Berikon
Zivilschutz am Mutschälle Sprint: «Unverschämte Frechheit, dass so Steuergelder verschwendet werden»

Seit Jahren wird der Mutschälle Sprint durch den Zivilschutz unterstützt. «Eine Verschwendung von Steuergeldern», meint Pascal Pfister, ein Unternehmer aus Bremgarten. Der Zivilschutz Mutschellen wehrt sich.

Dominic Kobelt
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Bereits zum 14. Mal findet am 1. Juni der Mutschälle Sprint statt. Auf der Leichtathletikanlage des Sportzentrums Burkertsmatt werden rund 400 Kinder erwartet, am 2. Juni findet der kantonale Jugitag auf demselben Terrain statt.

Zur Unterstützung wurde auch der Zivilschutz aufgeboten. Darüber ärgert sich Pascal Pfister, Unternehmer aus Bremgarten, der ebenfalls ein Aufgebot erhalten hat:

«Der Zivilschutz ist doch nicht für private Anlässe zuständig. Für mich ist das eine unverschämte Frechheit, Steuergelder so zu verprassen.» Er sei früher schon einmal für eine Gewerbeausstellung aufgeboten worden, ebenfalls ein privater Anlass.

Aufgeboten sind 12 Leute für den Aufbau am 31. Mai und den Abbau am 3. Juni.

«Ich bin Unternehmer und verliere durch solche sinnlosen Einsätze nicht nur wertvolle Arbeitszeit, sondern werde zweimal zur Kasse gebeten: als Steuerzahler, der den Zivilschutz finanziert, und als Zivilschutzleistender, der dem Staat seine Arbeitszeit zur Verfügung stellt.»

Zudem ärgert sich Pfister über die Grösse des Aufgebots: «Da stehen sich alle auf den Füssen rum.»

Anlass ohne Zivilschutz unmöglich

Diese Kritik lässt Tobias Kehrer, Kommandant der ZSO Mutschellen, nicht gelten: «Dieser Einsatz findet im Rahmen einer Vereinsunterstützung statt, der Anlass könnte ohne den
Zivilschutz gar nicht durchgeführt werden.»

Es handle sich dabei um leichte Betreuerarbeiten und keine schweren Pionierarbeiten.

«Es geht nur um einen kleinen Einsatz von sieben Stunden. Ob Unternehmer oder Angestellter, dies ist im Rahmen der Wehrdienstpflicht zu leisten.»

Schon seit Jahren wird am Mutschälle Sprint der Zivilschutz zur Unterstützung aufgeboten.

Felix Baur, im Gemeinderat Berikon für den Zivilschutz verantwortlich und Vizepräsident der Zivilschutzkommission, sagt dazu: «Es wird schon seit Jahren so gehandhabt, dass bei kulturellen Anlässen und Festivitäten der Zivilschutz eingesetzt wird.»

Er ist der Meinung, dass es dies eine sinnvolle Aufgabe für den Zivilschutz ist.

«Wenn es triftige Gründe gibt, dass jemand nicht an einen Einsatz kommen kann, so ist das in der Regel auch kein Problem», so Baur.