Wild Flavors AG

7 Jobs gehen verloren, 30 sind in Aussicht

Sisseln Wild Flavors AG schliesst, daneben soll Wild Indag einziehen – die Ähnlichkeit der Namen ist aber zufällig

Susanne Hörth
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Bis Mitte 2017 soll auf dieser grünen Wiese in Sisseln ein viergeschossiger Bau mit angrenzenden Fertigungshallen entstehen.SH

Bis Mitte 2017 soll auf dieser grünen Wiese in Sisseln ein viergeschossiger Bau mit angrenzenden Fertigungshallen entstehen.SH

Susanne Hörth

«Unser Betrieb stellt am 31. Januar den Betrieb ein, der Standort Sisseln wird aufgehoben», so die kurze Auskunft bei der Wild Flavors AG in Sisseln. Von der Schliessung betroffen sind sieben Mitarbeiter. Die Wild Flavors AG wurde 2014 vom ehemaligen Besitzer Hans Peter Wild an die Firma ADM verkauft, ihr gehört auch die Liegenschaft. Für weitere, insbesondere die Schliessung bestätigende Auskünfte war niemand mehr erreichbar. Überrascht über die Schliessung ist auch der Gemeinderat. «Es hat sich nicht abgezeichnet, dass es sich so entwickelt», erklärt Gemeindeammann Rainer Schaub.

Der Name Wild taucht indes nicht nur bei der anstehenden Firmenschliessung von Wild Flavors auf, sondern auch im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau auf dem angrenzenden Grundstück auf. «Ein Zusammenhang mit dieser Firma besteht aber nicht», so Ann-Kathrin Teltz, zuständig für Marketing und Verkauf bei der Wild Indag. Sie erklärt, der Käufer des neuen Grundstücks sei die Sunca Immobilien GmbH. Diese Firma gehört, wie der Capri-Sonne-Hersteller – die Deutsche SiSi-Werke Betriebs GmbH – und der Maschinen- und Anlagenbauer Wild Indag zur Capri-Sun Group Holding AG mit Sitz in Zug. Und der hundertprozentige Eigentümer dieser Holding heisst Hans Peter Wild.

Das bis vor einem Jahr noch gemeindeeigene Land im Industriegebiet konnte, wie von der Gemeindeversammlung im Juni 2015 beschlossen, für 1,7 Millionen Franken an die Sunca Immobilien GmbH in Zug verkauft werden. Auf dem 6097 Quadratmeter grossen Areal sollen die zwei Geschäfts-
bereiche Deutsche SiSi-Werke (Lebensmitteltechnologie und Endprodukt)
sowie die Indag (Maschinen- und Anlagenbau) vereint werden.

«Am Donnerstag hat eine Delegation des Gemeinderates mit den Architekten die Vorabzüge des Baugesuchs besprochen», erklärt Gemeindeschreiber Heribert Meier. Bis in drei Wochen soll das Baugesuch eingereicht werden. Ziel ist es dann, mit dem Bau baldmöglichst beginnen zu können, damit im Sommer 2017 der Betrieb im Neubau aufgenommen werden kann. Geplant ist ein vierstöckiges Bürogebäude mit Fertigungshallen. Dort sollen die angelieferten Teile für keimfreie Abfüllanlagen für Standbodenbeutel zusammengebaut und getestet werden, um dann später an ihren eigentlichen Standort gebracht zu werden.

Geringes Verkehrsaufkommen

Gemeindeschreiber Heribert Meier sagt, wegen des Neubaus werde es in Sisseln nicht mehr Verkehr geben. Es würden nicht mehr als drei Anlagen pro Jahr das Werk verlassen. Bereits im Mai 2015 betonte Rainer Schaub, dass hierzu wenige Lastwagen nötig seien. Die Anlieferung der Teile würde überwiegend in Kastenwagen erfolgen.

Gemeindeammann Schaub freut sich, dass durch den geplanten Neubau mehr Arbeitsplätze in Sisseln entstehen werden. War anfänglich noch von 20 bis 25 künftigen Mitarbeitern am Standort Sisseln die Rede, so geht man zum heutigen Zeitpunkt bereits von mehr als 30 Personen aus. Platz für einen Personalausbau ist nach oben offen. Für das geplante Bauvorhaben in Sisseln wird eine eigene Unternehmung mit Sitz in der Gemeinde gegründet.

Und wie geht es mit dem Gebäude der Wild Flavors AG weiter, das nach der Schliessung bald leer stehen dürfte? «Bezüglich der weiteren Verwendung der bestehenden Liegenschaft hoffen wir auf eine gute Lösung», antwor-
tet Gemeindeschreiber Heribert Meier. Auch Gemeindeammann Rainer Schaub ist überzeugt, dass im Laufe der nächsten Wochen mit den Eigentümern eine Lösung gefunden werden kann.