Stein

Die Arbeitsgruppe Zollhaus präsentiert abgespeckte Ideen zur Sanierung

Die Einwohnergemeindeversammlung entscheidet am 29. November erneut über die Sanierung des alten Zollhauses.

Charlotte Fröse
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Das alte Zollhaus ist seit 2009 in Gemeinde-Besitz und seit Jahren ungenutzt.

Das alte Zollhaus ist seit 2009 in Gemeinde-Besitz und seit Jahren ungenutzt.

Das neue Projekt für die Sanierung des alten Zollhauses in Stein sieht von aussen kaum Veränderungen vor. Der vormals geplante 64 Quadratmeter grosse Anbau fällt allerdings unter den Tisch, damit sollen die Kosten um rund 216'000 Franken gesenkt werden. Der neue Kostensatz liegt bei rund 987'000 Franken. Am 29. November entscheidet der Souverän erneut über die Sanierung des alten Zollhauses.

«Es wird günstiger, aber es gibt halt auch keinen Anbau», erklärte Architekt Hanspeter Kämpf von der Arbeitsgruppe altes Zollhaus und zuständig für die Finanzen an der Infoveranstaltung am Dienstagabend zum neuen Konzept der Sanierung des Zollhauses. Durch Vermietungen der Räume sollen laufend Einnahmen generiert werden.

Mieteinnahmen sollen laufende Kosten decken

«Die Sanierung ist sehr aufwendig», erklärte Kämpf. Neben den Räumen müssen das Treppenhaus, die gesamte Haustechnik, das Dach und die Fenster neu gemacht werden. Allerdings sei es nicht möglich, das Haus energetisch zu dämmen. Das historische Gebäude unterliegt zudem den Auflagen des Heimatschutzes.

Als Kosten für die Sanierung und den Ausbau nannte er rund 987'000 Franken. An laufenden Kosten rechnet der Architekt mit jährlichen Ausgaben von etwa 650 Franken für Strom, 2000 Franken für Heizung, 150 Franken für Wasser und Abwasser, 5000 Franken für den Unterhalt und mit etwa 15'000 Franken Kapitalkosten. Durch Mieteinnahmen sollen diese Kosten generiert werden.

Die Infoveranstaltung im alten Zollhaus war gut besucht.

Die Infoveranstaltung im alten Zollhaus war gut besucht.

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Iris Tripet, Architektin und Mitglied in der Arbeitsgruppe, erläuterte anhand von Plänen und Visualisierungen das neue Sanierungskonzept. Im Erdgeschoss ist demnach vorgesehen, einen flexibel nutzbaren Raum für Kultur, Ausstellungen, kleinere Konzert, Lesungen oder private Veranstaltungen zu schaffen. Ein Luftraum im ersten Stock soll mehr «Luftigkeit» bringen. Vorgesehen ist auch, dass eine kleine Küche eingebaut wird. Eine Terrasse kann mit einbezogen werden. Veränderungen an der Fassade wird es in Form eines grossen Fensters mit Blick nach Bad Säckingen geben, erläuterte Iris Tripet.

Es soll aber auch den Blick in das Haus eröffnen und zeigen: «Da ist was», erklärte die Architektin. Das Gebäude soll jedoch den jetzigen Charakter weitgehend behalten. Saniert und umgestaltet werden auch die Räume im ersten Obergeschoss und der Speicher. Auch der Keller soll eine Sanierung bekommen.

Dem Aufruf der Gemeinde an die Bevölkerung und die Vereine, Ideen für die Nutzung des Gebäudes einzubringen, folgten allerdings nur wenige, wie an der Infoveranstaltung berichtet wurde. Der TV Stein brachte die Idee ein, im Obergeschoss einen Raum für Abenteuerspiele, einen sogenannten Escape-Room einzurichten, und dafür Räume anzumieten. Ob und wem schlussendlich aber Räume vermietet werden, darüber wird der Gemeinderat zu entscheiden haben, betonte Gemeinderat Hansruedi Schlatter. Denkbar wäre beispielsweise auch eine dauerhafte Vermietung der oberen Räume als Büro oder Atelier.

Veranstaltung stiess auf grosses Interesse

Die Einladung der Arbeitsgruppe und des Gemeinderats zur Infoveranstaltung fand bei der Bevölkerung grosses Interesse. Im Haus musste man schauen, niemandem auf die Füsse zu stehen, so dicht drängten sich die Interessierten. Vor rund zwei Jahren lehnten die Steiner Stimmberechtigten einen Umbau des alten Zollhauses in ein Kulturhaus ab.

Die 14-köpfige Arbeitsgruppe, die sich vor über einem Jahr daraufhin gebildet hat, in ihr sind Gemeinderäte und Architekten ebenso vertreten wie Befürworter und Gegner des Sanierungskonzepts, erarbeiteten ein neues Konzept, über das nun am 29. November an der Gemeindeversammlung abgestimmt werden muss.