Finanzplan

Wohlen will in den nächsten 10 Jahren 134 Millionen investieren

Laut dem neuen Wohler Finanzplan soll der höhere Steuerfuss von 115% die nächsten 10 Jahre gelten, die Schulden sollen aber dennoch auf 110 Millionen Franken steigen.

Toni Widmer
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Wohlen wird in den nächsten Jahren vor allem in den Erhalt der bestehenden Infrastruktur investieren. (Archiv)

Wohlen wird in den nächsten Jahren vor allem in den Erhalt der bestehenden Infrastruktur investieren. (Archiv)

Toni Widmer

In den nächsten 10 Jahren will Wohlen 134 Mio. Franken investieren. Die meisten der im Finanzplan aufgelisteten Projekte sind noch in Planung (111 Mio. Franken). Knapp 47% oder rund 62,5 Mio. Franken betreffen Investitionen in die Sanierung und den Ausbau der Schulanlagen. Die Erhöhung des Steuerfusses soll insbesondere dazu beitragen, dass der aktuell viel zu tiefe Selbstfinanzierungsgrad auf 4 bis 5 Mio. Franken jährlich oder knapp 56% steigt. Damit liegt er immer noch deutlich zu tief, optimal wäre ein Selbstfinanzierungsgrad von 70%. Die Schulden werden in Wohlen deshalb in den nächsten Jahren weiter steigen. Werden alle geplanten Projekte realisiert, dürfte ab 2023 bis 2025 die 100-Millionen-Grenze überschritten werden und der Schuldenberg schliesslich rund 110 Mio. Franken erreichen.

Nachholbedarf beim Werterhalt

Die Gemeinde, erklärten Gemeindeammann Arsène Perroud und Finanzministerin Ariane Gregor bei der Budget-Präsentation, stehe vor grossen finanziellen Herausforderungen. Die geplanten Investitionen würden dabei mehrheitlich den Werterhalt der vorhandenen Infrastruktur betreffen. Sie weiter hinauszuschieben, wäre nach Meinung des Gemeinderates unverantwortlich. Dass in der Vergangenheit hier «gesündigt» worden ist respektive notwendige Investitionen zu lange hinausgeschoben wurden, zeigt der langjährige Vergleich mit anderen Aargauer Gemeinden. Zwischen 1984 und 2016 wurden pro Einwohner jährlich netto 321 Franken investiert. Damit liegt sie 35% unter dem durchschnittlichen Investitionsvolumen aller aargauischen Gemeinden von 493 Franken pro Einwohner.

Der Gemeinderat geht für die nächsten 10 Jahre von einem jährlichen Bevölkerungswachstum von 1 bis 1,5% aus. 2028 würden somit rund 18'000 Menschen in Wohlen leben, aktuell (per 31. August) sind es 16'462.

Aufwand steigt weiter

Steigt die Bevölkerungszahl, steigt in der Gemeinde auch der Aufwand. Von 63,1 Mio. Franken (Budget 2018) wird sich dieser, laut Prognose, auf knapp 71 Mio. Franken im Jahr 2028 erhöhen. Im Gegenzug gibt es auch mehr Steuereinnahmen. Allerdings wird sich dieses Plus im Rahmen halten, wenn es nicht gelingt, die Wertschöpfung in der Region zu verbessern: «Das», sagt Arsène Perroud, «ist ein regionales Problem. Wir haben zwar im Bünztal ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum, aber strukturell bedingt eine vergleichsweise tiefe Wertschöpfung.»