Fischbach-Göslikon
Zivilschützer bauen neue Brücke am Reussuferweg

Zivilschutzpioniere haben eine Woche lang in die Hände gespuckt und eine morsche Brücke durch eine neue ersetzt. Die Gemeinden Fischbach-Göslikon und Niederwil haben sich finanziell am Projekt beteiligt.

Toni Widmer
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Hau ruck: Vier solche Balken mit einem Gewicht von rund 600 Kilogramm bilden das Gerüst der neuen Brücke. Toni Widmer

Hau ruck: Vier solche Balken mit einem Gewicht von rund 600 Kilogramm bilden das Gerüst der neuen Brücke. Toni Widmer

Toni Widmer

Rund 600 Kilo wiegt einer der vier Balken, die im Laufe dieser Woche von Pionieren der Zivilschutzorganisation (ZSO) Mittleres Reusstal durch den Wald an den Reussuferweg geschleppt worden sind. Dort, im Grenzgebiet der Gemeinden Fischbach-Göslikon und Niederwil haben sie eine rund 12 Meter lange morsche Brücke abgebrochen und durch eine neue ersetzt.

Geleitet wurde der Einsatz von ZSO-Gruppenführer Marco Russenberger. Er arbeitet in seinem zivilen Leben beim Bremgarter Werkhof und weiss also, wie man zupackt. Beim Brückenbau und der allgemeinen Instandstellung des besagten Wegabschnittes haben aber auch junge Studenten und Bürolisten mitgewirkt. Ist das kein Problem für den Einsatzleiter? «Nein», sagt Russenberger, «wer im Pionierdienst eingeteilt ist, absolviert einen Grundkurs in Eiken und kann sich dort handwerkliche Grundkenntnisse und die Bedienung der wichtigsten Maschinen und Gerätschaften aneignen. Die Leute hier im Kurs sind sehr engagiert und packen durchweg wacker mit an.»

Üben für den Ernstfall

Der Brückenbau ist denn auch keineswegs ein Freundschaftsdienst für die beiden Reusstaler Gemeinden, die dank des Zivilschutzeinsatzes lediglich für die Materialkosten aufkommen müssen. «Zerstörte Wege wieder begehbar zu machen oder bei Bedarf eine Hilfsbrücke zu erstellen, das gehört zu unseren Aufgaben nach Naturereignissen wie etwa Überschwemmungen», erklärt Russenberger. Der Job an der Reuss sei deshalb sehr willkommen gewesen: «Hier können wir an einem sinnvollen Objekt unsere Fähigkeiten schulen, entsprechend motiviert gehen die Leute ans Werk», freute sich der Gruppenführer.

In Bremgarten standen derweil weitere rund 130 Zivilschützer aus dem Einzugsgebiet der ZSO Mittleres Reusstal im Einsatz. Dort wurde in den Bereichen Anlagenwartung, Transporte und Betreuung gearbeitet. Auch hier nicht nur in der Theorie, sondern ebenso in der Praxis. Unter anderem wurden von den ZSO-Angehörigen Betagte im Alterszentrum Bärenmatte betreut, zwei Schulklassen fachgerecht evakuiert, Bäume von Strassen geräumt und mit Sandsäcken und Paletten Wassersperren gebaut.