Dogern/Waldshut (D)

Babyleiche im Rhein: Polizei richtet anonymes Hinweistelefon ein

Nach dem Fund der Babyleiche bei Waldshut unweit der Schweizer Grenze ermittelt die deutsche Polizei nach wie vor auf Hochtouren. Mit Hilfe eines anonymen Hinweistelefons soll die Bevölkerung nochmals mobilisiert werden.

Stefanie Suter
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Hier beim Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern wurde die Babyleiche angetrieben.

Hier beim Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern wurde die Babyleiche angetrieben.

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Am Mittwochnachmittag haben Mitarbeiter des Rheinkraftwerkes Albbruck-Dogern die Leiche eines weiblichen Säuglings gefunden (wir berichteten). Die deutsche Polizei ermittelt auf Hochtouren – bisher aber ohne Erfolg. «Auch unter den zwei, drei eingegangene Hinweisen war keine heisse Spur», sagt Paul Wissler, Pressesprecher des Polizeireviers Waldshut Tiengen.

Mit einem erneuten Zeugenaufruf soll die Bevölkerung deshalb nochmals mobilisiert werden. «Wir sind froh um jeden Hinweis», sagt Wissler. Aus diesem Grund habe man auch ein anonymes Hinweistelefon eingerichtet. «Wir bevorzugen natürlich Hinweise, bei denen wir Kontaktdaten haben für Rückfragen.» Aber besser ein anonymer Hinweis als gar keiner.

«Unser grosses Problem ist, dass wir die Tat weder räumlich noch zeitlich genau eingrenzen können», sagt Wissler. So war das Mädchen nach Einschätzung der Rechtsmedizin vermutlich sieben bis zehn Tage zuvor gestorben. Auch wo genau das Baby ins Wasser gelangte, ist nach wie vor unklar.

«Der Rhein und die Nebenflüsse haben im fraglichen Zeitraum viel Wasser geführt», sagt Wissler. Sowohl Deutschland als auch die Schweiz kämen dafür in Frage. Es sei durchaus denkbar, dass die Babyleiche aufgrund des hohen Wasserpegels ein Stauwehr hätte überwinden können.

Beim Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern (D) wurde die Babyleiche angeschwemmt. (Archiv)

Beim Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern (D) wurde die Babyleiche angeschwemmt. (Archiv)

Keystone

Unklar ist auch die Todesursache. Noch am Fundtag hatten Rechtsmediziner die Leiche obduziert. Zu den Ergebnissen kann Wissler nichts Genaueres sagen. «Einerseits sind noch nicht alle medizinischen Untersuchungen abgeschlossen. Andererseits möchten wir den Ermittlungserfolg nicht gefährden.» Die Polizei geht davon aus, dass das Mädchen bei der Geburt lebensfähig war.

Hinweise nimmt die Kriminalpolizei in Waldshut-Tiengen (D) unter der Telefonnummer 07741 8316-0 (aus der Schweiz 0049 7741 83160) entgegen. Zusätzlich wurde unter der Telefonnummer 07741 8316-222 ein anonymes Hinweistelefon eingerichtet. Hinweise aus der Schweiz nimmt auch das Polizeikommando Aargau unter der Telefonnummer 062 8358181 entgegen.