Ringen

Zu viel Krampf beim Kampf

Die Freiämter Ringer haben das erste Duell gegen Erzrivale Willisau um Bronze 17:19 verloren. Trainer Adi Bucher sprach nach diesem Kampf vom «schlimmsten Match der Saison».

Wolfgang Rytz
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Sinnbildliche Kampfszene für die Freiämter Ringer: Michael Bucher (unten) geriet in der Schlussphase des 74-kg-Freistilduelles gegen Tobias Portmann nach einem zu riskanten Angriff in eine bedrohliche Lage. WR

Sinnbildliche Kampfszene für die Freiämter Ringer: Michael Bucher (unten) geriet in der Schlussphase des 74-kg-Freistilduelles gegen Tobias Portmann nach einem zu riskanten Angriff in eine bedrohliche Lage. WR

Wolfgang Rytz

Urs Neyer, Trainer der Ringerstaffel Freiamt von 1989 bis 1995, schüttelte nach der enttäuschenden Begegnung den Kopf: «Da war bei beiden Teams der Wurm drin. Das war ein Murks-Nachmittag.» Freiamts aktueller Trainer pflichtete seinem einstigen Vorgänger bei: «Unser schlimmster Match der Saison, wir haben viel zu viele Punkte verschenkt.»

Das Unheil gegen den Meister nahm ab dem ersten Mattenduell seinen Lauf. Aufgrund eines beruflichen Termins von Pascal Gurtner begannen die 97-kg-Schwergewichtler im freien Stil. Zwar brachte Freiamts Ringerschwinger das geforderte Gewicht auf die Waage. Der Rest war zum Vergessen. Nach vier Minuten zottete er 0:16 geschlagen von dannen.

Im 130er-Greco-Kampf stand Roman Zurfluh einem knappen Punktesieg nahe, als er Samuel Scherrer in letzter Sekunde eine umstrittene Zweierwertung zugestand. Den «Totalschaden» in den oberen Gewichtsklassen vervollständigte Manuel Stierli bis 86 kg Greco. In der Schlussphase riskierte er beim Stande von 0:5 zu viel und ging auf die Schultern.

Blockade im Kopf

Trainer Bucher bemängelte bei seinen Ringern die Überzeugung: «Wir waren heute nicht bereit. Ich vermisse unser sicheres Auftreten wie in der Vorrunde.» Dazu passte die 0:1-Niederlage von Thomas Wild. Dem Weinfelder Routinier in Freiämter Diensten gelingt zum Saisonende überhaupt nichts mehr. Aber auch Junior Michael Bucher scheiterte jäh. Der talentierte Merenschwander kann für seine taktischen Fehler auf der Matte immerhin mildernde Umstände geltend machen. Infolge eines Todesfalles im Familienkreis von Manuel Jakob musste er kurzfristig einspringen.

Vier Freiämter Leuchttürme

Obwohl die Freiämter vor fast 1000 Zuschauer im Vorkampf zum Final Hergiswil – Kriessern sechs von zehn Einzelkämpfen verloren, fiel die Niederlage mit 17:19 gnädig aus. Dafür sorgten Nino Leutert, Randy Vock, Pascal Strebel und Jayan Göcmen mit einer Topleistung. Göcmens abschliessender 16:0-Sieg innert dreieinhalb Minuten war Balsam auf die Freiämter Wunden. Somit bleibt die Hoffnung intakt, mit einer Steigerung am nächsten Sonntag in Muri die Saison erfolgreich zu beenden.