Statistik

Der Ausländeranteil im Fricktal ist weiter gestiegen – in Stein ist er am höchsten

Stein hat mit 40,16 Prozent den höchsten Ausländeranteil in den beiden Fricktaler Bezirken, Hellikon mit 4,96 Prozent den tiefsten.

Thomas Wehrli
Drucken
Teilen
In Stein – im Bild das Gemeindehaus – ist der Ausländeranteil im letzten Jahr auf über 40 Prozent gestiegen.

In Stein – im Bild das Gemeindehaus – ist der Ausländeranteil im letzten Jahr auf über 40 Prozent gestiegen.

Archiv

Der Ausländeranteil im Fricktal ist im letzten Jahr leicht angestiegen. Dies zeigt eine Auswertung der Daten aus der Einwohnerstatistik, welche die Gemeinden im Fricktal der AZ zur Verfügung gestellt haben. Danach betrug der Ausländeranteil Ende 2019 in den Bezirken Laufenburg und Rheinfelden 23,76 Prozent. Er war damit 0,31 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Insgesamt lebten in den 32 Fricktaler Gemeinden 19'215 Ausländer.

Zählt man die drei Gemeinden Bözen, Effingen und Elfingen hinzu, die zwar im Bezirk Brugg liegen, aber geografisch zum Fricktal gehören, wohnten Ende letzten Jahres 19486 Ausländer in der Region, was einem Ausländeranteil von 23,59 Prozent entspricht.

Vergleicht man die beiden Bezirke, so ist der Ausländeranteil im unteren Fricktal klar höher als im oberen. Er lag im Bezirk Rheinfelden Ende 2019 bei 25,95 Prozent, was einem Plus von 0,11 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach. Effektiv lebten 12'450 Ausländer im unteren Fricktal. Im Bezirk Laufenburg lag der Ausländeranteil bei 20,56 Prozent; mit 0,63 Prozent fiel das Plus hier allerdings deutlich stärker aus als im unteren Fricktal. Von den 32'477 Einwohnern waren damit 6765 Ausländer.

Dass der Bezirk Rheinfelden einen vergleichsweisen hohen Ausländeranteil hat, liegt zum einen an der urbaneren Struktur und der Nähe zu Basel. Zum anderen treibt insbesondere Stein den Ausländeranteil nach oben. Die Gemeinde weist seit Jahren den mit Abstand höchsten Ausländeranteil im Fricktal auf. 2019 überschritt er die 40-Prozent-Marke und lag Ende Jahr bei 40,16 Prozent. Das entspricht einem Plus von 0,66 Prozent. Damit lebten zu Jahresbeginn 1270 Ausländer in Stein.

Dass so viele Ausländer die Gemeinde Stein als Wohnort wählen, liegt am reichlich vorhandenen Angebot an günstigem Wohnraum. Zudem liegt die Gemeinde verkehrstechnisch gut. Einen Einfluss dürfte aber auch die Grenzlage haben.

Gemeinden in Seitentälern haben einen tiefen Wert

Hinter Stein klafft eine Sechs-Prozent-Lücke zu Mumpf, das mit 34 Prozent den zweithöchsten Ausländeranteil im Fricktal aufweist. Unter den Top 5 finden sich zudem die drei Zentrumsgemeinden Laufenburg, Rheinfelden und Kaiseraugst. Die beiden weiteren bevölkerungsreichen Kommunen, Frick und Möhlin, folgen auf den Rängen 9 und 10.

Traditionell einen tiefen Ausländeranteil haben die Gemeinden in den Seitentälern. Das liegt zum einen an der peripheren Lage, zum anderen am eher kleinen Mietwohnungsangebot. Daran hat sich auch 2019 nichts geändert. Mit 4,96 Prozent weist Hellikon wie schon in den Vorjahren den tiefsten Wert aus. Der Ausländeranteil ging hier sogar nochmals zurück – um 0,92 Prozent. Ebenfalls unter zehn Prozent liegt der Wert in Wölflinswil (8,15), Gansingen (9,41) und Wittnau (9,78).

Den stärksten Anstieg verzeichnete Schwaderloch

In 10 Gemeinden in den Bezirken Laufenburg und Rheinfelden ist der Ausländeranteil 2019 gesunken, in 22 ist er dagegen gestiegen. Das grösste Minus hat Schupfart mit 1,27 Prozent. Hier lebten Ende 2019 insgesamt 107 Ausländer. Der Ausländeranteil lag damit bei 13,43 Prozent.

Ebenfalls gesunken ist der Ausländeranteil in Hellikon, Wittnau, Oberhof, Wegenstetten, Möhlin, Magden, Ueken Rheinfelden und Olsberg. In letzteren beiden Gemeinden allerdings marginal, um 0,05 respektive 0,04 Prozent.

Am stärksten gestiegen ist der Ausländeranteil in den beiden Fricktaler Bezirken innert Jahresfrist in Schwaderloch, und zwar um 2,54 Prozent. Hier lebten Ende Jahr 185 Ausländer. Um mehr als zwei Prozent erhöht hat sich der Ausländeranteil auch in Mettauertal und Mumpf.

Rheinfelden hat die meisten Ausländer

Ein ganz anderes Bild zeigt sich, wenn man die effektiven Zahlen in den Blick nimmt. Die meisten Ausländer lebten, wenig verwunderlich, in den grössten Fricktaler Gemeinden. In Rheinfelden wohnten Ende Jahr 4375 Ausländer, in Möhlin waren es 2777, in Kaiseraugst 1610, in Frick 1449 und in Stein 1270.

Auf der anderen Seite der Skala stehen Hellikon mit 39, Olsberg mit 48 und Oberhof mit 67 Ausländern. Blickt man über die Grenzen des politischen Fricktals hinaus und nimmt die drei Fricktaler Gemeinden im Bezirk Brugg hinzu, weist Elfingen mit 31 Ausländern die kleinste Ausländergemeinde auf – die Gemeinde ist mit 300 Einwohnern aber auch die kleinste im Fricktal.

Die grösste Zunahme an Ausländern in absoluten Zahlen hatte im letzten Jahr Mumpf mit einem Plus von 63 Personen. Ein Plus von mehr als 30 Ausländern hatten zudem Mettauertal, Frick, Zeiningen, Gipf-Oberfrick, Kaiseraugst und Eiken. Auf der anderen Seite der Skala liegen Möhlin (-38), Rheinfelden (-20), Magden (-17) und Schupfart (-11).

Leicht unter dem kantonalen Schnitt

Insgesamt dürfte das Fricktal mit seinem Ausländeranteil von 23,76 leicht unter dem kantonalen Mittel liegen. Der Kanton publiziert seine Zahlen erst Anfang April. Ende 2018 lag der kantonale Ausländeranteil bei 25,04 Prozent; auch er dürfte im letzten Jahr leicht zugenommen haben. Je nach Abgrenzung bei der Auswertung der Daten können sich die offiziellen Angaben des Kantons noch leicht von jenen unterscheiden, welche die AZ bei den Gemeinden erhoben hat.

Lesen Sie morgen: So hat
sich der Frauenanteil 2019 im Fricktal entwickelt.