Kaiseraugst

Die Weltprominenz trifft sich in ausverkauftem Saal in Kaiseraugst

Das Fasnachtskabarett «Fotzelschnitte» vereint Diktatoren mit dem Bundesrat, der Queen und dem Papst. Das Kabarett nimmt in ihrem Programm im Wesentlichen einheimische Grössen sowie das lokale Geschehen auf die Schippe.

Willi Wenger
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Die Weltprominenz trifft sich in ausverkauftem Saal in Kaiseraugst
13 Bilder
Ein Sumoringer will Schwinger werden
Verteidigung- und Sportminister Ueli Maurer mit der notwendigen Kravatte
S'Fotzelschnittli brilliert von A bis Z
D'Märlitante führt durch das Programm und in die Märliwelt
Die Grosstadtchnulleri
Der Sänger der Stägefässler
Der PC-Supporter der Gemeinde
Der Papst staatsmännisch
Der Lärmibueb im Einsatz
Am Weltgipfel mit den ganz Grossen
D'Düggis bei ihrem Auftritt
Das Schwingfest-OK am Kampfrichtertisch

Die Weltprominenz trifft sich in ausverkauftem Saal in Kaiseraugst

Willi Wenger

Die «Chaiseraugster Fotzelschnitte» ist ein kulturelles Glanzlicht. Das Programm ist kunterbunt und grosse Klasse. Es beinhaltet Kabarett vom Feinsten, aber auch Guggemusig, Gags, Rahmschtückli und auch Schnitzelbänke. Die MG Fotzelschnitte nimmt in ihrem Programm im Wesentlichen einheimische Grössen sowie das lokale Geschehen auf die Schippe.

Aufgemischt wird der Abend durch die Prattler Schnitzelbänkler «Stägefässler oder die Grossstadtchnulleri. Es gibt eigentlich nur eine schlechte Nachricht: Die meisten Vorstellungen vom 12. bis 16. Februar im Violahof sind ausverkauft.

Die sehr gut verdauliche Unterhaltung trägt von A bis Z den Fingerabdruck der MG Fotzelschnitte. Sehr unterhaltsam ist eine Promirunde aus hochkarätiger Politik. So diskutieren vor Ort Wladimir Putin, der Papst, Angela Merkel oder Queen Elizabeth. Seitens der Schweiz versucht sich Ueli Maurer mit einem Italienerwitz in Szene zu setzen.

Es gelingt ihm aber nur einmal, sich gegen die Weltprominenz durchzusetzen: beim Zünden einer Tischbombe. Dies beeindruckt Wladimir Putin allerdings wenig. Dieser hat nämlich nur eines: mächtigen Durst: «Na sdrowje» sind seine wichtigsten Worte, als er regelmässig zum «Flachmann» greift.

Lästern über den Gemeinderat

Brillant auch der Auftritt von Rösli und Willy Chifler. Willy, ein Werkhofmitarbeiter der Gemeinde, kommt müde nach Hause. Rösli ist mehr als gefordert. Sie weiss allerdings gut, wie sie ihren Mann nehmen muss. Willy will auch, dass Rösli mehr arbeitet. «Du hättest ja Zeit, mir rechtzeitig das Bier zu reichen oder den Rasen zu mähen.» Das Ehepaar «chifelt» viel. Nur in einem Punkt sind sie sich einig: Beim Gemeinderat Markus Zumbach. Dieser sei zu vergleichen mit dem Auftreten von Greenpeace im St. Jakob-Park in Basel, eben von oben herab.

Weiter thematisieren d’Düggis das Beizensterben musikalisch auf köstliche Art und Weise. Der «Adler» sei quasi inexistent. Vieles gebe es dort, im sogenannten Nouvelle-Cousine-Tempel, nicht mehr. Wurstsalat beispielsweise und Senioren würden ob der Neuausrichtung der Küche (fast) verhungern. Und: Im «Raurica» schliesslich fehle der Bancomat.

In die IT-Welt taucht die PC-Support-Abteilung der Gemeindeverwaltung. Als Nicht-Fachleute werden die Gemeinderäte aufs Korn genommen. So bewegt sich bei Frau Lüthi der Mauszeiger nicht mehr und sie fragt nach Hilfe. Frau Moser hat alle Daten gelöscht, sie ist dem Verzweifeln nahe. Die PC-Supporter der «Gmeind» wissen für alle Probleme eine Lösung. «Stellen Sie das Gerät ab und warten Sie einen Moment, bis Sie es wieder starten.» Moser wird geraten, eine Woche zu warten, weil dann der Frust nicht mehr so gross sei.

Der «Schlussgang» ist ein Höhepunkt des Abends. Köbi und Sepp suchen nach einem OK für das Schwingfest. Sie zeigen sich weltoffen, indem sie neben dem Morgenstern Matthias (mit Treichel) oder einer Fahnenschwingerin auch einen Swinger sowie eine Dame des «ältesten Gewerbes» in ihr Team aufnehmen.