Wintersalz

«Es gibt genug Salz, aber wir sind vorsichtig»

Die Schweizer Rheinsalinen haben die Salzabgabe kontingentiert. Direktor Jürg Lieberherr begründet die Massnahme.

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Aargauer Zeitung

Herr Lieberherr, schon wieder ein Salznotstand in der Schweiz?

Jürg Lieberherr: Nein! Im Moment ist absolut genügend Streusalz vorhanden.

Warum denn eine Kontingentierung?

Unsere Lager sind nicht voll, obwohl die Produktion den Sommer über auf Hochtouren gelaufen ist. Damit es im Winter nicht wieder plötzlich so eng wird wie im Januar 2010, wollen wir das Salz dieses Mal frühzeitig dosiert abgeben.

Kein Notstand, aber ein Salzmangel?

Wieder nein. Wir haben deshalb nicht auffüllen können, weil die Kunden ihre Bestände stärker aufgestockt haben als in vergangenen Saisons. Ich gehe davon aus, dass die Lager der Werkhöfe und Grossverteiler randvoll sind.

Was vor einem Jahr nicht der Fall war?

Ich will niemandem etwas unterstellen. Aber es ist denkbar, dass viele Kunden im vergangenen Jahr vorsichtig eingekauft haben in der Annahme, die Rheinsalinen könnten liefern, wenn Schnee und Eis nicht schmelzen würden, ihre Lagerbestände dafür um so rascher.

Und als es dann plötzlich eng wurde, waren die Rheinsalinen überfordert?

Wir haben zwar unsere Lagerkapazitäten massiv ausgebaut, doch es ist trotzdem eng geworden. Weil auch der vorangegangene Winter sehr streng gewesen ist, waren unsere Lager bereits vor der letzten Saison nicht randvoll.

Ziehen die Rheinsalinen aus dieser Entwicklung Konsequenzen?

Die haben wir schon gezogen. Ein neues Palettenlager ist im Aufbau, die Kapazitätserweiterung der Verpackung ebenfalls und das Baugesuch für ein neues Loselager geben wir demnächst ein.

Erhöhen Sie auch die Produktion?

Nein. Das langjährige Mittel zeigt, dass es immer wieder Jahre mit milden Wintern und wenig Absatz gibt. Es reicht deshalb, wenn wir unsere Lagerkapazitäten so stark erweitern, dass wir auch nach zwei bis drei ungewöhnlich strengen Wintern hintereinander in der Lage sind, genügend Salz zu liefern. (to)