Wohlen
Nächste Grossbaustelle für 1,5 Jahre: Kanton macht an Freiämterstrasse drei Bushaltestellen zu einer

Die rund einen Kilometer lange Freiämter- und Friedhofstrasse in Wohlen muss saniert werden. Jetzt stellt der Kanton sein Projekt vor. In 1,5 Jahren Bauzeit will er für total 8,9 Mio. Franken vieles an der Strasse aufwerten. Die Arbeiten sollen 2024 beginnen. Für Wohlen bedeutet das Kosten von 3,7 Mio. Franken.

Andrea Weibel
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Die Wohler Friedhofstrasse ist stark sanierungsbedürftig. Nun ist ein Projekt ausgearbeitet worden.

Die Wohler Friedhofstrasse ist stark sanierungsbedürftig. Nun ist ein Projekt ausgearbeitet worden.

Marc Ribolla

«Die Sanierung der Freiämter- und Friedhofstrasse ist wegen des schlechten Zustands der Fahrbahn mehr als notwendig», schreibt die Gemeinde Wohlen. Der Kanton teilt diese Meinung. Darum hat er nun sein Sanierungs- und Ausbauprojekt vorgelegt. Die Zahlen klingen abschreckend: 1,5 Jahre Verkehrsbehinderungen mitten in Wohlen, 3,7 Mio. Franken Kosten für die Gemeinde. Doch einerseits seien die Arbeiten nötig, andererseits plant der Kanton nicht nur eine Sanierung, sondern eine deutliche Aufwertung der Strasse.

Die Bauzone zieht sich über einen knappen Kilometer vom Kreisel Farn, unter der Eisenbahnbrücke hindurch, vorbei an drei Bushaltestellen bis zur Einmündung Waltenschwilerstrasse. Der letzte Strassenabschnitt, also Postplatz bis Bärenkreisel, gehört nicht mehr zum Projekt. Er wird zusammen mit der Zentralstrasse zu einem späteren Zeitpunkt saniert.

Vier Abschnitte: Von der Linie bis zum bepflanzten Mittelstreifen

Das Projekt wird in vier Abschnitte unterteilt. Fahrbahn- und Leitungssanierungen werden überall durchgeführt. Im Abschnitt A, der den Bereich vom Kreisel Farn bis zur Unteren Farnbühlstrasse umfasst, soll es zusätzliche Sicherheitsmassnahmen geben. Einerseits sollen auf beiden Fahrspuren gelbe Radwegmarkierungen angebracht werden. Andererseits soll es einen Mittelstreifen geben, der mit Bäumen bepflanzt wird, wie die Pläne zeigen.

Zusätzlich zu den Radwegmarkierungen soll es im Abschnitt A, zwischen Kreisel Farn und Unterer Farnbühlstrasse, einen Mittelstreifen geben, der mit Bäumen bepflanzt wird.

Zusätzlich zu den Radwegmarkierungen soll es im Abschnitt A, zwischen Kreisel Farn und Unterer Farnbühlstrasse, einen Mittelstreifen geben, der mit Bäumen bepflanzt wird.

Marc Ribolla

zvg

Abschnitt B umfasst den Bereich ab der Unteren Farnbühlstrasse, unter der SBB-Brücke hindurch, bis Aargauerstrasse. Dort soll die Fahrbahn mit Mittelleitlinie und ebenfalls beidseitigem Radstreifen ausgestattet werden. Die SBB-Brücke ist nicht Teil des Projekts. Wohl aber die Grundwasserwanne, an der sich die SBB finanziell beteiligen.

Die Rahmenkonstruktion aus Stahlbeton wurde 1981 erstellt. Sie ist 128 Meter lang und 14,6 Meter breit, liegt im Grundwasser und ist in einem schlechten Zustand, wie es im Bericht heisst. «Abdichtung und Belag weisen grössere Schäden und Mängel auf und müssen ersetzt werden.»

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Abschnitt C zieht sich von der Aargauer- bis zur Wehrlistrasse. Hier soll es zwischen den beiden Fahrbahnen einen Mehrzweckstreifen geben. Radstreifen an den Seiten seien hier nicht notwendig, denn hier sei «ein Überholen der Radfahrer aufgrund der Überbreite problemlos möglich».

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Im Abschnitt D, zwischen Wehrli- und Waltenschwilerstrasse, soll wieder eine Mittelleitlinie die Fahrbahnen trennen. Hier wird ausserdem die Bünzbrücke saniert.

Im Abschnitt D, zwischen Wehrli- und Waltenschwilerstrasse, soll wieder eine Mittelleitlinie die Fahrbahnen trennen. Hier wird ausserdem die Bünzbrücke saniert.

Marc Ribolla

Im Abschnitt D, zwischen Wehrli- und Waltenschwilerstrasse, soll wieder eine Mittelleitlinie die Fahrbahnen trennen. In diesem Bereich befindet sich auch die Bünzbrücke, die 1919 beziehungsweise 1933 gebaut und 1977 erweitert wurde. Es handelt sich um eine Betonbrücke von zehn Metern Länge und 16 Metern Gesamtbreite.

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«Das Bauwerk befindet sich in einem annehmbaren Zustand. Die Funktionstüchtigkeit der Abdichtung ist jedoch nicht mehr gewährleistet. Randsteine und Belag weisen grosse Schäden auf und müssen ersetzt werden», heisst es im Bericht und Antrag an den Einwohnerrat. Zudem sollen die Arbeiten nahe der Waltenschwilerstrasse, die ja an den Postplatz grenzt, mit dem Projekt Zentralstrasse/Postplatz koordiniert werden.

Aus drei Bushaltestellen wird eine

Ein wichtiges Thema sind zudem die Bushaltestellen. Die drei Haltestellen Freiämterstrasse/Rösslimatt, Wehrlistrasse und Friedhof werden an einer Haltestelle an zentraler Lage zusammengeführt, und zwar bei der Überbauung Steindler beziehungsweise der Einmündung Bifangstrasse.

Die beiden neuen Haltestellen werden als Fahrbahnhaltestellen mit hoher Kante behindertengerecht und mit Wartehäuschen umgesetzt. Die Bushaltebuchten, die bereits ausser Betrieb sind, werden für die Strassenraumgestaltung genutzt. Sämtliche Fussgängerstreifen sind in den Plänen zudem mit Mittelinseln vorgesehen.

Die Bushaltestelle Freiämterstrasse ist eine von drei Haltestellen, die aufgehoben und nahe der Einmündung Bifangstrasse zu einer neuen Haltestelle vereinigt werden sollen.

Die Bushaltestelle Freiämterstrasse ist eine von drei Haltestellen, die aufgehoben und nahe der Einmündung Bifangstrasse zu einer neuen Haltestelle vereinigt werden sollen.

Marc Ribolla

Die Gesamtkosten sollen rund 8,94 Mio. Franken betragen, rechnet der Kanton vor. Davon sollen die SBB einen Anteil von 237'000 Franken übernehmen. Der Anteil, den die Gemeinde Wohlen zu zahlen hat, beträgt nach neuem Kantonsstrassendekret 2,9 Mio. Franken. Der Gemeinderat hält es zudem für angebracht, wenn die Strasse sowieso gesperrt und erneuert wird, gleichzeitig die Kanalisationen sanieren zu lassen. Dies wird weitere 800'000 Franken kosten.

Diese beiden Beträge legt der Gemeinderat am 8. November dem Einwohnerrat zur Genehmigung vor. Im Sommer 2022 sollen die fertigen Projekte dann öffentlich aufliegen und anschliessend der Landerwerb vorgenommen werden können. Der Kanton rechnet mit einem Baustart im Frühling/Sommer 2024 und einer Bauzeit von den erwähnten 1,5 Jahren.

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