Wohlen
Spaziergänger haben bald keine nassen Füsse mehr: Der Weg über den Büelisacherkanal soll einen Steg erhalten

Die für Fussgänger teilweise schwierige Überquerung des Büelisacherkanals zwischen Wohlen und Waltenschwil dürfte in absehbarer Zeit einfacher werden. Der Kanton und die Gemeinde haben sich für eine Variante mit einem Betonsteg entschieden.

Marc Ribolla
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Die Querung des Büelisacherkanals in Wohlen soll als Übergang einen Betonsteg bekommen.

Die Querung des Büelisacherkanals in Wohlen soll als Übergang einen Betonsteg bekommen.

Toni Widmer (21.3.2020)

Seit der Eröffnung des Hochwasserschutzdamms der Bünz in Wohlen vor rund vier Jahren nervten sich Spaziergänger immer wieder über den kleinen Übergang über den Büelisacherkanal. Zum einen führt nur eine kleine Treppe die Böschung hinunter, andererseits ist das Überqueren des Kanals bei hohem Wasserstand unmöglich.

Was viele nicht wissen: Eigentlich waren jene Passage und der entsprechende Pfad auch nicht für übermässigen Gebrauch gedacht. Die Fussgänger sollten den ausgebauten, befestigten Weg auf dem östlich der Bünz, direkt nebenan liegenden Damm benutzen. Doch die Praxis zeigt, dass das vielen Spaziergängern nicht passt.

Viele Personen äusserten deshalb – auch via Leserbriefen in den Medien – seit eineinhalb Jahren ihr Bedürfnis nach einem Ausbau des Fusswegs über den Büelisacherkanal. Der Kanton als Besitzer des Hochwasserbeckens zeigte sich bereit, eine mögliche Anpassung mit Steg und einer Treppe mit Handlauf zu prüfen.

Arbeitsgruppe untersuchte verschiedene Varianten

Vor rund einem Jahr bildete sich eine elfköpfige Arbeitsgruppe mit Interessensvertretern aus Naturschutz und Landwirtschaft sowie der Gemeinde Wohlen unter der Leitung des Kantons. Geprüft wurden in der Folge verschiedene Varianten mit unterschiedlichen Ausbaustandards.

Als Ergebnis kristallisierte sich nun heraus, dass eine leichte Aufwertung der Wegverbindung vorgenommen werden soll. Dies bedeutet, dass der Treppenabgang mit Handläufen neu gebaut wird und ein Betonsteg den Büelisacherkanal überquert. Im nun publizierten Bericht und Antrag des Gemeinderats an den Einwohnerrat heisst es:

«Der Entscheid für einen Steg aus Beton fiel aufgrund der Anforderungen an eine stabile und dauerhafte Konstruktion, welche, ohne Schaden zu nehmen, überflutet und mit geringem Aufwand wieder gereinigt werden kann.»

Gemäss den Erläuterungen wird die Unterkante des neuen Stegs auf einer Höhe liegen, welche über dem Bünz-Wasserspiegel ist und vom Büelisacherkanal lediglich etwa zweimal jährlich kurzzeitig überflutet wird. Die seitlichen Böschungen des Kanals würden unter der Brücke hindurch verlaufen und so weiterhin den Durchgang für Kleinsäuger zur Bünz hin ermöglichen.

Leinenpflicht für Hunde beidseits der Bünz

Wie der Gemeinderat weiter erklärt, dürfte mit dem verbesserten Fussgängerübergang die Belastung auf das sensible Naturgebiet westlich der Bünz weiter ansteigen. Deshalb sollen Begleitmassnahmen dazu beitragen, diesen Druck zu mindern.

Bezüglich der Naturflächen möchte man bei den Erholungsuchenden vor allem aufklärend mit Informationstafeln arbeiten. «Um die Auswirkungen auf die Landwirtschaftsflächen und die renaturierte Bünz durch frei laufende Hunde zu verringern, wird beidseitig entlang der Bünz zwischen der Turmstrasse und der Brücke Maiäcker in Waltenschwil eine Leinenpflicht für Hunde eingeführt», schreibt der Gemeinderat weiter.

Die Kosten für den Betonsteg und die Begleitmassnahmen werden grob auf 124'000 Franken geschätzt. Weil die Gemeinde Wohlen gesetzlich verpflichtet 60 Prozent davon übernehmen muss, beantragt der Gemeinderat beim Einwohnerrat einen Verpflichtungskredit über 74'400 Franken. Die Finanzierung des Projekts soll über die «Spezialfinanzierung Abwasserbeseitigung» geschehen. Den Rest übernimmt der Kanton.

Ein Terminplan für die Umsetzung existiert noch nicht. Sollte der Einwohnerrat den Kredit bewilligen, arbeitet der Kanton das Bauprojekt aus. Der Gemeinderat erwartet dann aber, dass «aufgrund der Interessenabwägung und der Sensibilität der Thematik» gegen das Baugesuch Einsprachen eingehen werden.

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