Artenerhalt
Kaisten wird froschfreundlich gemacht: Pro Natura baut gleich acht Amphibientümpel auf einen Schlag

In einem Projekt setzt sich die Naturschutzorganisation für den Erhalt von Gelbbauchunke und Fadenmolch ein. Hierzu sollen brachliegende Flächen unter Hochspannungsmasten zum Anlegen von Feuchtgebieten in verschiedenen Regionen genutzt werden – unter anderem auch in Kaisten.

Dennis Kalt
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Pro Natura will mit acht Tümpeln in Kaisten den Erhalt der Gelbbauchunke fördern.

Pro Natura will mit acht Tümpeln in Kaisten den Erhalt der Gelbbauchunke fördern.

Pro Natura/zvg

Pro Natura plant in Kaisten gleich acht Amphibientümpel unter Hochspannungsmasten anzulegen. Ein entsprechendes Baugesuch liegt derzeit auf der Gemeindekanzlei auf. Gemäss Gesuch sollen die Tümpel auf sieben Parzellen angelegt werden. Deren drei befinden sich im Grundeigentum der Ortsbürgergemeinde sowie je eine im Besitz der Einwohnergemeinde, des Kantons sowie zweier Privatpersonen.

Der Wasserkanton Aargau habe im Laufe der Zeit rund 90 Prozent seiner Feuchtgebiete verloren, sagt Matthias Betsche, Geschäftsführer von pro Natura Aargau, zu den Hintergründen des Projekts. Er sagt:

«Dies hat Auswirkungen auf die Tiere, die auf Lebensräume im Wasser angewiesen sind. Der Lebensraum von Amphibien ist stark geschrumpft.»

Pro Natura sei es daher ein besonderes Anliegen, die verbliebenen Restflächen an Feuchtgebieten miteinander zu vernetzten und die Lebensräume und Wanderbewegungen der Amphibien mit zusätzlichen Feuchtbiotopen zu unterstützen, so Betsche.

Bauzeit pro Tümpel beträgt einen Tag

Hierzu sollen die Flächen unter den Strommasten von Hochspannungsleitungen – Flächen, die von den Menschen selten genutzt werden – Verwendung finden. Alle paar hundert Meter steht eine solche brachliegende Fläche, sagt Betsche, der nachschiebt:

«Wir können sie als Trittsteine nutzen, um den Lebensraum von Tieren und Pflanzen miteinander zu vernetzen.»

Das Erstellen der Tümpel sei in erster Linie Handarbeit. «Sie werden mit Folien abgedichtet und mit einem Auslauf versehen, sodass das Wasser im Winter abgelassen werden kann», erklärt Betsche. So ist wichtig, dass die Tümpel regelmässig austrocknen, damit es keinen Platz für Fressfeinde wie Fische und Libellenlarven hat.

Im Fokus des Projekts von Pro Natura stehen die seltene Gelbbauchunke und der Fadenmolch. Der Gelbbauchunke fehlen oft flache, kleine Laichgewässer, in denen sich das Wasser schnell erwärmt.

Die Bauzeit für einen Tümpel beträgt rund einen Tag. Ziel von Pro Natura ist es, die Tümpel im nächsten Winter zu bauen. «Und hoffentlich werden wir dann im Frühling 2023 schon bald die ersten Gelbbauchunken und Fadenmolche in den Tümpeln antreffen», so Betsche.