Rheinfelden

Diese Aargauer Jungunternehmer wagen sich in die «Höhle der Löwen» – gibt es einen Zustupf?

Mit simplen Holzboxen, die hinten auf dem Velo angebracht werden, bieten die drei Fricktaler Luca und Patrick Tschudi und Mitgründer Jérôme Huber Kunden mobile Werbeflächen an. Ob «Working Bicycle» bei den Investoren der «Höhle» ankommt, erfahren Sie am Dienstagabend um 20.15Uhr. Hier erfahren Sie jetzt schon mehr über das Erfolgstrio.

Mona Martin
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Working Bicycle
6 Bilder
So sehen die Boxen auf dem Gepäckträger aus.
Verschiedene Slogans sollen auf das Angebot von «Working Bicycle» aufmerksam machen.
Werbeträger auf Achse.
Mindestens 10 Kilometer pro Woche muss man als Fahrerin zurücklegen.
Kauft eine Firma Werbefläche, wird die jeweilige Botschaft an der Box befestigt und nach Ende der Kampagne wieder entfernt.

Working Bicycle

Working Bicycle

«Wir sind die grösste Schweizer Anbieterin für mobile und dynamische Aussenwerbung auf Fahrrädern», stellt Mitgründer Luca Tschudi seine Firma «Working Bicycle» selbstbewusst vor. Das Jungunternehmen mit Sitz in Rheinfelden blickt auf eine rasante Entwicklung zurück.

In 18 Städten finden bereits Kampagnen statt, bei denen hunderte von Velofahrerinnen und Velofahrern mit den gebuchten Werbeboxen unterwegs sind. Insgesamt sind es momentan über 9'600 Privatpersonen. «Diese Woche werden wir die 10'000er Marke knacken», berichtet Luca Tschudi stolz. Die Kunden sind bunt gemischt und reichen von UPC Cablecom bis zu Amnesty International.

Hier ist «Working Bicycle» aktiv:

Das Prinzip ist folgendes: Eine Firma kauft bei «Working Bicyle» für einen bestimmten Zeitraum Werbefläche ein. Diese Fläche rechnet sich in Anzahl Boxen, welche mit der entsprechenden Werbung bestückt und an Velo-Gepäckträger angebracht werden. Die Zweiradfahrerinnen und -fahrer stellen sich dabei als Webeträgerinnen und -träger zur Verfügung. Dafütr werden sie mit 20 Franken in der Woche entlöhnt. Einzige Auflage: Sie müssen in der Woche mindestens an drei verschiedenen Tagen unterwegs sein und dabei insgesamt mindestens 10 Kilometer zurücklegen, was mittels einer eigens entwickelten App überprüft wird.

Einfaches Konzept vereint Selbständigkeit und Nachhaltigkeit

Die Radlerinnen und Radler melden sich dabei jeweils für die einzelnen Kampagnen. So stehe diesen frei, für wen sie Werbung machen wollen, erklärt Mitgründer Luca Tschudi. Das Konzept scheint aufzugehen. Anfang 2018 starteten die Brüder Luca und Patrick Tschudi das Unternehmen. Die Gründungsgeschichte sei leider nicht so speziell, meint Tschudi. Er habe im Rahmen seines Studiums der Betriebsökonomie in Basel den Auftrag erhalten, eine Analyse des Aussenwerbemarktes zu erstellen. Da er in dieser Zeit viel mit dem Velo unterwegs gewesen sei, kam er auf die Idee, das Gefährt als nachhaltige, mobile Werbefläche zu nutzen. Gemeinsam mit seinem Bruder entstand dann das Konzept für die Holzboxen. So sei das Projekt mehr zufällig ins Rollen gekommen. Dazu habe er dann noch Jérôme Huber, den er aus der KV-Ausbildung kannte, angefragt, ob er einsteigen wolle. Und er wollte.

Seither erobern die drei Fricktaler die Schweizer Städte und wachsen rasant. 2019 lag der Umsatz von «Working Bicycle» noch bei 400'000 Franken. Anfang 2020 flatterten innert kürzester Zeit bereits Aufträge im Wert von über einer Million Franken rein – trotz Corona. Wie erklärt sich Mitgründer Luca Tschudi diesen Erfolg? Er bleibt bescheiden: «Ein grosser Teil ist sicher Glück. Wir haben aber auch gut vorgearbeitet und den Trend Nachhaltigkeit und Velo vorausgespürt.» Die Boxen, wo die Werbung angebracht wird, sind aus Holz und werden wiederverwendet und gewartet. Produziert werden sie von geschützten Werkstätten, den Partnern «Working Bicycle».

Glück im Unglück mit Corona

Das Coronavirus verlieh dem Startup dabei vielleicht sogar noch Schub. Viele sind aus Angst vor geschlossenen Räumen vom öffentlichen Verkehr aufs Zweirad umgestiegen. Generell bewegen sich die Menschen pandemiebedingt mehr draussen und die Werbung zieht mit. So setzen viele Firmen vermehrt auf Werbung im Aussenraum statt beispielsweise in der Tram.

Ausserdem sieht Tschudi einen Vorteil darin, dass «Working Bicycle» neben den Deutschschweizer Städten auch in der Romandie aktiv ist. «Viele andere Startups mit kleinem Startkapital beschränken sich auf eine Region. Weil wir aber eine nationale Reichweite haben, sind wir auch für grosse Kunden attraktiv.»

Eine Erfolgsstory also. Und die drei wollen weiter expandieren, weitere Städte erschliessen und viele Fahrerinnen und Fahrer anheuern. Dafür brauchen sie natürlich nebst Elan auch Geld. Für einen finanziellen Zustupf haben sich die drei Jungunternehmer nun bei der Sendung «Die Höhle der Löwen Schweiz» auf TV24 beworben. Die Ausgangslage scheint vielversprechend. Ob dies die alten Hasen der Investition auch so sehen, wird sich am Dienstagabend um 20.15 Uhr zeigen.

Trailer zur Sendung: