla

Leise surren die Nähmaschinen im Zimmer D08 am BBZ Freiamt in Wohlen. Es ist das Atelier für Bekleidungsgestaltung. An den Wänden hängen Schnittmustervorlagen aller Art und Bilder von Modeschauen, auf den Tischen liegen Massband und Stoff. Fleissig und ruhig sind hier zehn Lernende der Fachrichtung Bekleidungsgestalter EFZ (Damenbekleidung) an der Arbeit.

«Momentan steht gerade ein grösserer Auftrag einer Medizinalfirma an», verrät Atelier-Leiterin Ingrid Arnold. Sie ist froh um den Auftrag in dieser schwierigen Coronasituation. Denn das Atelier ist auf Kundenaufträge angewiesen, um die Zukunft weiterhin zu sichern. Weggefallen sind beispielsweise im Herbst Aufträge von ganzen Fasnachtsgruppen oder Guggenmusiken.

Die angehenden Bekleidungsgestalterinnen an der Arbeit im Atelier des BBZ Freiamt.

Die angehenden Bekleidungsgestalterinnen an der Arbeit im Atelier des BBZ Freiamt.

Marc Ribolla

Ein wichtiger Kundenanlass ist für das Atelier jeweils der öffentliche Modeapéro, an dem zweimal jährlich die neue Kollektion präsentiert wird. «An diesem Tag herrscht jeweils ein richtiger Run», sagt Ingrid Arnold. Nachdem die Veranstaltung bereits vergangenen Herbst wegen der Coronasituation ausfiel, kann er nun auch diesen Frühling nicht stattfinden.

Broschüre als Inspiration für die Kunden

Dies habe sich Ende Dezember abgezeichnet. «Wir mussten nach Lösungen suchen, um die Kundinnen und Kunden trotzdem erreichen zu können», sagt Arnold. Entstanden ist dabei gemeinsam mit den Lernenden die Idee, ein Booklet zu gestalten. Arnold erklärt: «Es soll quasi einen Modeapéro im Kleinen darstellen. Wir möchten den Kunden etwas in die Hand geben können, das ihnen als Inspiration dient.»

Meriem Balsano mit einem modischen Trendstück.

Meriem Balsano mit einem modischen Trendstück.

zvg

Die Broschüre bringt die modischen Trends des Frühling/Sommer 2021 näher. Hätten Sie zum Beispiel gewusst, dass die Farbe Gelb kombiniert mit einem schlichten Grau heuer in ist? Statt wie in normalen Zeiten rund 20 Modelle kreierten die Lernenden nur knapp halb so viele Modelle – mit Namen wie« California Cool», «Lila Lily» oder «Colours Detox».

Von A bis Z waren die Jungen bei der Herstellung des zwölfseitigen Booklets beteiligt. Sie entwarfen die Kleider, schrieben die informativen Erläuterungen, standen selbst Modell und fotografierten auch selbst. «Es war spannend zu sehen, mit welcher Motivation die Lernenden das Projekt realisiert haben», freut sich Arnold.

Orianne Gilliéron im Ensemble «Grande Dame».

Orianne Gilliéron im Ensemble «Grande Dame».

zvg

Mit dem Resultat sind auch sie zufrieden. Nicolas Seas war beispielsweise bei der grafischen Gestaltung involviert. Er sagt: «Es hat Spass gemacht und es sieht gut aus. Allerdings würden wir es beim nächsten Mal nicht mehr ganz gleich machen, aber wieder mit einem roten Faden.»

Auch auf Instagram nun präsent

Die Broschüre wurde kürzlich an rund 600 Kunden verschickt, frankiert mit einer ebenfalls selbst gestalteten Briefmarke. «Das Echo auf das Booklet ist bisher sehr gut. Teilweise sind jetzt auch schon Besprechungstermine vereinbart worden», erzählt Arnold. Solche sind nötig, um bei Interesse das Kleidungsstück auf Mass anfertigen zu können. Die Preise beginnen ab 90 Franken aufwärts und hängen vom gewählten Stoff und der Kleiderart ab.

Seit kurzem gibts auch einen Instagram-Account des Ateliers unter dem Namen atelier.bbzf. Er entstand auf Initiative der Lernenden hin und wird unter anderem von Estella Gurtner betreut. Knapp zwei Wochen Zeit investierte sie in den Aufbau der Seite. «Wir möchten so unsere Reichweite vergrössern und haben schon einige Abonnenten», sagt sie. Zu sehen gibts neben der aktuellen Kollektion auch Modelle, die im Ausverkauf erhältlich sind.

Alle Informationen zum Angebot des Atelier für Bekleidungsgestaltung gibts unter www.bbzf.ch/atelier

Ingrid Arnold (Leiterin des Ateliers am BBZ Freiamt) im Gespräch mit dem Lernenden Quirin Vogler.

Ingrid Arnold (Leiterin des Ateliers am BBZ Freiamt) im Gespräch mit dem Lernenden Quirin Vogler.

Marc Ribolla