Laufenburg

«Ein konstanter Punktesammler fehlt»

Spielertrainer Lucian Jachowicz über Trainingspräsenz, Leistungsträger und Meisterschaftsziele

Fabio Baranzini
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«In diesem Jahr streben wir einen Platz in den Top 4 an»: Lucian Jachowicz glaubt nicht mehr so recht daran, dass Volleyball Smash 05 um den Meistertitel spielen kann.zvg

«In diesem Jahr streben wir einen Platz in den Top 4 an»: Lucian Jachowicz glaubt nicht mehr so recht daran, dass Volleyball Smash 05 um den Meistertitel spielen kann.zvg

Volley Smash 05 Laufenburg-Kaisten hat die Qualifikation in der Nationalliga B, Gruppe Ost, auf Rang 3 beendet. Spielertrainer Lucian Jachowicz erklärt im Interview, weshalb er damit zufrieden ist, obwohl sich die Mannschaft den Meistertitel zum Ziel gesetzt hat, und was in den Playoffs für sein Team drin liegt.

Lucian Jachowicz, Ihr Team hat die Playoff-Qualifikation erst drei Runden vor Schluss geschafft. Für eine Mannschaft, deren Spieler vor der Saison vom Meistertitel gesprochen haben, ist das relativ spät.

Lucian Jachowicz: Dieser Eindruck täuscht ein wenig, denn wir hatten die drei schwächsten Teams, gegen die man relativ sicher punkten kann, erst ganz zum Schluss. Daher hat es mit der Qualifikation etwas länger gedauert. Aber trotzdem ist es so, dass die Mannschaft nicht das erreicht hat, was sie sich selbst zum Ziel gesetzt hat.

Weshalb?

Ich sehe den Hauptgrund in der Trainingspräsenz. Die Spieler sind nicht mehr gleich regelmässig in die Trainings gekommen und auch die Bereitschaft, jedes Mal ans Limit zu gehen, hat gefehlt. Das hat dazu geführt, dass wir in den entscheidenden Spielsituationen zu wenig Selbstvertrauen hatten und auch Partien, in denen wir geführt haben, nicht nach Hause bringen konnten.

Wie reagiert man als Spielertrainer, wenn man merkt, dass die Trainingspräsenz und der Einsatzwille des eigenen Teams nicht mehr stimmen?

Wir (Lucian Jachowicz leitet das Team gemeinsam mit Mike Fehlmann, Anm. d. Red) haben versucht, die Trainings spielerischer aufzubauen, um den Spass am Volleyball wieder zu vermitteln. Das Problem der Trainingspräsenz ist jedoch nicht auf den Inhalt des Trainings zurückzuführen oder darauf, dass die Spieler keine Lust haben, sondern es liegt daran, dass wir in dieser Saison einige Spieler im Team haben, die voll berufstätig sind und daher nicht die Kapazität haben, jedes Training zu besuchen.

Dank drei Siegen aus den letzten drei Qualifikationsspielen resultierte am Ende Rang drei in der NLB-Gruppe Ost. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Die drei Siege zum Schluss waren wichtig, denn dort konnten wir Selbstvertrauen und Spielpraxis tanken. Von Seiten des Trainerteams sind wir mit dem dritten Rang zufrieden, denn wir haben uns im Gegensatz zur Mannschaft nicht den Meistertitel, sondern die Playoff-Qualifikation zum Ziel gesetzt. Und das haben wir erreicht.

Trotzdem: Wenn Smash 05 in den Playoffs regelmässig punkten will, muss sich das Team steigern.

Das ist richtig. Uns fehlt aber derzeit ein konstanter Punktesammler. Bis jetzt hat sich keiner als Leistungsträger heraus kristallisiert. Keiner fordert in den entscheidenden Situationen regelmässig den Ball und übernimmt damit die Verantwortung. Genau das brauchen wir aber, damit wir in den Playoffs gewinnen können.

Was liegt denn in den Playoffs unter diesen Voraussetzungen drin? Es kommt ja noch erschwerend hinzu, dass Ihr Team aufgrund des etwas gewöhnungsbedürftigen Spielmodus bereits mit sieben Punkten Rückstand auf Leader Lausanne in die Playoffs startet.

Das kommt daher, dass wir nur die Punkte in die Playoffs mitnehmen, die wir in der Qualifikation gegen die anderen Playoff-Teilnehmer gewonnen haben. Das ist in der Tat ein sehr spezieller Modus, mit dem ich überhaupt nicht glücklich bin. Kaum einer hat den Durchblick und das macht unseren Sport unattraktiv. Das ist eine Katastrophe. Deswegen ist es für uns auch kaum mehr möglich, um den Meistertitel zu spielen. Das haben wir letztes Jahr erlebt, als wir zwar alle Playoff-Matches gewonnen haben, aber trotzdem nicht Meister geworden sind. In diesem Jahr streben wir einen Platz in den Top 4 an. Wenn wir das schaffen, ist es ein Erfolg.

Die Playoffs beginnen heute Samstag (19 Uhr, Sporthalle Hofstatt Kaisten) gleich mit dem Duell gegen Leader Lausanne. Was liegt drin?

Lausanne ist ein sehr guter Gegner. Wir müssen mit Druck servieren, um sie nicht ins Spiel kommen zu lassen. Wenn uns das gelingt, dann haben wir die Chance, Punkte zu gewinnen.