Rheinfelden

Der Strasser gehörte zum Stadtbild

Die Monografie wurde gestern im Kurbrunnensaal der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Maler Jakob Strasser (1896-1978) arbeitete und wirkte in der Zähringerstadt und hinterliess gegen 10 000 Kunstwerke.

Peter Rombach
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Aargauer Zeitung

Der Maler Jakob Strasser (1896-1978) arbeitete und wirkte in der Zähringerstadt und hinterliess gegen 10 000 Kunstwerke. Dieses enorme Schaffen zu analysieren, bewerten und für die Nachwelt aufzubereiten, setzte sich vor drei Jahren ein eigens gegründeter Verein zum Ziel. Den ersten Höhepunkt nach unermüdlichen Recherchen und detaillierten Planungen gab es gestern Mittag, als im restaurierten Kurbrunnensaal das Buch «Monografie Jakob Strasser» der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Vereinspräsident Albi Wuhrmann sprach voller Stolz von einem «sehr gelungenen Werk» und dankte bei dieser Gelegenheit auch den «sehr grosszügigen Sponsoren», ohne die solch ein kultureller Werterhalt kaum möglich geworden wäre.

Von Strasser-Werken «umzingelt» zu sein, bekannte Stadtammann Franco Mazzi und attestierte dem Verein «Methodik», um das Werk eines Rheinfelder Künstlers einordnen zu können. Die Bilder aus verschiedenen Epochen ermöglichten «vertiefende Betrachtungen». Dass viele Werke in privaten Besitz übergegangen seien, dokumentiere die Volkstümlichkeit und damit Bürgernähe des Künstlers, der seinerzeit zum Stadtbild gehört habe. Sein Bezug zu den Menschen der Region wirke nach, sei einmalig.Stadtammann Mazzi: «Jedes Strasser-Bild ist doch ein wertvoller Zeitspiegel.»

Stilleben und Landschaften

Chris Leemann, Mitautor der Strasser-Monografie, erzählte von «heller Freude», im Zuge der Recherchen immer wieder neue Bilder entdeckt zu haben. «Der hatte riesige Freude an seiner Arbeit», deutete Leemann auf von Strasser dargestellte Kinder, auf Stillleben in häuslicher Umgebung oder Landschaften am Rhein oder im Jura.

Andrea Strasser, die Tochter des Künstlers, bestätigte, dass der Maler «sein Rheinfelden» geliebt habe. Obwohl oft zurückgezogen schaffend, seien ihm Ausstellungen wie einst im Kurbrunnen wichtig gewesen. «Das Werk braucht den Dialog, die Öffentlichkeit», erinnerte sich Andrea Strasser an ihren Vater. Die Gründung des Vereins und die daraus jetzt entstandene Monografie beeindruckte sie stark: «Das ist ein glücklicher Zufall, dass es Menschen gibt, die mit Kunst umgehen können.»

Es sei nicht selbstverständlich, Verantwortung für solch eine Monografie zu übernehmen. Präsident Albi Wuhrmann kündigte bereits an, 2012 eine Strasser-Ausstellung zu organisieren. Im nächsten Jahr brauche man allerdings noch die Zeit, um eine Werkdokumentation zu vollenden.