Laufenburg

Die römischen Töpferöfen werden durch Einfahrt in Autoeinstellhalle ersetzt

Die Kantonsarchäologie zeigte die Ausgrabungen auf der Laufenburger Kraftwerkwiese, wo eine grosse Wohnüberbauung entsteht. Rund 100 Personen schauten sich die römischen Töpferöfen an.

Walter Christen
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Das Ausgrabungsgelände an der Baslerstrasse in Laufenburg
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Teilnehmer der Führung an einem der Kellerschächte
Luisa Galioto von der Kantonsarchäologie Aargau
Ausgrabungen in Laufenburg
Daniel Huber von der Kantonsarchäologie mit ausgegrabenen Keramikscherben

Das Ausgrabungsgelände an der Baslerstrasse in Laufenburg

Walter Christen

«Man müsste diesen gut erhaltenen römischen Töpferofen mit einer grossen Baggerschaufel in einem Stück herausheben und an einem geeigneten Ort aufstellen und somit der Nachwelt erhalten können».

Die Idee eines Teilnehmers an der öffentlichen Führung der Kantonsarchäologie auf der Ausgrabungsstätte in Laufenburg stiess auf Zustimmung.

«Es wäre schön, wenn . . .»

«Es wäre wirklich schön, wir könnten das so machen. Aber die Kosten wären extrem hoch für eine solche Blockbergung. Darüber hinaus ist es mit dem Aufstellen alleine nicht getan. Ein solches Exponat braucht Unterhalt, es muss gepflegt werden - wer macht das und wer bezahlt es?» Auf diese Frage von Luisa Galioto von der Kantonsarchäologie blieb es still in der Runde.

«Die Römer in Laufenburg»: Ausstellung im Museum Schiff

Das Laufenburger Museum Schiff widmet noch bis zum 1. November 2014 eine Ausstellung den Römern in Laufenburg. Dass die römische Besiedlung nicht in Vergessenheit geraten ist, wird unter dem Titel «Die Römer in Laufenburg - Unterirdisches aufgedeckt» auf eindrückliche Art und Weise gezeigt. Denn bereits für die Römer war der Rhein ein wichtiger Handelsweg. Die Stromschnellen (der Laufen) bildeten jedoch ein Hindernis: Transportgut musste oberhalb der Stadt entladen und unterhalb wieder auf Schiffe verladen werden. Dazwischen wurde möglicherweise in Kellerschächten, wie man sie bei Ausgrabung entdeckt hat, vor allem verderbliche Ware zwischengelagert. (chr)

Museum Schiff, Laufenburg: Mittwoch von 14 bis 16 Uhr und Samstag/Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Bei der Führung, an der sich rund 100 Personen beteiligten, standen die beiden sehr gut erhaltenen römischen Töpferöfen im Mittelpunkt des Interesses. Sie bilden bisher einmalige Funde für diese Siedlung. Das Bild des römischen Laufenburg war bisher nur ausschnittsweise bekannt und wird nun durch diese Ausgrabung und die Funde wesentlich ergänzt.

In zwei Gruppen wurden die an der Geschichte interessierten Besucherinnen und Besucher über das Ausgrabungsgelände an der Baslerstrasse geführt. Dort, wo der Bau der grossen Wohnsiedlung Rhypark voraussichtlich im nächsten Jahr in einer zweiten Etappe weitergeführt wird. Von verschiedenen Seiten, unter anderem von künftigen Rhypark-Bewohnern, wurde übereinstimmend festgehalten, dass sich genau dort, wo diesen Sommer die beiden Töpferöfen aus römischer Zeit freigelegt wurden, künftig die Einfahrt in die Autoeinstellhalle und die unterirdischen Parkplätze befinden werden. Man kann also sagen, die römischen Töpferöfen geraten unter die Räder. Es sei denn, es findet jemand noch eine Lösung, damit zumindest einer der Öfen erhalten bleiben kann.

Drei Kellerschächte

Wie die Aargauer Zeitung schon mehrfach berichtet hat, entsteht auf der ehemaligen Laufenburger Kraftwerkwiese eine Grossüberbauung mit 92 Wohneinheiten. Ein Ausschnitt des Verkehrsnetzes von damals konnte auf diesem Areal erfasst werden. Parallel zur heutigen Baslerstrasse wurde eine römische Strassenkofferung festgestellt. Wohin die (römische) Strasse führte, ist bislang nicht bekannt.

An der Führung gaben Grabungsleiter Beat Wigger, Daniel Huber und Luisa Galioto, alle von der Kantonsarchäologie Aargau, Auskunft über die Funde, zu denen auf der abhumusierten Fläche der ehemaligen Kraftwerkwiese auch drei Kellerschächte neben der Römerstrasse zählen.

Möglicherweise wurden dort verderbliche Waren auf dem Transportweg um die Stadt herum zwischengelagert. Doch die Funde aus den Verfüllungen lassen keine definitive Aussage über die Verwendung der Schächte zu.